Ramstein
Die Brass Cats kehren umjubelt auf die Bühne im Congress Center zurück
Schätzungsweise zwischen 120 und 150 Besucher im Alter von drei Monaten (!) bis zum hochbetagten Rentner verfolgten den Auftritt, der sich allen Genres dieser Aufführungsgattung widmete, die es gibt. Mehr oder weniger chronologisch geordnet und changierend zwischen sogenannter E- und U-Musik, wie sie vor allem nach der Pause erklang. Wobei schon zu Beginn deutlich wurde, dass diese Art der Einteilung eine sehr oberflächliche ist, denn Jean-Joseph Mourets „Rondeau“ ist bis auf den heutigen Tag sehr populär.
In teils launigen Worten führte Friedrich Wilhelmi durchs Programm, in dem etwa bei der „Sonata“ aus den Bänkelsängerliedern hohe und tiefe Instrumente „gegeneinander“ antraten oder sich bei Tilman Susatos „Susato-Suite“ laute und leise Passagen in abruptem Wechsel aneinanderreihten. Im Schlusssatz, der „Pavane Battaille“, zeigten die Musiker dann, dass sie auch Techniken wie etwa den Einsatz der Doppelzunge bei blitzschnellen Tonrepetitionen einwandfrei beherrschen.
Pathos füllt den Saal
Nach einem Ausflug in die Hochromantik mit Engelbert Humperndincks Opernauszug aus „Hänsel und Gretel“ füllte elegisches Pathos in symphonischen Dimensionen den Saal des Congress Centers und entließ die Gäste in die Pause. Um anschließend unter anderem darzulegen, wie es zum Ensemblenamen kam. Denn Chris Hazell, Komponist und Arrangeur berühmter und bedeutender Brassensembles, hat seinen Katzen, jede mit einem eigenen Kopf und Wesen, musikalische Charakterstudien gewidmet, die das Programm abrundeten und von hör- und sichtbarer Spielfreude kündeten.
Ein Ausflug ins deutsche Volkslied durfte da nicht fehlen, wenn auch die Bearbeitung des legendären Kanons „Bruder Jakob“ aus der Feder von John Iveson durch die vielen überraschenden Wendungen und Variationen das vermeintlich abgetragene Lied in völlig neuem Gewand erscheinen ließ. Allzu viel Arbeit bereiteten die 13 Amateure ihrem Chef Malte Müller nicht, denn alle Einsätze kamen pünktlich und überzeugend, die Charaktere der jeweiligen Stücke wurden fast durchweg auf Anhieb getroffen, so dass der Abend eine intensive und ausgiebige Probenarbeit verriet. Frenetischer Applaus, zwei Zugaben.