Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die Kaiserslauterer Band Lazarus Dream stellt ihr neues Album vor

Die Rocker von Lazarus Dream: Markus Herzog, Carsten „Lizard“ Schulz, Markus Pfeffer.
Die Rocker von Lazarus Dream: Markus Herzog, Carsten »Lizard« Schulz, Markus Pfeffer.

Man wird noch träumen dürfen: Die Kaiserslauterer Hardrock-Formation Lazarus Dream hat ein neues Album veröffentlicht. Musikalisch geht das wieder mehr in Richtung Old School Rock, nachdem die vorherige Veröffentlichung eher heavy war. Lohnt sich das Anspielen des neuen Werks?

Neues Album, gute Qualität, bewährter Sound: Die hardrockigen Jungs von Lazarus Dream um den Kaiserslauterer Multi-Instrumentalisten, Komponisten und Sänger Markus Pfeffer (auch bekannt von Winterland) haben auch bei ihrem nunmehr dritten Album „Imaginary Life“ alles richtig gemacht.

Da wäre schon mal die Musik an sich. Zehn knackige Titel sind es geworden (plus ein Bonustrack), die nach den stilistischen Abschweifungen im vorherigen Album, bei dem Lazarus Dream viel Neues ausprobiert hat, jetzt wieder mehr auf Old-School-Hardrock-Kurs sind. Womit bewiesen ist: Die Band kann in Sachen Stil und Technik eine ganze Menge. Mit am besten ist sie aber auf dem Rock-Gebiet, das sie bereits zu Beginn ihrer Karriere durchpflügte.

Schon der Opener „The Sweetest Chaos“, ein erster Anspieltipp übrigens, überzeugt. Sänger Carsten „Lizard“ Schulz treibt einem hier den Titel, der spätestens im Refrain zum Ohrwurm wird, mit kraftvoller Stimme in den Gehörgang, und Pfeffer zündet als Gitarrist einen zusätzlichen Treibsatz mit einem Solo, das so aberwitzig schnell ist, dass man streckenweise einzelne Töne kaum noch wahrnimmt. Auf dem Album spielte er auch Bass und Synthie-Klänge ein. Alles zusammen geht dann mit einigem Genuss in die am besten mit Kopfhörern ausgestatteten Ohren des Hardrock-Fans.

Auch das Video der Band überzeugt

Und wenn wir schon bei „treiben“ sind: Der inzwischen neu in die Besetzung gekommene Schlagzeuger Markus Herzog – bekannt unter anderem durch Double Crush Syndrome – treibt (nicht nur) dieses dicht gepackte Vokal- und Gitarrenpaket mit ebenso großer Kraft wie Präzision voran, er ist auch eine echte Bereicherung der auch vorher schon wertigen Gruppe. „The Sweetest Chaos“ lässt sich in einem (übrigens auch gut gemachten) Video auf Youtube ansehen und -hören. Es lohnt sich durchaus, den Titel der Lautrer in der visuellen Umsetzung des erfahrenen Videomachers Christian Esche zu erleben.

In Sachen Personal gibt es auf „Imaginary Life“ noch zwei weitere interessante Leute: Zum einen war bei der Produktion der bekannte Schlagzeuger Thomas Rieder als Perkussionist mit an Bord, zum anderen steuerte kein Geringerer als Vanden-Plas-Gitarrist Stephan Lill auf dem Titelsong „My Imaginary Life“ ein eruptives Solo bei. Fun Fact am Rande: Lill war Ende der 1980er Jahre der Gitarrenlehrer von Markus Pfeffer.

Texte verfolgen philosophische Gedanken

So fügt sich denn eins zum anderen, geht es im Album immer weiter mit den durchweg von Markus Pfeffer komponierten und von Carsten Schulz mit Texten über dunkle Bedrohungen, tiefe Gefühle und philosophische Gedanken versehenen Titeln: Das stürmisch andrängende „Rebel Again“ bleibt auch nach dem letzten Ton noch im Ohr hängen; das ebenfalls zu einem Video verarbeitete „My Prayer“ wirkt tatsächlich wie das inbrünstige Gebet eines Zweifelnden („Is anyone here?“).

Nicht zuletzt fasziniert regelrecht der zurückgenommene, fast hymnenhafte Titel „Beauty Among The Ruins“, den man sich glatt als Titelsong eines Westerns vorstellen könnte. Ein weiterer Anspieltipp wäre der stark ins Metallige gehende Bonustrack „Colours Of The Moon“. In der Gesamtschau zeigt alles eindrucksvoll die Vielschichtigkeit der Band auch innerhalb des Albums.

Das Cover des neuen, dritten Albums „Imaginary Life“.
Das Cover des neuen, dritten Albums »Imaginary Life«.

Alles richtig gemacht hat die Band Lazarus Dream auch mit dem Cover für ihr jüngstes Werk. Das stammt vom renommierten, mit Bildern dieser Art recht erfahrenen Künstler Stan W. Decker und zeigt detailreich eine Art Jugendstil-Bibliothek mit Grammofon und Diaprojektor. Letzterer wirft in der Darstellung allerhand Bilder an die Decke und liefert dabei, wie überhaupt das ganze Bild und nicht zuletzt auch die gesamte inhaltsreiche Produktion, allerlei Grundlagen für interessante und unterhaltsame Interpretationen. Prädikat: Erwerb empfohlen.

Info

Das Album „Imaginary Life“ der Band Lazarus Dream ist im (Online-)Fachhandel und über die bekannten Streaming-Dienste zu beziehen. Auch ein Direktbezug über das Label der Band ist möglich (www.shop.prideandjoy.de). Weitere Informationen zu Band und Album liefert unter anderem www.facebook.com/lazarusdream.

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