Handball RHEINPFALZ Plus Artikel David Späth als Stargast beim TuS Dansenberg

Überragende Leistung: Spielmacher Ben Kölsch trifft neunmal selbst, holt mehrere Siebenmeter heraus und liefert etliche Vorlagen
Überragende Leistung: Spielmacher Ben Kölsch trifft neunmal selbst, holt mehrere Siebenmeter heraus und liefert etliche Vorlagen.

Der perfekte Saisonstart ist geschafft. Auch im dritten Spiel der Regionalligasaison gewann die Truppe von TuS-Trainer Theodoros „Theo“ Megalooikonomou und kann nun mit breiter Brust in das Topspiel gegen den HV Vallendar in zwei Wochen gehen.

Ohne Stammtorhüter Michael Hoppe, der die gesamte Woche krankheitsbedingt ausfiel, starteten die Dansenberger gegen die HSG Kastellaun/Simmern. „Wir wussten, dass sie körperlich sehr stark sind und viel Wurfgewalt aus dem Rückraum mitbringen“, erklärt Marco Holstein, der trotz Erkältung – er hatte nur einmal trainiert – 60 Minuten lang durchspielte und mit fünf Toren und guter Abwehrarbeit eine starke Leistung zeigte: „Ich bin voll zufrieden, ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft und die Luft für 60 Minuten reicht. Aber ich denke das ist vor allem Kopfsache. Wenn man nicht so krank ist, dass man sich nicht mehr bewegen kann, dann ist es nur ein leichtes Handicap“, kommentiert der 1,98-Meter Rückraumshooter.

Der TuS startete offensiv energisch und mit hohem Tempo in die Begegnung. Angeführt von Spielmacher Ben Kölsch, der neunmal, achtmal davon im ersten Durchgang, selbst traf, mehrere Siebenmeter erkämpfte und etliche Vorlagen lieferte, zog er nach 15 Minuten auf 10:6 davon: „Ben war in der ersten Halbzeit überragend, ich konnte einfach nur zuschauen“, schwärmt Marco Holstein, und Kölsch selbst kommentiert: „Es war wichtig, gut ins Spiel reinzukommen, ich habe es dann in Halbzeit eins geschafft, den Schwung mitzunehmen. Gegen die großen Spieler der HSG haben wir es weniger mit Würfen aus dem Rückraum, sondern eher mit Durchbrüchen über unsere Schnelligkeit und Agilität versucht. Das hat alles gut geklappt, ich hatte einen guten Tag.“

Auf der anderen Seite wackelte die Dansenberger Abwehr jedoch ganz schön, sodass die Gäste in die Partie zurückfanden und das Spiel bis zur Pause auf 17:18 drehen konnten. „Es gab keine gute Kommunikation zwischen Torwart und Abwehr. Wir haben zu wenig gekämpft, um zum Kontakt zu kommen, und schlecht blockiert. 18 Gegentore in einer Halbzeit ist viel zu viel, so dürfen wir nicht spielen“, haderte der Coach, der daraufhin in der Kabine die Fehler klar ansprach und Umstellungen vornahm.

Wie ausgewechselt

Das zeigte Wirkung, die Hausherren starteten wie ausgewechselt in die zweite Spielhälfte, drehten die Partie auf 24:20 (40.) und kassierten in den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs nur zwei Gegentore. „Das ist Abwehr“, lobt Megalooikonomou, der auch die Leistungssteigerung von Torhüter Simon Gabrys, der sein Pflichtspieldebüt für den TuS gab, herausstellte: „Simon hat in Halbzeit zwei super gespielt.“

Auch Kölsch findet: „Wir standen in der Abwehr viel kompakter und haben es geschafft, mehr Emotionen reinzubringen, die für unser Spiel sehr wichtig sind.“

Die Dansenberger ließen sich auch von einer zweifelhaften Roten Karte gegen Routinier und Abwehrchef Christopher Seitz in der 45. Minute nicht beirren: „Wir haben auch nach der Roten Karte gegen Seitzi nicht die Ruhe verloren“, erklärt Kölsch. „Die Jungs haben gut reagiert und sich gegenseitig gestärkt“, findet der Trainer.

Der TuS erarbeitete sich wieder einen Vorsprung, 30:27 nach 52 Minuten, und brachte diesen souverän über die Zeit, Endstand 35:30. „Wir hätten uns schon früher absetzen können, haben aber zu viele freie Bälle verworfen“, resümiert Marco Holstein, und Trainer Megalooikonomou fasst zusammen: „Die erste Halbzeit war zum Vergessen, die zweite Halbzeit sehr gut. Die zwei Punkte sind immer wichtig, aber ich will auch guten Handball spielen.“

David Späth der Star

All das geschah vor den Augen von Stargast David Späth. Der Nationaltorhüter und Olympiasilbermedaillengewinner spielte in der Jugend von 2012 bis 2018 für den TuS. Späth: „Ich verfolge den Verein seit meinem Abgang noch sehr und wünsche ihm alles Gute, weil ich ihm viel zu verdanken habe. Ich versuche so oft es geht in die Halle zu kommen, weil es mich sehr interessiert. Ich habe mit vielen Jungs der ersten Mannschaft viele Jahre zusammengespielt. Es hat mir sehr gefallen, wie sie gespielt haben, und es ist schön, die alten Teamkameraden auf der Platte zu sehen“.

Im Anschluss an die Partie wurde Späth von unzähligen Fans und Nachwuchsspielern des Vereins belagert, die auf ein Autogramm und Foto mit ihrem großen Idol aus waren. „Es ist sehr ungewohnt, aber ein sehr schönes Gefühl, wenn man so herzlich empfangen wird. Ich freue mich sehr über die Wertschätzung und jeden Einzelnen, der ein Foto machen will. Ich komme immer wieder gerne hierher, erinnere mich gerne an die schöne Zeit hier zurück“, so der Torhüter der Rhein-Neckar-Löwen.

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