Blickpunkt
Die Maurer vom Erbsenberg
Auf dem Erbsenberg wollte oder konnte man nicht mehr mit dem Trainer Babak Anisi, worauf viele Spieler der ersten Mannschaft aus Solidarität mit Anisi dem VfR Kaiserslautern die Gefolgschaft kündigten. Wie geht es nun weiter? Beginnt doch schon am 9. März der zweite Teil der Bezirksligarunde.
Fragen über Fragen
Als die Sache nicht mehr hinter dem Berg zu halten war, die Lauterer Fußballfans und auch die anderen Mannschaften in der Bezirksliga Westpfalz sich fragten, was denn beim VfR los sei, reagierte die Vereinsführung auf diese brennenden Fragen mit Schweigen. Oder, um es mit einem Bild zu veranschaulichen, sie mauerte. Und das tut sie in den wesentlichen Punkten noch immer. Warum trennte man sich von Trainer Babak Anisi, obwohl das Bezirksligateam auf dem zweiten Tabellenplatz überwintert und somit noch alle Chancen hat, in die Landesliga aufzusteigen? Wie viele Spieler der Ersten haben dem Traditionsverein in der Winterpause den Rücken gekehrt? Wurden neue Spieler verpflichtet? Fragen über Fragen, aber keine Antworten.
Eine hausgemachte Krise
Es sei „noch zu früh, um darüber zu sprechen“, erklärte Michael Ritter, der Schatzmeister des VfR, dem Schreiber dieser Zeilen in einem kürzlich geführten Telefongespräch. Viele Jahre war Ritter der Torhüter beim VfR, ein leidenschaftlicher und guter. Mittlerweile hat er seine Handschuhe ausgezogen und offensichtlich die Führungsrolle im Verein übernommen. Auch wenn er sich zu den Gründen dieser hausgemachten Krise nicht äußern mag, so sorgte er im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf mit folgenden Aussagen doch für einige Klarheit. So werden beide Aktiven-Mannschaften nach der Winterpause weiterhin am Spielbetrieb teilnehmen, die Erste in der Bezirksliga und die Zweite in der A-Klasse. Die Nachfolge von Babak Anisi tritt Moritz Nicolay an, der bislang die Zweite coachte. Für das A-Klassen-Team, das den ersten Saisonteil im unteren Mittelfeld, auf Tabellenplatz neun, abschloss, werde man in Sachen Trainer, so Ritter, „eine interne Lösung finden“.
Abserviert trotz eines guten Tabellenplatzes
Abserviert wurde Babak Anisi. Wobei der Hauptgrund für Trainerentlassungen, sportlicher Misserfolg, bei ihm nicht zutrifft. Unter seiner Regie hat sich ja die Truppe vom Erbsenberg einen aussichtsreichen Platz im Aufstiegskampf gesichert. In einem Gespräch mit der RHEINPFALZ bezifferte Anisi die Zahl der Spieler, die in dieser Runde nicht mehr für den VfR spielen wollen, auf „20“. Um die gelichteten Reihen zu füllen, erwartet Anisi, dass der VfR mit Spielern aus der Zweiten die verbleibenden zwölf Bezirksligapartien bestreiten werde.
Eine neue Perspektive
„Da sind einige gute Jungs dabei“, sagt Anisi, gibt aber zu bedenken, dass die zweite Garde bisher eine Klasse tiefer spielte und da nicht zu den Topteams zählte. Da Anisi seinem Nachfolger ein gut gefülltes Punktekonto hinterlässt (34), sollte der Ligaverbleib zu schaffen sein. Für den 43-Jährigen hat sich schon kurz nach seinem unfreiwilligen Abschied vom „Erbse“ eine neue Perspektive eröffnet: In der nächsten Saison steigt er als Coach beim Bezirksligisten TSG Wolfstein-Roßbach ein. Zu seinem neuen Verein wird ihn Timo Mangold begleiten. Ein herber Verlust für den VfR, verliert er doch seinen mit 19 Treffern besten Torschützen.
Bei all den offenen Fragen hat zumindest der neu installierte Coach der ersten Mannschaft ein klares Ziel für die Runde. „Wir wollen den Klassenverbleib schaffen“, sagt Moritz Nicolay, dem es sicher nicht an Engagement fehlt, die Saison zu einem halbwegs guten Ende bringen zu wollen. Seine erste Bewährungsprobe in der Bezirksliga hat er am 9. März in der Heimpartie gegen die SG Rockenhausen/Dörnbach.