Kaiserslautern Die Gemeinsamkeiten feiern und leben

Sechs christliche Gemeinden haben am vergangenen Sonntag das 2. Lauterer Westfest veranstaltet. Bei dem ökumenischen Stadtteilfest gab es für die Besucher Informationen und Attraktionen, die nicht überall zu finden sind.
Schon beim Betreten des Spielplatzes Ecke Feuerbachstraße/Käthe-Kollwitz-Straße fällt die Vielfalt der Besucher auf. Unter die deutschen Besucher mischten sich Leute aus Eritrea, Afghanistan und dem Iran, aber auch aus Russland oder Portugal. Über 80 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Für Jung und Alt gab es vieles zu entdecken. Die Kleinen hatten Spaß auf der Hüpfburg, die vom ASB betreut wurde. Die Spiel- und Lernstube Rappelkiste und die Mini-Max-Kita hatten Sachen zum Basteln mitgebracht und auch beim Natur-Wissen-Spiel- und Spaßmobil gab es Vieles zu bestaunen. Für Begeisterung sorgte das Kindergeschichtentelefon. Bei einem Anruf können sich die Kinder wechselnde Geschichten anhören. Das konnten sie auch vor Ort an einem der bunten Telefone ausprobieren. Viele sahen zum ersten Mal ein Telefon mit Schnur. Mit einem Ökumenischen Gottesdienst auf dem Festplatz ging die Feier los. Die veranstaltenden Gemeinden – die Freie evangelische Gemeinde, die City Mission, die Dietrich-Bonhoeffer Kirchengemeinde, die Freie Baptistengemeinde, Rettungsbootgemeinde und die katholische Kirchengemeinde St. Konrad – standen gemeinsam auf der Bühne. Es folgte ein kurzweiliges Musikprogramm mit Konzertpianist Yoon Younggeun, der von Hannah Donsbach an der Querflöte begleitet wurde. Anschließend kamen die Kinder aus den umliegenden Schulen zum Zug. Die Schüler der Schiller- und der Fischerrückschule unterhielten die Gäste mit Liedern, in denen es um Themen wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen ging. Die Kinder der Spiel- und Lernstube Rappelkiste präsentierten einen Rap. Zwischen den Programmpunkten stellten sich die einzelnen Gemeinden vor. Die Caritas, der Hospizverein für Stadt und Landkreis, die Neue Arbeit Westpfalz und der Internationale Bund informierten über ihre Tätigkeiten an Infoständen. Der ASB hatte ein Quiz zum Thema Alzheimererkrankung vorbereitet. Viele Interessenten zog das Blaue Kreuz an. Die Gäste konnten mit einer Rauschbrille testen, wie schwer es ist, mit 0,8 Promille zum Beispiel einen Ball zu fangen. Diesen Wert simuliert die Brille. Über den Erfolg des Lautrer Westfestes und die harmonische Atmosphäre freute sich Helferin Ariane Lott. „Viele wohnen schon seit Generationen hier, ohne stolz darauf zu sein. Das Fest ist ein Anlass, alle zusammenzuführen. Das ist identitätsstiftend und etwas ganz Besonderes.“ Auch Tilman Grabinski, Pfarrer der Bonhoeffer-Gemeinde, freute sich, dass in diesem Jahr noch mehr Besucher gekommen waren, als im vergangenen Jahr. „Wir wollen was für Menschen aus dem Stadtteil machen, um zu zeigen, dass wir als Christen für sie da sind.“ Bei der Durchführung wurde er schon zum zweiten Mal von der Katholischen Pfarrei Heilig Geist, der Freien Evangelischen Gemeinde und der City Mission unterstützt. Zum ersten Mal an der Organisation mitbeteiligt waren auch die Sinti Gemeinde Rettungsboot und die freie Baptistengemeinde. Alle haben ihren Sitz im Stadtteil. „Wir haben unsere Differenzen hinten an gestellt und uns auf das konzentriert, was uns verbindet“, sagte Grabinski.