Kaiserslautern Der Vorlagenriecher
Kaiserslautern. Matthias Mink muss noch was loswerden. Der Trainer des TSV Steinbach geht nach der Pressekonferenz und der 0:3-Niederlage seines Teams im Fritz-Walter-Stadion zu FCK-II-Trainer Hans Werner Moser und entschuldigt sich: „Ich hab’ das nicht so gemeint.“
Minuten vorher hatte er seinem Ärger Luft gemacht, war enttäuscht von der „sehr, sehr ärgerlichen und bitteren Niederlage“, von der „desolaten Gesamtleistung“ seiner Mannschaft, der „schlechtesten Saisonleistung“. Wegen der Kaiserslautern nicht viel in die Waagschale habe werfen müssen, um zu gewinnen. Moser hatte das nicht so stehen lassen wollen. „Ich nehme das mal als Kompliment“, hatte er erklärt und darauf hingewiesen, dass sein Team die vierte Woche hintereinander gegen angeblich „desolate Mannschaften“ gespielt habe, Mannheim und Hoffenheim vorgeführt habe. Und er hatte durchklingen lassen, dass das vielleicht nicht immer nur am Gegner liege, sondern vielleicht doch am FCK. Der 1. FC Kaiserslautern II, vor der Partie Drittletzter, führte tatsächlich auch den Tabellendritten vor, der seine erste Torchance in der 40. Minute hatte, die Torwart Jan-Ole Sievers aber sensationell Richtung Latte entschärfte. Davor spielte nur der FCK und ging nach neun Minuten durch einen schnellen Konter von Nils Seufert und den Treffer von Dino Bajric verdient in Führung. Es hätten ein paar Tore mehr sein können, aber der Ball wollte wieder mal nicht ins Netz, obwohl es die Chancen gab. TSV-Torwart Frederic Löhe fing Christoph Beckers satten Schuss kurz vor der Linie ab (4.), Seufert schoss aus 25 Metern knapp vorbei (6.), Tino Schmidt war von einer Flanke von Max Dittgen überrascht und legte den Ball rechts vorbei (16.), Sebastian Jacob zimmerte die Kugel nach einem schnellen Angriff über Seufert, Dittgen und Bajric daneben (33.) und scheiterte sieben Minuten später am Torwart. In Minute 70 war Jacob dann aber erfolgreich und erhöhte nach Pass von Dittgen auf 2:0. Sievers konnte sich nochmal auszeichnen, lief Giuseppe Burgio entgegen, der allein auf ihn zukam, Burgio zog ab, der FCK-Keeper parierte (85.). Schmidt gab Steinbach den Todesstoß, erhöhte in der 90. Minute auf 3:0. „Ein gutes Gefühl, mal zu punkten“, gab Bajric hinterher zu. Auch er hatte wie sein Trainer das Drama von Hoffenheim, die 0:2-Niederlage trotz eines überragenden Kampfes, noch nicht ganz verdaut. „Wir erarbeiten uns die Chancen, aber da ist nichts reingegangen.“ Diesmal sollte es anders laufen. Der Plan lautete, Steinbach so früh wie möglich unter Druck zu setzen. „Wir wussten, dass sie damit Probleme haben.“ Dass das Spiel zwischenzeitlich körperbetont war, es etwas härter zur Sache ging, überraschte Bajric nicht. „Man hat gemerkt, dass es Herrenfußball ist“, sagte er mit einem Schulterzucken. Dittgen, der eine Flanke nach der anderen geschlagen hatte, fand zwar, dass es noch das ein oder andere Tor hätte mehr sein können, gab aber auch zu: „Wir haben nicht unbedingt mit drei Punkten gerechnet.“ Dass er selbst sonst mit den Profis auf dem Übungsplatz steht, seinen Kollegen lediglich einmal beim Abschlusstraining die Bälle zugeschoben hat, war nicht zu spüren. Im Gegenteil, er schien sich mit seinen Nebenleuten blind zu verstehen. „Ich kenne die Jungs ja. Der ein oder andere trainiert bei uns häufiger mit.“ Und das Zusammenspiel? „Das kommt von allein.“