Kaiserslautern
Dem Wohl der Kinder verschrieben
Der FC Queidersbach zählt in seinen Abteilungen Fußball, Tennis, Tischtennis und Gymnastik derzeit fast 500 Mitglieder, darunter mehr als 120 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Der Fußballclub definiert sich dabei nicht nur über seine sportlichen Angebote, sondern auch durch außersportliche Aktivitäten wie Ferienaktionen, Vereinsausflüge, sowie Beteiligungen an Schul- und Gemeindeveranstaltungen.
Nichtmitglieder willkommen
Mit dem Projekt „Sport für alle!“ hat der FC Queidersbach sein Angebot vor einiger Zeit ausgeweitet. Zunächst durften auch Nichtmitglieder an einer „Ballschule“ kostenlos teilnehmen, daraufhin folgte das Kinderturnen diesem Beispiel. Das Schnupper-Angebot hatte Erfolg. „Es geht dabei nicht um eine sportartspezifische Ausbildung, die es in den verschiedenen Abteilungen des Vereins gibt, sondern ist eine übergreifende sportliche Ausbildung, die Basisfähigkeiten vermitteln soll“, erläutert Werner Gries, einer von drei Vorstandsmitgliedern des FCQ. Er wird gemeinsam mit Jugendleiterin Leonie Hemmer den 2500-Euro-Scheck in Empfang nehmen. Der Verein möchte das Geld in Sportgeräte und Übungsausrüstung investieren.
Stillschweigende Hilfe
Fest entschlossen, jedem Kind den Vereinssport zu ermöglichen, wurden aufgrund der großen Nachfrage zusätzliche Übungsstunden eingeführt, die freitags im „Kids-Tag“ mündeten. Angeboten wurden für die ganz Kleinen ein Eltern-Kind-Turnen und für Kids über vier Jahre ein Kinder-Turnen. Ziel war es, auch Kindern und Jugendlichen aus sozial schwächeren und benachteiligten Familien das Vereinsangebot zugänglich zu machen. Gerade jene Kinder können darüber hinaus einen Antrag auf Erlass weiterer Kosten stellen, was speziell die außersportlichen Angebote betrifft. Wer tatsächlich unterstützt wird, soll niemand erfahren. „Wir wollen dadurch eine völlige Integration dieser Kinder erreichen und sie eine komplette Gleichheit erfahren lassen, die sie in anderen Umgebungen vielleicht nicht haben“, so Gries.
Riesiger Andrang
„Aufgrund der enormen Anmeldezahlen blieb es jedoch nicht bei einem Tag und wir mussten noch zusätzliche Übungsstunden und Übungszeiten anbieten, um niemanden ablehnen zu müssen“, berichtet Werner Gries von einem enormen Zulauf. Mit einem großen organisatorischen Aufwand sei dies auch gelungen, so Gries, der den Eltern für ihre große Flexibilität dankt. Insgesamt nahmen an diesem Angebot zuletzt rund 70 Kinder teil.
Derzeit wartet der Verein auf die Freigabe der Halle, die während der Ferienzeit wegen Umbaumaßnahmen geschlossen ist. „Durch die neuesten Hygienekonzepte im Sport sehen wir aber wieder Licht am Ende des Tunnels, sodass wir nach Öffnung der Halle wieder loslegen wollen“, so Gries.
Qualifizierte Übungsleiter
Dem Projekt verschrieben haben sich die beiden Übungsleiterinnen Leonie Hemmer und Anna Bauer. „Das Duo deckt neben der sportlichen Qualifizierung auch die pädagogischen Fähigkeiten ab“, schwärmt Gries von seinen engagierten Mitstreiterinnen. Leonie Hemmer ist im Besitz der DOSB-Übungsleiter-Lizenz und hat pädagogische Erfahrung im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres an einer Grundschule gesammelt. Anna Bauer ist Erzieherin und arbeitet auch beruflich mit Kindern im Vorschulalter.
Jenseits des Sports
Überhaupt legt der FC Queidersbach einen großen Fokus auf die Jugendarbeit, vor allem auch im außersportlichen Bereich. So haben sich die Verantwortlichen dem Thema der sexualisierten Gewalt angenommen, zusätzlich wurde ein Kinderschutzkonzept erstellt. Das beinhaltet Maßnahmen wie die Einbeziehung des erweiterten Führungszeugnisses, ein Interventionskonzept, die Aufstellung eines Verhaltenskodexes und Verhaltungsregeln. „Vor allem für diesen Bereich haben wir einen DOSB-Jugendleiter ausbilden lassen, der sich dieses Themas annimmt und auch als Ansprechpartner für dieses Thema bereitsteht“, zeigt sich Gries stolz über das Erreichte.
Jugendliche als Verantwortliche
Doch damit nicht genug: Auch eine Jugendordnung wurde auf den Weg gebracht und soll nun im Verein etabliert werden. Werner Gries erläutert die Motivation: „Wir wollen dadurch unseren jungen, engagierten Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich an der Vereinsarbeit zu beteiligen und ihnen darüber hinaus die Chance geben, mit eigenen Ideen unterschiedlichste Dinge ins Leben zu rufen.“ Dies soll auch dazu führen, dass die Jugendlichen über den Tellerrand hinaus blicken. Soziales Engagement soll dadurch auch außerhalb des Sports gelebt und öffentlich gezeigt werden.
Jugendsammelaktion
Übrigens: Die 2500-Euro-Förderung stammt aus der Sammelaktion der rheinland-pfälzischen Sportjugenden. Jedes Jahr führen diese im Herbst ihre Jugendsammelaktion unter dem Motto „Sportkids, die tun was!“ durch. Mit der Sammlung zeigen die jugendlichen Sportlerinnen und Sportler ihre Verbundenheit mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen. 60 Prozent des gesammelten Betrags verbleiben in den Jugendkassen der Vereine, mit den restlichen 40 Prozent unterstützt die Sportjugend soziale Projekte wie die des FC Queidersbach. Die nächste Jugendsammelaktion unter dem Motto „Sammeln, Fördern, Helfen“ findet vom 2. bis 11. September 2020 statt.