Kulturzentrum Kammgarn RHEINPFALZ Plus Artikel Das Duo Christina Lux und Oliver George überzeugt

Oliver George und Christina Lux begeistern in der Kammgarn-Schreinerei.
Oliver George und Christina Lux begeistern in der Kammgarn-Schreinerei.

Es bedarf keiner vielköpfigen Band, um Erstklassiges zu bieten. Die Singer-Songwriterin Christina Lux schaffte das mit Ihrem Mitmusiker Oliver George ganz locker als Duo.

Beigetragen zum guten Eindruck des Duos Lux/George hat der für diese Art von Musik bestens geeignete intim-elegante Raum der Kammgarn-Schreinerei. Hier konnte sich die Musik der beiden in einem passenden Rahmen entfalten. Lediglich ein etwas größeres Publikum hätte der angenehmen Gesamtatmosphäre an diesem Donnerstagabend noch gut getan.

Sei es drum. Im Mittelpunkt stand die starke Musik, und die wirkt in jedem Ambiente. Dazu brauchten Lux und George über weite Strecken hinweg nur ihre beiden Stimmen und jeweils eine Gitarre. Häufig saß George aber auch hinter dem Schlagzeug und unterstützte von hier aus – dann meist noch mit unaufdringlicher Stimme – die von Christina Lux geschriebenen und vorgetragenen Lieder. Den Klangraum dazwischen füllten gut überlegte und genau eingesetzte Passagen aus dem elektronischen Equipment.

Die Chemie stimmt

Unabdingbar ist bei einem Duo die absolut passende Chemie zwischen den Akteuren – sie war tatsächlich in jedem Takt spürbar. Wenn überhaupt, so genügte ein kurzer Blick auf den jeweils anderen, und die Kooperation stimmte fortan bis in die letzte Note hinein. Das fiel besonders gegen Schluss des Konzerts auf, als es etwas rockiger wurde, phasenweise sogar in Richtung komplexen Soul ging. Kein Wunder: Die beiden kennen sich schon seit über 40 Jahren und haben in ihrer Anfangszeit bereits zusammen in einer Rockband gespielt. So etwas prägt ungemein.

Auch textlich haben die Kompositionen einiges zu bieten. Christina Lux’ Lieder sind voller Poesie und Gefühl, sie handeln von Zuversicht und positiver Lebenseinstellung (wie im Lied „True Self“, in dem es um die Maxime „Nicht warten, einfach machen!“ geht). Aber sie scheut sich auch nicht, Nachdenkliches anzusprechen, etwa fragwürdige gesellschaftliche und politische Entwicklungen („Freedom is not given“) zu thematisieren. Langweilig wurde es jedenfalls nicht an jenem Abend.

Fülle und Kurzweil

Und das alles trug im Vordergrund vornehmlich die volle, den ganzen Raum wohl auch ohne Mikrofon hätte füllen könnenden Stimme der Sängerin. Mit dieser Stimme machte sie denn auch mal gelegentlich zur Gaudi des Publikums augenzwinkernd und aus reiner Artikulier-Lust heraus Ansagen Marke Micky Maus. Das sorgte zusätzlich für gute Laune.

In der Conference berührte Christina Lux so unterschiedliche Themen wie ein anstehender Umzug, ein Familientreffen oder die aktuell zu bemerkende Angewohnheit vieler Sprecher, zur Bestätigung von Aussagen ein deplatziert wirkendes „Genau!“ hinterher zu schicken. Auch hier herrschte anhaltend Fülle und Kurzweil.

Christina Lux, die schon mit allerlei internationalen Bühnenstars zusammengearbeitet hat, weiß, wie man gut unterhält – mit Worten und mit Musik. Da kam dann sogar der leuchtende „Lux“-Namenszug im Bühnenhintergrund mehrmals merklich ins Vibrieren. Es galt alles in allem, der Bezug sei gestattet: Lux (Latein für Licht“ brachte an diesem Abend so einiges an Glanz und Helligkeit in die Schreinerei“

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