Baustelle Merkurstrasse
Die Projektplanerin prüft die abgegebenen Angebote und der Stadtrat entscheidet
Bei der Auftragsvergabe für die Fahrbahnerneuerung an der Kreuzung zwischen Saturn, Dehner-Gartencenter und Globus-Supermarkt haben Stadtratsmitlgieder das letzte Wort. Doch bevor im Großen Ratssaal die Hände gehoben werden, hat das Referat Tiefbau bereits einiges an Vorarbeit geleistet, berichten Carina Klein, die Projektplanerin, und Christoph Schenk, Abteilungsleiter für den Straßenbau. „Die Submission, also die öffentliche Ausschreibung des Auftrags für die Arbeiten in der Merkurstraße, ist beendet“, sagt Schenk. Interessierte Firmen konnten über das Vergabemanagementportal der Stadt ihre Angebote abgeben. Schenk: „Das läuft mittlerweile digital, fünf Betriebe haben die Angebotsunterlagen heruntergeladen.“
Drei Bauunternehmen mit Sitz oder Niederlassungen in Rheinland-Pfalz oder dem Saarland hatten bis zum Stichtag Angebote abgegeben und sich auf die bundesweite Ausschreibung beworben, sagt Schenk, natürlich ohne die Namen zu nennen. Die Submission umfasst neben der Baumaßnahme in der Merkurstraße unter anderem die Erneuerung der Fahrbahn im Bereich des Kleeblatts B270/Pariser Straße – insgesamt rund 24.000 Quadratmeter.
Angebote werden gleichzeitig geöffnet
Klein erklärt, wie es mit den abgegebenen Angeboten weitergeht: „Die sind zu einem festgelegten Zeitpunkt gleichzeitig geöffnet worden und werden nun geprüft und bewertet.“ Das geschehe in drei Schritten: „Formelle und inhaltliche Prüfung, Eignungsprüfung und Angemessenheit der Angebotspreise“, zählt die Bauingenieurin auf und erläutert den Ablauf: Im ersten Schritt werde gecheckt, ob die Unterlagen vollständig sind oder ob etwas nachgefordert werden muss und ob alle Unterschriften vorhanden sind. Dann geht es an die Eignungsprüfung des Unternehmens: Welche Qualifikationen kann der Bewerber vorweisen? Wie steht es um die Leistungsfähigkeit in Sachen Maschinen und Personal? Welche Projekte hat das Unternehmen bereits abgeschlossen? Klein: „Im Zweifel fragen wir mündlich oder schriftlich nach und vereinbaren ein Aufklärungsgespräch.“ In einem letzten Schritt geht’s ums Geld: Passt die Kalkulation? Welche Preise für Materialien sind veranschlagt? Wo weichen die Preise des Unternehmens von der Kostenaufstellung der Verwaltung ab, ist deutlich teurer oder deutlich günstiger? Dabei hilft ein Computerprogramm, das letztlich eine sehr individuelle Kalkulation ausgebe.
Angebote und Schätzungen liegen nah beieinander
In allen Fällen habe sich dieses Mal gezeigt: „Wir haben sehr gut geschätzt, die Ergebnisse entsprechen unseren Berechnungen“, sagt Klein nicht ohne Stolz. Bei großen Abweichungen werde jeweils das Gespräch mit den Firmen gesucht.
Nach den Prüfungen erstellt Klein als zuständige Planerin eine Rangfolge der Angebote und einen Vergabevorschlag für den Stadtrat oder den entsprechenden Ausschuss. Darin steht, welches Unternehmen das Referat den gewählten Volksvertretern zur Auswahl empfiehlt und wieso. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wird abgestimmt und der Auftrag erteilt.
Entscheidung fällt am Montag
Schenk: „Wir müssen dann – seit kurzem – die zwei unterlegenen Bieter benachrichtigen und Gründe nennen.“ Sind die Unternehmen, die nicht zum Zuge gekommen sind, nicht einverstanden, können Sie Einspruch erheben. Einigt man sich nicht im Gespräch, muss sich eine Nachprüfstelle damit befassen. So wie beim Kaiserslauterer Großprojekt „Neue Stadtmitte“ geschehen. Ist die in der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) festgelegte Informations- und Wartepflicht ohne Eingaben abgelaufen, ist der nächste Schritt, den Auftrag an die ausführende Firma zu vergeben. Schenk: „Die Vertragsunterlagen liegen uns ja durch die Ausschreibung bereits vor, dann kann es theoretisch direkt losgehen. Es braucht zumindest keinen neuen Vertrag.“ Anschließend werde ein Startgespräch mit dem Unternehmen anberaumt.
Welche Firma sich um die Fahrbahnerneuerungen in Merkurstraße, Kleeblatt und Lauterstraße kümmert, entscheidet sich am Montag im nichtöffentlichen Teil der der Haupt- und Finanzausschusssitzung.
Die Serie
In der Serie „Baustelle Merkurstraße“ begleiten wir die Baumaßnahme an der zentralen Kreuzung des Gewerbegebiets von der Planung bis zur Schlussabrechnung.