Kaiserslautern
Deutsch-Amerikanisches Bürgerbüro hilft bei Fragen zum Zusammenleben
Zwei Jahre nach den Terrorattentaten am 11. September 2001 auf zivile und militärische Einrichtungen in den Vereinigten Staaten hatte das Miteinander zwischen Deutschen und Amerikanern in der Stadt und der Region viel von seiner bis dahin üblichen Lockerheit verloren. Als eine zentrale Anlaufstelle für beide Seiten hat daraufhin Oberbürgermeister Bernhard Deubig das lange weltweit einzige Verbindungsbüro seiner Art gegründet.
„Der Brückenbau ist gelungen. Es gibt nur positive Rückmeldungen“, unterstreicht Roberto DaCosta, Vorsitzender von Gaco und Leiter des Verbindungsbüros auf dem Flugplatz Ramstein. Bei rund 54.000 Amerikanern in der Region ergäben sich für Neuankömmlinge wie für deutsche Mitbürger viele Fragen, viele ungewohnte Situationen. Was bei den einen häufig die Reizüberflutung sei, sei bei den Deutschen oft der Kontakt in der fremden Sprache. Die Corona-Verordnungen mit ausschließlich telefonischen Kontakten habe zuletzt erst wieder die Bedeutung des Verbindungsbüros gezeigt.
Große Bandbreite an Fragen zum Leben in Deutschland
Sissi Kösling und Elke Sittel haben die Entwicklung des Gaco von Beginn an miterlebt. Am Anfang habe von beiden Seiten niemand wirklich gewusst, wofür sie denn da seien und was sie tun, schildern sie. Das habe sich geändert – nicht zuletzt dank einer gelungenen Vernetzung und Verzahnung mit allen möglichen offiziellen Stellen. Heute sieht sich das Bürgerbüro längst als „Vermittler zwischen den Kulturen“. Sätze wie: „Es ist so wunderbar, dass es euch gibt; ich hätte nicht gewusst, wo ich sonst mit meinen Fragen anfangen sollte“, höre das Team öfter.
Ob’s an der Sprachbarriere liegt oder an den noch unbekannten Regeln, die in Deutschland gelten: Fragen wie „wo bekomme ich einen Parkausweis, wo einen internationalen Führerschein, wo beantrage ich für Angehörige ein Visum für ein Drittland?“ sind Routine. Themen, die dem Neuankömmling zu schaffen machen können, sind dagegen die „Dos und Don’ts“ in der Tierhaltung, Regeln zu allgemeinen Ruhezeiten, Mülltrennung, Schneeräumen oder das Verbot, seinen Motor einfach mal ein paar Minuten warmlaufen zu lassen. Manche Amerikaner möchten sich auch gerne in einer freiwilligen Tätigkeit einbringen und fragen deshalb im Gaco nach. Und es gibt immer wieder auch Fragen zum kulturellen Leben in der Region oder im Zusammenhang mit Ehen zwischen Deutschen und Amerikanern.
Info-Touren durch die Stadt sind momentan ausgesetzt
„Gaco ist nie langweilig, sondern immer eine neue Herausforderung“, betonen Sissi Kösling und Elke Sittel. Sie fühlten sich nie „nicht zuständig“, nur dauere es manches Mal etwas länger, eine Antwort zu finden. In Vor-Corona-Zeiten veranstaltete das Büro regelmäßige Informationstouren durch die Stadt. Jetzt freut sich das Team darauf, diese so bald als möglich wieder aufnehmen zu können. Das Team versucht auch immer wieder, amerikanische Vereine, Schulen und Bands bei Veranstaltungen wie beispielsweise dem Weihnachtsmarkt zu integrieren.
Eingebürgert haben sich Gaco-Leiter DaCosta zufolge in jüngster Zeit persönliche monatliche Treffen zwischen dem Kommandeur der Kaiserslautern Military Community (KMC) und dem Oberbürgermeister der Stadt – den beiden Schirmherren des Bürgerbüros in der Lauterstraße.