Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Der 1. FFC Kaiserslautern: Fußball ist dort Frauensache

Der 1. FFC Kaiserslautern ist seit 2022 auf dem Gelände in der Vogelwoogstraße beheimatet. Sabine Weichel-Muders und der neue Tr
Der 1. FFC Kaiserslautern ist seit 2022 auf dem Gelände in der Vogelwoogstraße beheimatet. Sabine Weichel-Muders und der neue Trainer der ersten Mannschaft, Ruben Gröber, zeigen einen der Rasenplätze.

Vereinssache: Der Fußball bestimmt Kaiserslautern, in dieser Sparte noch ein Unikat zu sein ist angesichts zahlreicher Vereine, die Wochenende für Wochenende in den verschiedensten Ligen kicken, schwer möglich. Für den 1. FFC gilt trotzdem genau das: Es ist der einzige reine Frauenfußballclub in der Stadt.

2017 ging es beim 1. FFC los – doch nicht in Kaiserslautern, sondern zunächst noch in Sembach. Das Gelände des ASV war das erste Domizil des neu gegründeten Vereins. 2022 folgte dann der Umzug nach Kaiserslautern. „Wir wollten unbedingt in die Stadt, gerade auch um unsere Sichtbarkeit zu erhöhen. Hier sind wir als Verein jetzt wirklich gut zu sehen“, sagt Sabine Weichel-Muders. Sie ist Vorstandsmitglied und im Verein auch für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Wir hatten damals zunächst eine Kooperation mit dem SV Morlautern“, erzählt sie. Das Gelände nutzten beide Vereine gemeinsam. Der SVM zog sich schließlich aber wieder auf das eigene Hauptgelände zurück, „und wir haben dann Morlautern die Gebäude abgekauft und die Pachtverträge zu 100 Prozent übernommen“. Das war im Herbst 2022.

Zusammen mit Trainer Ruben Gröber zeigt Weichel-Muders, was sich auf dem ehemaligen ESC-West-Gelände an der Vogelwoogstraße getan hat und tut. Etwa 44.000 Quadratmeter sind es, sagt Weichel-Muders, drei Rasenplätze, zwei davon stehen für Ligaspiele bereit, der dritte dient dem Training. 329 Mitglieder hat der Verein zurzeit. Zu dem Gelände gehört außerdem eine Vereinsgastronomie, zwei kleine Hallen, die in den Wintermonaten häufiger bei den Kleinsten zum Training genutzt werden, ein Kraftraum sei dort eingerichtet.

Von vier auf elf Mannschaften in sieben Jahren

Direkt nach Gründung des Vereins startete der 1. FFC Kaiserslautern mit vier Mannschaften, mittlerweile sind es elf, vor allem der Jugendbereich „explodiert“. Fast alle Jahrgänge sind doppelt besetzt, ab dem E-Juniorinnen-Alter können Mädchen beim 1. FFC Fußball spielen. Die erste Damenmannschaft tritt in der Verbandsliga Südwest an. Zu den größten Vereinserfolgen der noch jungen Klubhistorie gehören ein zweiter Platz in der Frauen-Verbandsliga in der Saison 2022/2023 und der Aufstieg der B-Juniorinnen im selben Jahr in die Bundesliga. Beides seien leistungsbezogene Teams, doch darüber hinaus gebe es mit einer zweiten Mannschaft in der Bezirksliga und zahlreichen Jugendteams auch viele breitensportlich orientierte Spielerinnen beim FFC. 14 Trainer kümmern sich um die Jugend, dazu kommen drei Inklusionstrainer und drei Frauentrainer. „Wir suchen aber noch mehr“, sagt Weichel-Muders.

In der lokalen Hierarchie steht die erste Frauenmannschaft, die unter Gröbers Leitung in das dritte Verbandsligajahr geht, (noch) hinter dem SC Siegelbach, der schon seit vielen Jahren ein Frauenteam an den Start schickt, das es bis in die Regionalliga schaffte. Ein reiner Frauenfußballverein ist Siegelbach nicht. Genau das will der 1. FFC bieten, um das Angebot für Mädchen zu erweitern, sagt Weichel-Muders.

„Ein Gelände, das nur ihnen gehört“

Die Motivation, die vor etwa sieben Jahren zur Gründung geführt hat, ist die gleiche geblieben: „Hier darf jedes Mädchen, jede Frau Fußball spielen, die Spaß daran hat. Als reiner Mädchen- und Frauenfußballverein haben wir schon ein Alleinstellungsmerkmal. Wir wollen den Frauen und Mädchen das geben, was sie verdient haben. Wenn die Mädchen älter werden, können sie irgendwann nicht mehr mit den Jungs zusammen spielen, sie haben einen anderen Körperbau, es ist eine andere Art Fußball dadurch. Eigene, gute Plätze und ein Gelände, das nur ihnen gehört, wollen wir bieten“, erklärt Weichel-Muders.

Mit Gröber als Trainer steht der FFC vor einem Umbruch, berichtet er. Denn seit der 1. FC Kaiserslautern bekannt gegeben hat, dass er doch bereits ab kommender Saison eine eigene Mannschaft im Frauenbereich stellt, „haben wir natürlich auch Abgänge“. Der Name habe einfach Gewicht in der Stadt. Er selbst sei aber der Beweis dafür, dass „der Weg auch andersrum geht“, fügt Gröber hinzu. Er kommt aus dem Nachwuchsleistungszentrum Fröhnerhof zum FFC. Fünf Jahre war er für den FCK-Nachwuchs zuständig, „es ist mein erstes Jahr im Damenfußball“. Der Klassenerhalt in der Verbandsliga habe da zunächst Priorität, und „dass dort ein Team entsteht“, sagt der Trainer. Mittelfristig sei das Ziel aber die Regionalliga, „wir geben aber nicht vor, wann das sein soll“, ergänzt Weichel-Muders.

In der Vergangenheit gab es Überlegungen mit dem FCK enger zu kooperieren: Dass es nicht so gekommen sei, sei „schade, wir wären gerne im FCK aufgegangen“, dennoch sei das Verhältnis nach wie vor gut, frühere FFCler seien beim FCK und umgekehrt, erläutert das Vorstandsmitglied.

Der Nachwuchs sorgt für Vereinswachstum

Sorgen vor zu wenig Spielerinnen in der Jugend müsse sich der Verein nicht machen, der Klub wachse. Doch bei allen Ambitionen „ist uns das Miteinander sehr wichtig, bei uns darf jedes Mädchen und jede Frau Fußball spielen, wir finden dann was, was zu der Spielerin passt“, erklärt Weichel-Muders. Seit 2022/2023 gibt es ein Inklusionsteam für Spielerinnen mit Beeinträchtigung. Die Idee: Aus der B-Jugend kommen Patinnen dazu, die mit ihnen trainieren. Andere Jugendteams engagierten sich bei Spielenachmittagen in Seniorenheimen, organisierten eine Vereinsfaschingsparty oder renovierten ihre Kabine selbst, gibt Weichel-Muders Beispiele dafür, dass der Verein auch auf das gesellschaftliche Miteinander achte.

Das breite Angebot sei auch eine Herausforderung. Drei- bis viermal pro Woche werde bei den leistungsorientierten Teams trainiert, dazu kommen die Spiele, „da könnten wir sehr gut noch einen weiteren Platz gebrauchen“. Ein Traum sei ein Kunstrasenplatz, „weil wir dann das ganze Jahr über wetterunabhängig auf hohem Niveau trainieren könnten“, sagt Gröber. Die ersten Wochen im neuen Umfeld haben ihm gefallen: „Das interne Klima ist richtig gut“, sagt er vor dem Saisonstart.

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