Kaiserslautern
Der Ägypter Hamdy Reda fotografiert weiter in Kaiserslautern
Hamdy Reda hat vielmehr eine neue Bilderserie entwickelt. Daneben hält er Kontakt zu Kollegen in Deutschland und Ägypten und plant schon für die kommenden Monate voraus.
Wer zur Zeit am ehemaligen C&A vorbeikommt, kann unter den dort ausgestellten Kunstplakaten auch eines von Hamdy Reda entdecken. Es stammt aus seiner neuen Serie „Underwater Flowers“ und zeigt eine leuchtend rote, zarte Blüte tatsächlich unter Wasser. Bilder dieser Art hat Reda seit März vergangenen Jahres einige Dutzend erstellt und auf unübliche Art aufgenommen. Nämlich im Gartenteich seiner Residenz in der hiesigen Kahlenbergstraße. Ausgedruckt hat er sie mit natürlichen Farben auf Baumwollpapier.
Kaiserslautern ist nicht Kairo
Auf die Frage nach dem Lockdown sagt er freilich überspitzt: „Kunst verkaufen ist zwar schwer, aber für Künstler ist der Lockdown gar nicht schlecht. Man kann sich besser auf sein Tun konzentrieren. Für Künstler müsste eigentlich immer Lockdown sein.“ Etliche dieser neuen Bilder sind zur Zeit in der Galerie Mezej im Süden Kairos ausgestellt. „In Kaiserslautern gibt es sowas wie einen Kunstmarkt leider nicht“, sagt Reda weiter.
Aber es gibt eine sehr aktive Kunstszene. Und so freut sich Reda über die Zusammenarbeit mit Lauterer Künstlern, so etwa Ina Bartenschlager, Jörg Heieck oder Thomas Brenner. Und er hat ein Netzwerk mitgegründet, das sich „Nile – Rhine Connection“ nennt und einen Zusammenschluss in Deutschland lebender ägyptischer Künstler darstellt. Darin arbeiten bildende Künstler, Autoren oder Kulturmanager zusammen und organisieren Ausstellungen, Lesungen oder Workshops.
Einladung aus Freiburg
Dieser Tage übt sich der Künstler in der historischen Fototechnik der Cyanotypie und wurde vom Kunstverein Freiburg eingeladen, seine Werke im Sommer im Rahmen eines Publikumsgesprächs vorzustellen. Eine ähnliche Aktion soll es nach Möglichkeit schon im März im Zweibrücker Erlebnis-Druckmuseum geben. Für die kommenden Monate sucht Reda außerdem noch nach einer Möglichkeit, um in Kaiserslautern seine neuen Blütenbilder zu zeigen. Die Galerie „Artellewa“, die er selbst in Kairo betreibt, ist zur Zeit geschlossen. Aufgrund zur Zeit schwieriger politischer Verhältnisse, wie der Künstler sagt. Trotzdem reist Reda Mitte April in seine Heimat, er will aber im Juli wieder nach Lautern kommen und hier über den Sommer weiter aktiv sein.