Kaiserslautern Die Besitzer wechseln häufig
Der Gersweilerhof ist eine Annexe des 1969 eingemeindeten Dorfs Erlenbach. Auf dem Gersweilerhof leben rund 300 Menschen. Erbschaftsstreit, häufiger Besitzerwechsel durch Schenkungen, Verpfändung und Kauf prägen die Geschichte des Hofs, die sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.
Einen Besitzerwechsel des Hofs auf kommunalem Sektor von Erlenbach nach Kaiserslautern hätte sich wieder 1935 ergeben können. Die Stadt brachte damals den Autobahn-Brückenbau beim Gersweilerweg als Argument vor. Weil die Verkehrsverbindungen vom Gersweilerhof in die Stadt schon immer als problematisch angesehen wurden, war das ein zugkräftiges Argument. Das Ansinnen scheiterte am Stadtrat mit Argumenten des Naturschutzes hinsichtlich des zu erwartenden Straßenausbaus. Ein weiterer Versuch, den Gersweilerhof von Erlenbach abzutrennen und der Stadt zuzuschlagen, wird 1964 unternommen. RHEINPFALZ und Volkszeitung berichten über die Diskussionen, das Unterfangen scheitert am Landschaftsschutz, der in den 1960er Jahren mehr und mehr ins Bewusstsein rückt. Die Anbindung an die Stadt erfordere einen „erheblichen Eingriff“ in den Straßenbau. Auch nach der Eingemeindung 1969 steht die Verkehrsanbindung bis in die 1980er Jahre regelmäßig auf der Tagesordnung. Noch 1984 werden im Stadtrat Argumente vorgebracht, die kaum nachzuvollziehen sind: „Je besser ausgebaut, umso mehr Durchgangsverkehr ...“ „ Die K 9 wird für Fußgänger lebensgefährlich …“ Derzeit ist ein Sammeltaxi, ein Ruftaxidienst zum Bustarif, eingerichtet. Der Schulbus hält auf dem Gersweilerhof regelmäßig. Die nächste Bushaltestelle „Husarenäcker“ liegt in Erlenbach und ist etwa einen Kilometer entfernt. Wenn die Idee eines Saar-Pfalz-Kanals aus dem Jahr 1776 durch den Hagelgrund, das Eselsbachtal, realisiert worden wäre, ist anzunehmen, dass die Verkehrsanbindung des Hofs davon profitiert hätte. Die Saar-Pfalz-Kanal-Diskussion wurde erst im März 1986 (!), nach 210 Jahren ad acta gelegt. Die Straßen Ochsenberg und Im Gersweilerhof, die K 9, erhielten 1976 ihre offizielle Bezeichnung. Bis dahin hieß das ganze Siedlungsgebiet nur „Gersweilerhof“ mit meist nur geschotterten Straßen. Der Gersweilerhof hat seinen ländlichen Charakter mit Gemüse- und Blumengärten bewahrt. Als Ausflugsziel war der Hof stets beliebt. Im Stadtführer von 1902 steht: „Über die Waschmühle durch den Wald bis zum hochgelegenen Gersweilerhof führt der Weg zu einer viel besuchten Bauernwirtschaft.“ Es gab zwei Gaststätten, das Gasthaus Carra auf dem Hof und das Gasthaus Zum Hagelgrund im Eselsbachtal. Beide Wirtschaften sind verschwunden. Der Verschönerungsverein legte 1875 einen Spazierweg durch die Winterhalde ins Eselsbachtal zum Gersweilerhof an. In den 1930er Jahren drucken die Zeitungen regelmäßig romantische Beschreibungen der Wege durch das Eselsbachtal. In den 1920er Jahren wird auf dem Gersweilerhof gebaut. 1931 etwa berichtet die Pfälzische Presse von der „verhältnismäßig jungen Siedlung“.