Kaiserslautern Das ist Spitze!

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Während der Regionalwettbewerb „Jugend musiziert Westpfalz“ in den letzten Jahren mehr die Breitenarbeit verfolgte, zielt der von Stadt und Landkreis Kaiserslautern getragene Wettbewerb mit Förderpreis „Junge Talente der Region“ auf die Spitze. Bereits zum fünften Mal präsentierten sich Ausnahmetalente, zum zweiten Mal mit Preisvergabe. Dabei gliedert sich der Wettbewerb in zwei Altersgruppen: die erste für 17- bis 19-Jährige, die zweite für 20- bis 23-Jährige.

Der Posaunist Clemens Baumgarten eröffnete mit der Konzertpianistin Sachiko Furuhata-Kersting am Sonntag den Vortragsreigen und legte vom Fleck weg furios los: Die Cavatine des für Charakterstücke bekannten Komponisten Saint-Saens und die Sonatine von Serocki offenbarten Parameter wie spielerische Reinkultur, rhythmische Akkuratesse sowie eine sonore Tonkultur mit warmen Timbre. Vor allem die Sonatine durchwanderte alle Höhen und Tiefen der Register eines oft verkannten Instruments. Cornelia Machuletz ist eine Geigerin mit Vorschusslorbeeren: Sie spielt im Landesjugendorchester, absolvierte Meisterkurse und Vorstudium. Im Hinblick auf ihren beseelten, mit viel Schmelz, technischer Brillanz und bogentechnischer Eleganz ausgestatteten Vortrag fragte man sich, warum das Violinkonzert a-moll von Vieuxtemps nicht in einem Atemzug mit den bekannteren romantischen wie Brahms oder Tschaikowsky genannt wird. Hier begleitete Johanna Janzen souverän. Pianistin Eva Lena Lorenz’ solistischer Vortrag aus Beethovens „Waldsteinsonate“ und der Ballade von Chopin hatte neben spieltechnischer Solidität als Grundlage auch schon die Überzeugungskraft einer klar erkennbaren interpretatorischen Konzeption mit deutlichem Spannungsaufbau. Das Violinkonzert von Bruch steht ebenfalls zu Unrecht etwas im Schatten romantischer Violinkonzerte, wobei die Geigerin Ouchan He (zusammen mit der Pianistin Iona Delioran) die schwelgerischen solistischen Episoden so im gestalterischen Nachdruck ausreizte, als wären sie ihr eigens auf den Leib geschneidert. Hier verschmolzen poetischer Werkgehalt und hochsensible Gestaltung zur Einheit. Ein Feuerwerk pianistischer Brillanz zündete dann, die zweite Altersgruppe eröffnend, der vielseitige Lukas Krell. Sein überschäumendes musikantisches Temperament kam nicht nur bei der Ballade von Chopin und dem Moment Musical von Rachmaninoff zum Tragen, sondern auch bei einer Kostprobe auf dem Drumset, wobei er auch bei der Studie von Benny Greb rhythmische Akkuratesse bewies. Hinsichtlich Zusammenspiel und interpretatorischer Einheit hinterließ die Cellistin Kati Punstein zusammen mit ihrer Mutter Barbara Ruof-Punstein die überzeugendsten Eindrücke. Eine Komposition von Piazzolla und Auszüge aus der Cellosonate von Schostakowitsch lebten von diesem spürbaren interpretatorischen Konsens. Außergewöhnlich, dass die Posaune gleich zweimal vertreten ist, wobei David van der Auwera (begleitet von Simon Graeber) Kompositionen von Blazhevich und Mc Carty sehr überzeugend und in tadellosen Abläufen vermittelte. Rolf Schmiedels gewandte Moderation und die Interviews mit den Nachwuchskünstlern ergaben nicht das Bild von „gedrillten“ Spezialisten, sondern zeigten vielseitig interessierte und aufgeschlossene Menschen.

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