Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die Kaiserslauterer Malteser sehen sich nach der Fusion mit Weilerbach besser aufgestellt

Einheiten des Malteser Hilfsdienstes aus Kaiserslautern und Weilerbach bilden nach der Fusion ein starkes Team zum Einsatz beim
Einheiten des Malteser Hilfsdienstes aus Kaiserslautern und Weilerbach bilden nach der Fusion ein starkes Team zum Einsatz beim Katastrophenschutz: Beauftragter Nico Mück und seine Stellvertreterin Isabell Canete-Munoz präsentieren den neuen Standort der Malteser Westpfalz in Weilerbach.

Die ehrenamtlichen Gliederungen der Malteser in Weilerbach und Kaiserslautern haben ihre Kräfte gebündelt. Seit September bilden sie die Einheit „Malteser in der Westpfalz“.

Am Standort der christlichen Hilfsorganisation im Gewerbegebiet „Auf dem Immel“ signalisiert ein Schriftzug in den Vereinsfarben Rot und Weiß die Fusion. Um die Zusammenarbeit zu stärken, wurde die Geschäftsstelle der Malteser in Kaiserslautern – ehemals im Innenhof der Hochhäuser „Max und Moritz“ in der Kaiserstraße 25 – aufgelöst. Rettungsfahrzeuge und Einsatzmaterialien wurden nach Weilerbach verlegt. Noch hat die Anlaufstelle „Integration“ dort ihren Platz.

Nach Ansicht von Nico Mück, Beauftragter der Malteser Westpfalz, ist die Kräftebündelung „eine gute Entscheidung“. Zusammen mit seiner Stellvertreterin Isabell Canete-Munoz ist er zuständig für Einsätze der Schnelleinsatzgruppe im Rahmen des Katastrophenschutzes. Die Schnelleinsatzgruppe sei eine Erweiterung des Rettungsdienstes bei Großschadensereignissen wie beispielsweise bei einem Flugzeugunglück oder einer Flutkatastrophe ähnlich der im Ahrtal.

Vom Motorrad bis zur mobilen Klinik

Auch haben Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe in der Vergangenheit die von den Maltesern in Kaiserslautern betriebene Pflasterstube unterstützt. An kalten Wintertagen standen sie Pfarrer Andreas Keller, dem Leiter der Pflasterstube, bei der Verteilung von warmen Getränken und Kleidung an Obdachlose zur Seite. „Wir kommen immer dann zum Einsatz, wenn Menschen akut geholfen werden muss“, beschreibt Mück die Dienste der Malteser.

Im Fahrzeugpark am neuen Standort stehen Einsatzfahrzeuge der Schnelleinsatzgruppe: Motorrad und Kommandowagen, Rettungsfahrzeuge und Mannschaftswagen, Notstromaggregat und Imbisswagen, Feldküche und Gerätewagen für die Verpflegung sowie eine mobile Klinik samt mobiler Praxis stehen für Notfälle bereit. Tritt ein solcher ein, werden die ehrenamtlichen Mitglieder der Malteser über Funk informiert, um wenig später vor Ort helfend und unterstützend tätig werden zu können.

Als First Responder Leben retten

In einem abgetrennten Lager der Fahrzeughalle verfügen die Malteser über einen Nahrungsmittelvorrat für einen Tag für 300 Personen. „Findet beispielsweise die Entschärfung einer Bombe statt und müssen Anlieger in einem bestimmten Umkreis evakuiert werden, sorgen wir, wenn erforderlich, für eine entsprechende Verpflegung“, erläutert Mück. „Die Malteser in Weilerbach sind eine echte Blaulicht-Gliederung. Sie engagieren sich zusammen mit Einheiten aus Kaiserslautern ehrenamtlich im Katastrophenschutz und im Sanitätsdienst während Veranstaltungen, im Schulsanitätsdienst und in Erste-Hilfe-Kursen“, betont Mück. Die Fusion bringe den Ehrenamtlichen einen weiteren Vorteil: „Jeder Helfer findet in seiner Sparte den bestmöglichen Platz.“

Zu regelmäßigen Aufgaben der Malteser in Kaiserslautern und Weilerbach gehört der Sanitätsdienst bei Veranstaltungen wie Konzerten, Sportfesten und Großveranstaltungen. Als First Responder leisten Malteser lebensrettende Erste Hilfe. Auf dem Land sind sie oft vor dem Notarzt am Unfallort. „Unsere First Responder haben alle eine notfallmedizinische Ausbildung und können lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen“, sagt Mück. In Kaiserslautern und in Waldfischbach bilden Malteser sogenannte Schulsanitäter in Erster Hilfe aus. Diese seien an ihrer Schule bei kleineren Verletzungen und in Notfällen eine wertvolle Unterstützung, betont Mück.

Einsatz für die Pflasterstube

Seit 2012 gibt es in Kaiserslautern die Pflasterstube der Pfarrei Heiliger Martin. Sie wird in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst betrieben. Nach dem Leitspruch des Malteserordens „Den Glauben bezeugen und den Armen helfen“ übernehmen ehrenamtlich arbeitende Ärzte und Krankenschwestern im Netzwerk der Pflasterstube die medizinische Betreuung von Menschen ohne Krankenversicherung. Für Veranstaltungen stellt die Martinspfarrei ihr Pfarrheim mit Pfarrsaal und Küche sowie ihre Pfarrwiese zur Verfügung. Der Malteser Hilfsdienst unterstützt die Pflasterstube mit Wissen zur medizinischen und rechtlichen Betreuung von Bedürftigen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Mittlerweile verfügt die Pflasterstube über eine eigene Praxis zur Behandlung und Versorgung von Menschen in schwierigen Lebenslagen.

Mit einem Team aus 70 Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Herkunftsländern steht Michelle Sturgis-Kratz seit 2018 dem Integrationsdienst der Malteser vor. Sie leitet das Anfang September etablierte „Café der Vielfalt“ in der Cafeteria des Pfalzklinikums. Der interkulturelle Treffpunkt ist Teil des Integrationskonzepts der Stadt Kaiserslautern. Er steht Patienten und Besuchern aller Kulturen offen. Mit dem Projekt „Melodie des Spracherwerbs“ trägt der Malteser Hilfsdienst zur Sprachförderung von geflüchteten Kindern bei. Die Fahrradwerkstatt, die die Malteser zusammen mit dem Arbeits- und Sozialpädagogischen Zentrum betreiben, ist ein weiterer Teil des Integrationsdienstes.

Spielen, basteln, Ausflüge und Erste Hilfe

Die Jugendarbeit der Malteser steht unter der Leitung von Isabelle Canete-Munoz. Sie findet wöchentlich in Weilerbach und in Kaiserslautern statt. In Weilerbach sind es Kinder bis zwölf Jahre, in Kaiserslautern sind es Mädchen und Jungen, die sich im Pfarrzentrum St. Martin treffen. Zum Freizeitangebot gehören Spiele und Bastelarbeiten, Ausflüge und Unterweisung in Erster Hilfe. „Für unser Engagement in der Westpfalz legen wir großen Wert auf Nachwuchsarbeit“, würdigt Mück die Jugendarbeit.

Lisa Mertel koordiniert die Arbeit der Malteser mit Besuchshunden. Mit ihrem eigenen Hund besuchen Helfer nach Rücksprache ältere oder pflegebedürftige Menschen in Kaiserslautern und Umgebung. „Unsere Hunde schenken den Besuchten nicht nur große Freude, sondern können auch die Lethargie und Einsamkeit zurückgezogener Menschen durchbrechen“, weiß Mertel aus Erfahrung.

Mit der Rikscha zum Lieblingsort

Auch das bieten die Malteser: Rikschafahrten für mobil eingeschränkte Senioren. Eine E-Rikscha ist es, mit der Tobias Häßel und sein Team mobilitätseingeschränkten Senioren entgegenkommen. Sie bieten damit einen kostenlosen Fahrdienst an, der nach Wunsch zum Volkspark, zum Bremerhof, auf den Friedhof oder zu einem nahegelegenen Lieblingsort von Senioren fährt.

Nach Ansicht Mücks ermöglicht die Fusion eine bessere Abstimmung bei Einsätzen der Malteser, gemeinsame Fortbildungen und eine stärkere Präsenz bei Veranstaltungen sowie in der Helfergewinnung. Als ausgebildeter Notfallsanitäter leistet Mück hauptamtlich seinen Dienst in der Rettungswache in Schwedelbach. Diese betreiben die Malteser zusammen mit dem Roten Kreuz.

Während der Malteser Hilfsdienst als bundesweiter Verein nach Diözesen gegliedert ist und ehrenamtlich arbeitet, ist die Malteser Deutschland GmbH ein sozialkaritativer Dienstleister mit Schwerpunkten in den Bereichen medizinischer Rettungs- und Pflegedienst.

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