Metal-Opera RHEINPFALZ Plus Artikel Der Pfälzer Musiker Jürgen Walzer treibt sein „Dispyria“-Projekt voran

Erweitert kontinuierlich sein „Dispyria“-Universum: Jürgen Walzer.
Erweitert kontinuierlich sein »Dispyria«-Universum: Jürgen Walzer.

Der Kaiserslauterer Komponist und Musiker Jürgen Walzer ist mit seinem „Dispyria“-Projekt inzwischen bis nach Übersee bekannt. Nun hat der Westpfälzer den nächsten Schritt gewagt.

Das „Dispyria“-Projekt des Kaiserslauterer Komponisten und Musikers Jürgen Walzer hat sich seit seinen Anfängen 2012 zu einem kleinen, aber gehaltvollen Universum ausgeweitet: Mittlerweile gibt es zu der vielschichtigen, in Wort und Ton umgesetzten Fantasy-Geschichte um Josh Devon und seine Antagonistin Aelyrea zwei CDs, mehrere Videoclips, einen Roman, viele professionelle Illustrationen, ein umfängliches Storybook und nicht zuletzt etliche erfolgreiche Livekonzerte mit Material aus den Progressive Rock-Alben. Am 10. Februar kommt mit „Dispyria – The Story of Marion Dust“ nun der dritte Teil der inzwischen selbst in Übersee bekannten Metal-Opera auf den Markt.

„Markt“ trifft es diesmal besonders gut, denn Walzer ist es im letzten Jahr gelungen, einen Vertrag beim Platten-Label El Puerto Records zu unterzeichnen. Und das übernimmt nun die internationale Vermarktung. Damit hat der Künstler nach all den Jahren nun auch auf dieser Ebene endlich die verdiente Anerkennung gefunden.

Es macht ganz einfach Spaß

Bei seinen Fans hat Jürgen Walzer und seine an den Produktionen beteiligte „Dispyrians“-Crew diese freilich schon längst erhalten. Der Inhalt der fesselnden Geschichte, die in ihrer Entwicklung nachvollziehbar gezeichneten Figuren, ganz besonders natürlich die dazu passende musikalische Gestaltung der programmatischen Konzept-Alben – da passte schon immer alles fugenlos zusammen. Es machte ganz einfach Spaß, den verwinkelten, immer wieder Neues offenbarenden Gängen in der Story-Entwicklung und im Rock-Sound nachzuspüren. Und so ist es auch diesmal wieder.

Nein, Korrektur: Es ist noch besser geworden. Zu der logischen Reifung über die Zeiten der Entwicklung hinweg sind bei „The Story of Marion Dust“ nämlich auch diesmal wieder einige altbekannte, etliche neue, auf jeden Fall aber ganz spezielle und fähige Mitstreiter an Walzers Seite. Allein deren Kooperation hievt das neue Album noch einmal auf eine neue Qualitätsebene.

Solide Riege aus Pfälzer Landen

Da sind zum einen (auf jeweils einigen Titeln) Sabrina Roth und Stephan Hugo als Background-Vokalisten, Wolfgang Sing und Markus Pfeffer an den Lead-Gitarren, Ale Martin als sonorer Tenor und Roland Moschel hinter der Hammond-Orgel zu hören. Da ist schon mal eine solide Riege aus Pfälzer Landen. Als Haupt-Sänger fungieren dann neben Ralf Scheepers (Primal Fears) und Carsten „Lizard“ Schulz meistens kein Geringerer als der amerikanische Vokalist Zak Stevens (Savatage). Dessen Ehefrau Kate hat dabei jeweils die anspruchsvollen Texte geschrieben, die ihr Mann dann über die von Walzer komponierte Musik einsang. Moderne Technik brachte alles trotz räumlicher Entfernung sauber zusammen.

Das Zusammen- und Fortführen ist auch ein Feature der Geschichte an sich. Während im ersten Teil der „Dispyria“-Reihe „A Dream Therapy“ (2012) die Basis der Story gelegt wurde, begegnet Protagonist Josh Devon sieben Jahre später auf „The Journey to Aelyrea“ der titelgebenden Dämonin. Manch anderer Kreative hätte es jetzt bei dieser Konstellation belassen. Walzer aber beleuchtet im aktuellen Album nun bislang dunkel gebliebene Hintergründe, erklärt vom Opener „A Girl called Marion“ über das entscheidende Ereignis in „Blue Mirror“ bis hin zum Punkt ohne Wiederkehr in „Pandora’s Box“ die verstörende Entwicklung des verschüchterten Mädchens Marion hin zur grausamen Aelyrea.

Musik, die unter die Haut geht

Was die Geschichte hergibt, manifestiert sich auch in der dichten, in die Tiefe und unter die Haut gehenden Musik. Gesprochene Passagen, wie Beschwörungsformeln wirkende Parts (etwa im Titel „Firechild“, der gleichzeitig mit dem CD-Release als Videoclip veröffentlicht wird), dann geradezu opernhaft anmutende Teile in „The Resistance“ – Walzer lässt nichts aus in dieser grundsätzlich hardrockig-metalligen Progressive-Rock-Welt von „Dispyria“.

Und dann erst diese Gitarren-Soli. Was etwa Markus Pfeffer im letzten Stück des Albums, „The Curse“, hinlegt, bewegt sich in Ausdruck, Technik und Tempo auf höchstem Niveau. Da bleibt einem beim Zuhören schon mal glatt die Luft weg.

Fortsetzung ist bereits in Planung

Zwei Gimmicks runden das Gesamtpaket der Produktion ab: zum einen das Booklet in der physischen CD mit allen sprachlich hochstehenden Texten zum Mitlesen. Zum anderen ein großes Storybook mit den beeindruckenden Grafiken des Künstlers Timo Würz. Hierin ist dann auch die hochwertige, auf Deutsch verfasste Geschichte aus der Feder Jürgen Walzers nachzulesen.

Und diese Story mit Josh Devon, Aelyrea, den „Seelenreißern“ und all den anderen interessanten Charakteren ist auch jetzt noch nicht auserzählt. Ein (mindestens) weiteres „Dispyria“-Album ist bereits in Planung.

Info

Jürgen Walzers Album „Dispyria – The Story of Marion Dust“ und das Storybook (über das Plattenlabel) ist ab Freitag, 10. Februar, unter anderem über die bekannten Vertriebsportale zu beziehen. Weitere Informationen zu den Künstlern, dem Werk und dessen Bezugsmöglichkeiten findet man im Internet unter https://shop.el-puerto-records.com, www.facebook.com/dispyria und dispyria.com. Die Videos zu „Blue Mirror“ und „The Curse“ sind bereits auf YouTube zu sehen, ab morgen ist dort auch das dritte Video zum Album, „Firechild“, abzurufen.

Martialisch: Cover zur neuen Produktion.
Martialisch: Cover zur neuen Produktion.
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