Kaiserslautern
Der ehemalige Leiter des Polizeipräsidiums Westpfalz, Gerd Braun, ist tot
Als Leiter des Polizeipräsidiums Westpfalz und als Chef des Kaiserslauterer Rechts- und Ordnungsamtes lag ihm die Sicherheit der Bürger am Herzen.
1992 war es, als Rheinland-Pfalz die Polizeiorganisation reformiert und aus 36 selbstständigen Polizeibehörden fünf große Präsidien gebildet hat. An der Spitze eines dieser Präsidien, „flächenmäßig größer als das Saarland“, hat er gerne betont, stand Gerd Braun. Mit 1000 Beamten und 200 weiteren Mitarbeitern war er für die Sicherheit von 540.000 Einwohnern sowie für 40.000 US-Stationierungsstreitkräfte verantwortlich. Die Grenze zu Frankreich forderte eine enge Zusammenarbeit mit der französischen Polizei.
Nach World-Trade-Center-Anschlag stark gefordert
Was Gerd Braun über seine Pensionierung im Jahr 2003 hinaus nicht vergessen hat, waren die Anschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 – eine Situation, die dem Polizeipräsidenten wegen der benachbarten, großen US-Militärgemeinde schlaflose Nächte bereitet hat. Noch bevor Mainz reagieren konnte, hat er auf der Grundlage von Katastrophenplänen eine verstärkte Bewachung angeordnet, um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein. „Mit der großen Militärgemeinde waren wir gefordert wie kein Präsidium in Deutschland“, hat er sich 20 Jahre nach den Anschlägen erinnert.
Noch während seiner Amtszeit konnte der von ihm umgeplante Neubau des Polizeipräsidiums für rund acht Millionen Euro an der Logenstraße eingeweiht werden. Angestoßen hat er auch den zweiten Bauabschnitt des Präsidiums. Später zog die Kriminalpolizei in diesen Gebäudeteil ein. Wichtig war Gerd Braun, in der Öffentlichkeit ein neues Verständnis für die Arbeit der Polizei als Dienstleistung zu schaffen. Die Wahrung und Herstellung der inneren Sicherheit ist schließlich die Aufgabe der Polizei.
Er wollte möglichst viel Grün um die Stadt
Braun fühlte sich bei der Polizei – „einer großen Familie“ – geborgen. Dort fühlte er sich „in der Kantine wie daheim“, sagte Gerd Braun anlässlich seiner Pensionierung gegenüber der RHEINPFALZ in einem Abschlussgespräch. Sein gutes Miteinander mit der Bereitschaftspolizeiabteilung in Enkenbach-Alsenborn würdigte Dieter Frank, der damalige Leiter der Bereitschaftspolizei, mit der Auszeichnung des bronzenen „Gendarm“.
Vor seinem Amt als Polizeipräsident stand Gerd Braun in seiner Eigenschaft als Stadtrechtsdirektor über 22 Jahre dem Rechts- und Ordnungsamt bei der Stadtverwaltung Kaiserslautern vor. Gleichzeitig leitete er die Verwaltungsschule. Als Beauftragter für Umweltschutz setzte er sich dafür ein, dass möglichst viel Grün um die Stadt erhalten bleibt. Seine Zeit als Regierungsassessor leistete er ab Januar 1968 bei den Landratsämtern Alezy und Kusel sowie beim Innenministerium in Mainz.
Für die SPD im Ortsbeirat Dansenberg
Gerd Braun stammt aus Rammelsbach. In München, Freiburg und Saarbrücken studierte er Jura. Verheiratet war der Vater eines Sohnes mit der Journalistin Uta Mayr-Falkenberg. Mit ihr lebte er bis zuletzt in Dansenberg. Auf dem „Balkon von Kaiserslautern“ fühlte er sich wohl und zuhause. Im Ruhestand engagierte sich Gerd Braun von 2004 bis 2019 für die SPD im Ortsbeirat Dansenberg. Als „kompetent, sachlich fair, korrekt und immer auf die Ortsteilpflege bedacht“, ist er Ortsvorsteher Franz Rheinheimer in bester Erinnerung.
Weil Gerd Braun der Charakter Dansenbergs wichtig war, war er gegen eine weitere Bebauung der noch vorhandenen Freiflächen um seinen Wohnort. Bei der Bewirtschaftung des Waldes sollte dessen Erholungsfunktion stärker berücksichtigt werden. Als Naturfreund war er gerne in Burgund und in den Schweizer Bergen unterwegs. Er hatte ein Faible für Kunst und Literatur.