Kaiserslautern „Der Wochenmarkt hat Alleinstellungsmerkmal“

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Die Beschicker des Wochenmarktes in Kaiserslautern trotzten gestern in den frühen Morgenstunden leicht frostigen Temperaturen. Doch nicht lange und die Wintersonne erfreute mit ihren wärmenden Strahlen die Gemüter von Händlern und Kunden. Die RHEINPFALZ befragte am letzten Dienstagsmarkt des Jahres die Marktbeschicker, wie sie mit ihren Geschäften in diesem Jahr zufrieden waren.

Walter Eckel

, Inhaber des handwerklichen Metzgereibetriebes in Cronenberg, hat gut lachen. „Ich bin zufrieden mit dem Wochenmarktgeschäft. Der Umsatz ist mindestens so gut wie im Vorjahr. Alleine, den Umsatz zu halten, ist schon ein Erfolg.“ Die Kundenfrequenz sei gut. Auch kann sich Walter Eckel über neue Kunden freuen. Kunden, die es früher zur Metzgerei Speyerer gezogen habe, ziehe es nach deren Schließung auch an seinen Stand. Der Samstagsmarkt sei sehr gut, ebenso der Dienstag. Der Markt donnerstags in der Königstraße sei ein Problem, verweist er auf überwiegend ältere Kundschaft, die nicht mehr so gut zu Fuß sei. Neben frischem Fleisch von Kalb, Rind und Schwein aus eigener Zucht und Schlachtung ist bei der Landmetzgerei Eckel der Kuseler Musikantenrollbraten gefragt. „Man kann ihn auch aufschneiden und die Stücke als Steak braten“, so Eckel. Am Stand begehrt sind auch Wildspezialitäten. In Sachen Wild kennt sich das Ehepaar Walter und Hannelore Eckel aus. Beide gehen im Kuseler Land auf die Jagd und bieten Reh und Wildschwein zum Verkauf an, die sie selbst erlegt haben. Karl Pletsch, Betreiber des „Rolling Snack“ und stellvertretender Vorsitzender des Wochenmarktvereins, spricht von einem „guten Jahr“. Natürlich seien die Geschäfte auf dem Markt immer vom Wetter abhängig. Grundsätzlich sei er zufrieden. Er freut sich, dass es ihm zusammen mit Manfred Boll vom gleichnamigen Imbissbetrieb gelungen sei, mit dem Aufstellen von Tischen und Bänken eine Ruhezone im Bereich der Imbissstände geschaffen zu haben. Über die beiden Wochenmarktfeste im April und im September hinaus schwebe dem Verein eine Erweiterung der Festivitäten auf dem Samstagsmarkt vor. „Warum sollen wir nicht Portugiesen, Amerikanern und Vereinen eine Plattform bieten, sich mit Aktivitäten zu präsentieren?“ Wochenmarktfeste seien von der Kundschaft gerne gesehen. „Die Leute kommen. Man muss nur etwas für sie tun.“ Ebenso schwebt Karl Pletsch vor, verstärkt Klassen von Grundschulen einzuladen und Schülern zu zeigen, wie gut frisches Obst und Gemüse schmeckt. „Der Lauterer Wochenmarkt hat ein Alleinstellungsmerkmal, und das müssen wir nutzen.“ Jürgen Mollé, mit Schnittblumen und Topfpflanzen in zweiter Generation seit 60 Jahren auf dem Wochenmarkt, spürt die Konkurrenz von Super- und Verbrauchermärkten. Der Umsatz sei rückläufig. Die Kundenfrequenz schlechter geworden, verweist er auf längere Ladenöffnungszeiten bis 22 Uhr. „Früher kamen die ersten Kunden gegen 6 Uhr, heute wird es 10 Uhr, bis die ersten hier eintreffen.“ Noch gehe es, gerademal hart am Limit. Im Sommer, in der Erdbeer- und Spargelzeit, sei es etwas besser. An diesem kalten Dienstag ist Jürgen Mollé, der wöchentlich aus Erpolzheim nach Kaiserslautern anreist und seine Ware überwiegend vom Großmarkt in Mannheim und direkt aus Holland bezieht, nur mit einem eingeschränkten Blumensortiment vertreten. Nicht fehlen dürfen zu dieser Jahreszeit die ersten Tulpen, Primeln und Narzissen. Der Frühling werfe seine Schatten voraus. Doch vorab gefragt sind zu Silvester und Neujahr Töpfchen mit Glücksklee, dekoriert mit einem Schornsteinfeger als Glücksbringer. Roland Wenger ist an seinem 20 Meter langen Stand, an dem eine mit roten Glocken geschmückte Tannengirlande an das zurückliegende Weihnachtsfest erinnert, von farbigen Früchten und buntem Gemüse umgeben. Auch wenn es weniger geworden sei, sei er im Großen und Ganzen zufrieden. Fehlende Parkplätze und das Angebot der Supermärkte macht er für den Rückgang von Kunden verantwortlich. Noch kann er mit seinem Kundenstamm zufrieden sein. Anders auf dem Markt in der Königstraße. „Das wird von Jahr zu Jahr weniger“, so der 68-Jährige, der dem Wochenmarktverein zehn Jahre vorstand. Positiv sieht er, dass sich seine Kunden verjüngen. Junge Familien mit Kindern sind es, die an Samstagen zum Einkaufen kommen und mit Obst und Gemüse nach Hause gehen. Nicht missen will er in seinem Angebot, zu dem Exoten wie Papaya, Mango, Datteln und Feigen gehören, den frisch gepressten Saft aus Orangen. Dass er im Dezember noch Rucola aus der Pfalz anbieten könne, sei ein Novum im Dezember und auf die milden Temperaturen zurückzuführen. Erst seit September unter den Marktbeschickern ist Hans-Georg Segieth. Der gebürtige Hamburger hat den Fischstand Schira seines Vorgängers Klaus Zischke übernommen und freut sich, den Lauterern ein große Vielfalt an Meerestieren anbieten zu können. „Ich bin bis jetzt zufrieden“, sagt der Fischhändler. Lobt das Angebot und die Atmosphäre des Wochenmarktes. Die Fischbratküche, wie sie sein Vorgänger betrieben hat, hat er zwar zurückgefahren, das Angebot an leckeren Fischbrötchen dafür übernommen. Eben ist er dabei, Cocktailgarnelenspieße zu bestücken. „Eine Delikatesse“, weiß der Fischliebhaber. Ebenso die Auswahl an Tintenfisch in verschiedenen Formen und Größen als Pulpo und Calamaretti, Langustenschwänzen und Garnelen. Fangfrisch aus Zuchtgewässern im Eußertal präsentiert er Silvesterkarpfen, Forellen und Zander. Aus dem Meer Rotbarsch und Steinbutt, Seeteufel und Dorade. Lecker schaut die Fischpfanne mit frischem Gemüse, mit Stücken von Lachs, Rotbarsch und Kabeljau aus. Darius Meraj, bekannt für sein „Tiroler Bauernstandl“, hat sich im zu Ende gehenden Jahr vergrößert. Seinen vier Meter langen Verkaufsstand hat er gegen einen Sechs-Meter-Stand eingetauscht. „Es läuft hervorragend! Ich bin sehr zufrieden mit dem Geschäft.“ Seit Oktober ist er mit dem neuen und besser ausgestatteten und beleuchteten Verkaufswagen auf dem Stiftsplatz und in der Königstraße präsent. Mit einer größeren Auswahl und einer ansprechenden Präsentation an Wurst- und Käsespezialitäten aus Tirol kommt er beim Lauterer Publikum an. Seit 2002 gehört er zu den Marktbeschickern. Seit dieser Zeit geht es aufwärts. Mit Tiroler Schmankerln wie Wurzn und Speck, Bauernbrot, Fasslbutter und Konfitüren, mit Bergkäse, Ziegen- und Schafskäse sorgt er dafür, dass der Geschmack aus der alpenländischen Urlaubsregion auch zu Hause erlebbar ist. Mit seinem neuen Verkaufsladen hat Darius Meraj auch Platz für eine neue Schneidemaschine und neue Kundschaft gewonnen. (jsw)

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