Kaiserslautern Die Kunst des Kämpfens

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Obernheim-Kirchenarnbach. Patrick Klotsche übt sich schon seit seiner Kindheit in Kampfkünsten. Aus diesem Sport heraus ist zunächst das Interesse an historischen Zusammenhängen gewachsen, daraus wiederum eine Sammelleidenschaft für historische Waffen. Der 32-Jährige aus Obernheim-Kirchenarnbach zeigt seine möglichst authentische Ausrüstung bei Veranstaltungen wie Mittelaltermärkten oder den Römertagen in Trier und präsentiert sich auch bei Schaukämpfen.

Die Regale im Hobbyraum quellen über vor Zeitschriften, Büchern und Filmen. In Gestellen im Flur bewahrt Patrick Klotsche einen Reiterbogen der Hunnen mit Pfeilen und detailgetreu nachgeschmiedete Waffen auf. Über seiner Couch im Wohnzimmer hängen Hieb- und Stichwaffen. Zu jedem dieser Stücke weiß der Obernheim-Kirchenarnbacher eine Geschichte zu erzählen, denn Klotsche ist Sammler historischer Waffen und Schwertkämpfer. „Der Eineinhalbhänder aus Europa ist nicht scharf. Er ist fürs Schlachtfeld“, beschreibt er die Situation, in der das Schwert mit wuchtiger Klinge im Mittelalter zum Einsatz kam. Dann zeigt er das Gegenstück dazu. „Das Rapier hier ist leicht. Es ist mehr eine Stich- und Fechtwaffe aus der Renaissance. Das japanische Katana hat eine richtig scharfe Klinge. Damit kann man Papier schneiden“, macht er die Unterschiede deutlich. Wer durch die Wohnung des Industriemechanikers geht, begibt sich auf eine Reise durch die Epochen der Waffengeschichte. „Meine Sammlung reicht von circa 200 vor Christus bis in die napoleonische Zeit um 1810“, erzählt er. Gewachsen ist sie, nachdem er mit etwa 13 Jahren erstmals durch sein Judo- und Kung-Fu-Training zunächst mit asiatischen Waffen in Berührung kam. Von da an war der Weg nicht mehr weit, sich auch für europäische Kampfstile zu interessieren. „Mich faszinieren in erster Line die Kampfkunst und die Waffen. Das zieht das Interesse an der Geschichte nach sich, am Mittelalter, an der Antike und der waffenlosen Kampfkunst“, beschreibt er die Entwicklung. „Ich stoße immer wieder auf neue Aspekte und will dann mein Wissen vertiefen.“ Zurzeit beschäftigt er sich intensiv mit der Römerzeit. So weiß er beispielsweise, dass der Helm der Fußsoldaten vor Julius Cäsars Zeiten, der Montefortino, aus Bronze gefertigt wurde und über einen Wangenschutz verfügte. Oder dass das Scutum, das Schild um 70 nach Christus, von der Schulter bis zur Wade reichte. Diese Kenntnisse bringt er bei Veranstaltungen, an denen er Teile seiner Sammlung präsentiert, an den Mann. Im vergangenen Jahr war er bei den Burgerlebnistagen auf dem Landstuhler Nanstein mit dabei. „Der Stand war umringt. Die Leute haben genau gefragt, sie wollten Details wissen“, freut er sich noch im Nachhinein. Nicht anders verhält es sich, wenn er Exponate auf Mittelaltermärkten ausstellt und an Schaukämpfen teilnimmt, wie etwa im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim oder bei den Trierer Römertagen. Noch nicht klar ist, ob er auch in diesem Jahr dort wieder anzutreffen ist. Aber immer legt er Wert darauf, möglichst authentisch zu sein. Um dies zu erreichen, hat er zwei Trainingspartner: einen Fechtlehrer aus Pforzheim, mit dem er die europäischen Stile übt, und einen Asiaten für Kung Fu. „Die Europäer haben viel mit Waffen experimentiert. Bei den Asiaten sind sie über Jahrhunderte hinweg gleich, ihr Stil ist akrobatischer“, führt er aus. Zurzeit trainiert er dreimal wöchentlich Jiu Jitsu, Judo und Kung Fu in Kaiserslautern. Das ist für ihn eine wichtige Sache, denn Körperbeherrschung ist die Voraussetzung dafür, dass weder er noch sein Partner Blessuren davontragen. Zeit für ein anderes Hobby bleibt da nicht. Doch das macht ihm nichts aus, zumal seine Eltern Marlies und Siegmund die Begeisterung nicht nur teilen, sondern ihn auch unterstützen. Steht ein Termin an, wird der Pkw-Hänger beladen und gemeinsam geht es los. „Es ist immer schön und eine Abwechslung zum Alltag“, ist sich die Familie einig.

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