Kaiserslautern „Die Jugendlichen lernen zu verhandeln“

Sie stemmen hauptsächlich den Teenager-Kleider-Basar im MGH Ramstein: Susanne Wagner und Manuela Scherer (von links).
Sie stemmen hauptsächlich den Teenager-Kleider-Basar im MGH Ramstein: Susanne Wagner und Manuela Scherer (von links).

«Ramstein-Miesenbach.»Vor zehn Jahren hat das „Lokale Bündnis für Familie der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach“ den Teenager-Kleider-Basar ins Leben gerufen. Er findet im Frühjahr und Herbst im Mehrgenerationenhaus (MGH) statt, in diesem Jahr zum 20. Mal. Zu seinem Erfolg tragen Helferinnen bei wie die hauptamtliche Susanne Wagner und die ehrenamtliche Manuela Scherer.

Frau Wagner, wofür sind Sie zuständig?

Ich bin Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses Ramstein und des „Lokalen Bündnisses für Familie“ unserer Verbandsgemeinde. Es ist seit 2008 aktiv und möchte mit unterstützenden Angeboten dazu beitragen, Familien zu entlasten und die Vereinbarkeit mit dem Beruf zu erleichtern. Zu unseren unterschiedlichen Projekten gehört auch der Teenager-Kleider-Basar. Die Anmeldungen dazu nehme ich entgegen und koordiniere sie. Wie ist die Idee eines Basars speziell für Teenager entstanden? Manuela Scherer: Ich engagiere mich von Anfang an ehrenamtlich beim „Lokalen Bündnis für Familie“. Damals haben wir uns gefragt, was uns bewegt und von Interesse ist. Da es für Babys und Kleinkinder viele Kleiderbasare gibt, für Teenager dagegen nicht, haben wir darin eine Nische gesehen. Denn wie bei etlichen Mitstreitern waren zu dem Zeitpunkt auch meine Kinder schon etwas größer, aber immer noch in einem Alter, in dem sie schnell aus den Sachen herauswachsen. Der Teenager-Kleider-Basar ist eine schöne Gelegenheit, günstig an gut erhaltene Kleidung heranzukommen. Was wird alles angeboten? Manuela Scherer: Der Schwerpunkt liegt auf Kleidung ab Größe 140. Aber es werden ebenso Spiele, auch für den Computer, und Bücher verkauft. Wobei Kleidung am besten läuft. Wie wird der Basar angenommen? Susanne Wagner: Sehr gut. Wir stellen 17 Tische zur Verfügung, und aufgrund der Nachfrage könnten es noch mehr sein. Dafür reicht aber der Platz nicht aus, weil viele noch zusätzlich Kleiderständer mitbringen. Da wir meistens eine Warteliste haben, melden wir uns kurz vor dem Veranstaltungstermin noch einmal telefonisch bei den angemeldeten Personen. Wenn jemand verhindert ist, rückt ein anderer nach. Auch auf Kundenseite ist das Interesse groß. Es sind hauptsächlich Eltern, manchmal kommen auch Großeltern. Teils bringen sie ihre Kinder oder Enkel mit, teils sind sie alleine, um in Ruhe zu stöbern. Vor zwei Jahren war ein Neun-Sitzer-Bus mit einer Sozialpädagogin da, die unbegleitete junge Flüchtlinge mitbrachte. Sie gingen mit vollen Tüten aus dem MGH, unter anderem mit Fußballschuhen. Und wie sieht es seitens der Verkäufer aus? Manuela Scherer: Die Gruppe der Anbieter ist bunt gemischt. Es sind nicht nur Eltern, sondern auch Jugendliche, die sich freuen, Dinge zu verkaufen, die sie nicht mehr brauchen. Meistens helfen ihnen die Eltern beim Auf- und Abbau. Aber das Verhandeln übernehmen die Teenies selbst. Das ist ein Lernprozess, von dem sie profitieren. Auch mein Sohn nutzt die Gelegenheit, um sein Taschengeld aufzubessern. Was kostet die Teilnahme am Basar? Manuela Scherer: Die Tischmiete beträgt sieben Euro. Das Geld investiert das „Lokale Bündnis für Familie“ in seine Projekte. So werden zum Beispiel Bastelmaterialien für die Kinderferienbetreuung angeschafft. Termin Der nächste Teenager-Kleider-Basar findet am Samstag, 23. März, von 9.30 Uhr bis 12 Uhr im MGH Ramstein statt.

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