Kaiserslautern
Die Kaiserslauterer Plätzje-Kicker feiern ihr 55 jähriges Bestehen
Die Meinungen gingen auseinander, wie viele Lauterer, die dem Fußball zugetan waren, ob aktiv oder nur verbal, auf dem „Plätzje“ gespielt haben. 400, 500 oder 600? Egal! Am Samstag trafen sich die Plätzje-Kicker auf dem Platz des TFC Kaiserslautern, um das 55-jährige Bestehen einer fußballerischen Institution zu feiern, die wohl einzigartig in der Stadt ist.
Da war zum Beispiel Jürgen Friedrich, als „Atze“ besser bekannt, jahrzehntelang ein total integriertes Mitglied bei den Plätzje-Kickern: „Respekt und Fairness, das habe ich hier immer erlebt und geschätzt und eine schöne Zeit.“ Er war aus Frankfurt angereist. Gemeinsam mit seinem Sohn Patrick und Enkel David, die zusammen mit dem Opa einst einen „vereinseigenen Rekord“ aufgestellt hatten, weil nämlich drei Generationen zusammen in einem Spiel waren. Oder Marc Gmeiner, der ebenso wie Alexander Georg von München die weiteste Anreise hatte. Da waren die alten Kerle Gerald und Jörg (beide 80), in früheren Jahren war das „Du“ selbstverständlich, oder die noch Aktiven Franz (Jahrgang 1942) und Wolfgang (1946).
In den Anfangsjahren, als das Plätzje“ im Entstehen war, kannten sich die dem Leder nachjagenden Jungmannen nur mit dem Vornamen. Und es geht die Mär um, dass sich damals, anno Tobak, zwei Advokaten auf einem Flur im Lauterer Landgericht trafen. Der eine Plätzje-Kicker wie der andere: „Was machscht Du donn do?“ „Ich binn de Staatsanwalt.“ Und wies auf eine Tür. Und der Angesprochene antwortete: „Ich bin de Verteidiger.“ Sonntags drauf trafen sie sich wieder „uffm Plätzje“. Als Kontrahenten? Keiner weiß das. Sicher ist nur das, was Jürgen Friedrich als jahrzehntelanger Plätzje-Kicker formuliert hat: „In Respekt und Fairness.“
Bei der Feier zum 55-Jährigen wurde natürlich viel geflachst, über „Schorsch“ alias die Torwartkatze, die die Arme kaum über Kopfhöhe bekam; über „Ernschd“, der zwar enorm viele Tore schoss, aber mit zunehmendem Alter einen Torpfosten als Stütze nahm, oder über „de Perre, der stets weniger lief, als er meckerte“. Die Anekdoten würden Seiten füllen ...
Eine kleine Umfrage ergab Klarheit, was die Qualität der in all den Jahren mitkickenden Fußballern angeht. Der beste Techniker? Jörn Kaminke, ehemaliger Profi und einst mit knapp zehn Jahren im „illustren“ Kreis der Plätzje-Kicker aufgenommen. Der kompletteste Fußballer? Jürgen Friedrich. Der schnellste Dribbler? Der verstorbene Heinz Klingkowski und Ex- Profi Dieter Kitzmann (nur kurzzeitig „uffm Plätzje“ im Einsatz). Die unangenehmsten Abwehrspieler? Kurt Luba, verstorben, einst auch Mitglied der bekannten Lauterer Lehrer-Mannschaft, und die beiden anderen „Amateure“ Klaus Platz („Ausbeiner 1“) und Thomas Waldmann („Ausbeiner 2“).
Ein Jubiläumsspiel gab’s zum 55-Jährigen auch noch. Wie’s ausging? Einige sagten: „18:16“ andere „15:17“: Egal, Hauptsache es hat Spaß gemacht.