Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die Apokalyptischen Reiter mit großer Show in der Kammgarn

Showeffekte und Musik mit deutschen Texten: Die Apokalyptischen Reiter begeistern in der Kammgarn.
Showeffekte und Musik mit deutschen Texten: Die Apokalyptischen Reiter begeistern in der Kammgarn.

Es dröhnt und blitzt, Nebelschwaden, Trommelschläge und Gitarrensoli zielen ins Publikum: Es ist die Nacht der Apokalyptischen Reiter in der Kammgarn.

Anders als ihre biblischen Namensgeber stand die Thüringer Metal-Band am Freitag in der Kammgarn nicht für Not und Entbehrung, sondern für abwechslungsreiche Musik und eine über Stunden hinweg währende angenehme Atmosphäre.

Die Apokalyptischen Reiter kamen nicht allein: Als Eisbrecher heizte das Kaiserslauterer Quartett Hammer King mit mehrschichtigem, auch in zurückgenommenen Passagen noch eindringlich wirkendem Metal mächtig ein. Es überraschte mit ausgesprochen melodischen Stücken wie dem schon etwas älteren „In the Kingdom of the Hammer King“ vom Debütabum der Gruppe, die bei aller namensgerechten Hammerhärte die Fans zumindest im Refrain immer wieder zum Mitsingen animierten.

Bandlogo, Ballons und Hammer

Und auch der äußere Rahmen stimmte. Sänger Titan Fox, Gitarrist Gino Wilde, Bassist Günt von Schratenau und Schlagzeuger Dolph A. Macallan integrierten wirkungsvoll eine große schwarze Fahne mit Bandlogo und riesige, im Publikum umhergestoßene Ballons in ihre Show. Auch das markante Markenzeichen der Gruppe, der XXL-Bühnen-Hammer, kam zum Einsatz.

Da fügte sich denn so einiges zu einem stimmigen Gesamtpaket, und es war kein Wunder, dass die vier Lautrer nicht nur etwa wegen eines Heimspiel-Bonus an diesem Abend mit reichlich Erfolg das Kasino des Hauses rockten.

Charismatischer Frontmann

Die Apokalyptischen Reiter hätten keine Anheizer gebraucht, die seit fast 30 Jahren bestehende Profiband hätte es auch so geschafft, das Publikum vom ersten Ton an zu begeistern. So indes stiegen die Vier auf dem schon vorhandenen hohen Stimmungsniveau ein und setzten noch ordentlich eins drauf.

Vornehmlich tat man das mit der reinen Musik. Titus Garz (Gitarre), Volkmar Weber (Bass), Ronny Garz (Schlagzeug) und insbesondere Sänger Daniel Fuchs Täumel als charismatischer Frontmann bedienten sich dabei vor allem beim klassischen Metal, den sie dann aber mit zahlreichen Elementen aus dessen Sub-Genres und Nebenlinien vermischten – plus Einsprengseln aus weiter entfernten Stilen bis hin zum Folk. Das ist schon eine beachtliche kreative und interpretatorische Leistung. Es entsteht ein ziemlich homogener Personalstil von hohem Wiedererkennungswert, dessen innere Vielseitigkeit erstaunt, kraftvoll mitreißt und eben damit für eine anhaltend ausgelassene Stimmung wie an jenem Abend in der Kammgarn sorgen kann.

Deutsche Texte

Dazu dienten auch die weite Bereiche abdeckenden deutschen Texte der Band, Titel, in denen es um harte Kämpfe und düstere Gedanken geht, aber auch um heitere Momente („Sonne scheint“) und – geballt in dem Stück „Franz Weiss“ – um tiefe Gefühle, große Sehnsüchte und starke Erinnerungen. Das geht ins Ohr und ins Gemüt.

Die Band kam gut an in der Kammgarn. Sie ließ die Zuhörer mitgehen, mitsingen, mitklatschen und aktiv mitmachen, als zwei begeisterte junge Konzertbesucherinnen bei einem Song in einem bereitgestellten Schlauchboot von hunderten von Händen über die Köpfe aller hinweg durch die Menge getragen wurden.

Starke Gemeinschaft

Solche Elemente zeugten indirekt von einer starken Gemeinschaft aller auf und vor der Bühne. Sie sorgten mit Showelementen wie dem Trommel-Intermezzo mit zwei Riesen-Instrumenten, Licht- und Pyrotechnik-Effekten und Nebelwolken für eine bis weit hinter die Zugabe reichende ständig glühende Atmosphäre. Qualität, Energie, Stimmung, Zufriedenheit. So sollen gute (Doppel-) Konzerte sein.

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