Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die Band Sperling beeindruckt mit hypnotischen Passagen

Miteißend: die Band Sperling im Cotton Club.
Miteißend: die Band Sperling im Cotton Club.

Am Freitagabend zeigte das Quartett Sperling im bestens besuchten Cotton Club der Kammgarn, warum ihre Musik immer wieder aufhorchen lässt.

Die Band Vasi kratzte im Vorprogramm mit ihrem gleichnamigen agilen Frontmann das Publikum mit einer mitreißenden Auftaktshow, die in eine durchaus Sperling- ähnliche musikalische Richtung ging, ordentlich auf. Darauf konnte man aufbauen.

Und dann ging's richtig los. Mal extra hart, mal ausgesprochen emotional, aber niemals langweilig, entfalteten der Sänger und Bassist Johannes Gauch, Gitarrist Malte Pink, Schlagzeuger Joshua Heitzer und Cellist Luca Gilles ihren charakteristischen Stil irgendwo zwischen weiterentwickeltem Hardcore und zeitgenössischem Indie-Sound – und sogar mit großen Anteilen an rap-ähnlichen Elementen zwischendrin.

Elegischer Untergrund

Langeweile? Eben nicht. In keinem Takt, schon gar nicht in dieser besonderen Kombination. Dafür sorgten zusätzlich einige schwach auszumachende Partikel aus ganz anderen Genres, namentlich dem Jazz. Und hier war es vor allem der Klang des in einer Rockband nicht unbedingt erwartbaren Cellos, mit dem sich Luca Gilles oft unterschwellig, aber konstant wirkend im großen rockigen Überbau einbrachte – speziell dann, wenn die Band geradezu hypnotische Passagen mit traurig-elegischem Untergrund lieferte.

Apropos traurig: Auch die langen, melancholischen Texte der Band beschäftigen sich eher mit den abgeschatteten Seiten des Lebens. Davon zeugen tiefgründige und zum Nachdenken anregende Titel wie „Verlierer“, „November“, „Dünner als Papier“ und „Angst“. Auch in Sachen Texte herrscht bei Sperling eben Vielseitigkeit und Gegensätzlichkeit, wird auch schon mal bei aller Traurigkeit das Positive, das angenehm Erwartbare gesehen und thematisiert: „Und es geht schon wieder / Ich glaub es ist noch nicht zu spät für einen Weg alleine raus / Aber danke dass du fragst / Es geht mir gut“ (aus dem Titel „Es geht“).

Atmosphäre mit Handylampen

So spielte, sang und präsentierte man weiter, in eine immer dichter werdende Stimmung hinein. Eine ganz bezaubernde Atmosphäre erreichte die Band dann noch einmal im Schlussteil des Konzerts, als Gitarrist und Sänger mitten im Publikum, im dunklen Club, nur angeleuchtet von unzähligen Handylampen rundherum agierten. Gänsehaut pur.

Der Auftritt endete quasi auf dem Höhepunkt, als es am schönsten war – ohne jegliche Zugabe. Das war allerdings drei Lieder zuvor angekündigt und vom Publikum akzeptiert worden. Ein Konzert, das ständig für gute Überraschungen sorgte und dann als letzte positive Unwägbarkeit sauber endete. Das hatte Stil und wertete den ohnehin gelungenen Auftritt noch einmal auf.

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