Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Dansenbergs Weichen sind gestellt

 TuS Dansenberg - TV Wilstätt, das Spiel wurde kurzfristig abgesagt da sich im Umfeld der Gastmannschaft eine Person mit dem Cor
TuS Dansenberg - TV Wilstätt, das Spiel wurde kurzfristig abgesagt da sich im Umfeld der Gastmannschaft eine Person mit dem Coronavirus angesteckt hatte.

Der TuS Dansenberg hat die aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig beendete Saison in der Dritten Handball-Bundesliga Süd auf dem dritten Tabellenplatz beschlossen. Zahlreiche Spieler, die beim letzten Heimsieg gegen den VfL Pfullingen Ende Februar noch auf der Platte standen, werden in der kommenden Spielzeit nicht mehr zur Verfügung stehen, die Mannschaft steht vor einer Zäsur.

Dass Kapitän Christopher Seitz, Alexey Wetz und Theo Megalooikonomou ihre Karrieren am Ende der Saison beenden würden, stand bereits seit Beginn des Jahres fest. Im Fall von Megalooikonomou scheint das letzte Wort aber noch nicht gesprochen zu sein. Der griechische Routinier ist mittlerweile in der Westpfalz heimisch geworden und möchte sich nur ungern durch die Hintertür verabschieden. Der 36-jährige Kreisläufer ist bei den Fans beliebt und für sein großes Kämpferherz bekannt. „Es ist gut möglich, dass Theo noch ein Jahr dranhängt. Dann hätten wir einen soliden Abwehrspieler mehr“, sagt Teammanager Alexander Schmitt.

Die Abgänge

Spielmacher Loic Laurent, von dem man sich im Oktober 2019 trennte, hat sich nach einem kurzen Intermezzo bei Handball-Oberligist VT Zweibrücken-Saarpfalz inzwischen Ligarivale HG Saarlouis angeschlossen. Toptorjäger Alexander Schulze (TVB Stuttgart) und Luca Munzinger (HBW Balingen-Weilstetten II) werden den Verein verlassen. Der Vertrag mit Nicola Jankovic wurde aufgelöst.

Die Neuzugänge

Als Neuzugänge für die kommende Saison standen schon seit einiger Zeit Jugendnationalspieler Nils Röller (18/TSG Haßloch), Linksaußen Niklas Schwenzer (27/TV Hochdorf) und Julius Rose (19/TBV Lemgo Lippe) fest. Aus dem eigenen Nachwuchs wird Nachwuchstalent Marco Holstein (21) zum Kader stoßen. Von Oberligist SV 64 Zweibrücken kehrt mit Felix Dettinger ein ehemaliger Jugendspieler zurück.

Der Joker aus Luxemburg

Die bislang letzte Verpflichtung ist Raphaël Guden. Der 19-jährige Luxemburger gilt als eines der größten Talente seines Heimatlandes und wurde bereits mit 17 Jahren in die A-Nationalmannschaft berufen. „Es war schon immer mein Traum, in Deutschland zu spielen. Dansenberg bietet mir eine gute Ausgangslage. Zusammen mit einer tollen Mannschaft erhoffe ich mir, in der Dritten Bundesliga oben mitzuspielen und um den Aufstieg zu kämpfen“, spricht er mit großer Vorfreude über die künftige Herausforderung. „Raphaël ist ein sehr bodenständiger junger Mann, dazu sehr ehrgeizig. Ich traue ihm absolut zu, dass er sich bei uns sehr gut weiterentwickeln wird.“ Ex-Bundesligatorwart Kevin Klier, Torjäger Jan Claussen, Robin Egelhof, Kreisläufer Sebastian Bösing, Linkshänder Steffen Kiefer und Fabian Serwinski bleiben an Bord.

Die vergangene Saison

Die vorzeitig beendete Saison verlief aus Sicht der Dansenberger unter dem Strich erfolgreich, obgleich sich das Team in eigener Halle zu Saisonbeginn schwer tat. Von den ersten vier Heimspielen konnte nur die Partie gegen den fornschwachen HC Erlangen II siegreich gestaltet werden. Das erste Ausrufezeichen in der noch jungen Saison setzte die Mannschaft von Trainer Steffen Ecker dann mit einem 26:24-Auswärtssieg beim SV Salamander Kornwestheim. Nach der knappen 25:26-Niederlage gegen Spitzenreiter TuS Fürstenfeldbruck fand der TuS zurück in die Erfolgsspur. Durch fünf Siege in Folge setzten sich die Schwarz-Weißen noch vor der Winterpause endgültig in der Spitzengruppe fest, sogar der Gewinn der Vizemeisterschaft schien bis zuletzt möglich.

Der überragende Kevin Klier

Ein Faustpfand auf dem Weg nach oben war die Abwehr um Keeper Kevin Klier, die im Schnitt nur knapp über 26 Tore pro Partie zuließ – ein absoluter Spitzenwert. Im Spiel nach vorne machte vor allem Alexander Schulze auf sich aufmerksam. Der 22-Jährige aus dem eigenen Talentschuppen zählte in seinem dritten Drittligajahr zu den absoluten Leistungsträgern beim TuS. Mit 115 Toren, darunter fünf Siebenmeter, führte er die interne Torjägerliste vor Claussen (99) und Egelhof (84) an.

Weichen sind gestellt

Nach drei Niederlagen in Folge zu Beginn des Jahres, darunter die 20:40-Blamage beim späteren Meister Fürstenfeldbruck, fand Dansenberg zurück zu alter Stärke und fuhr drei Siege am Stück ein. Der vermeintlichen Pflichtaufgabe gegen den vom Abstieg bedrohten TV Willstätt durften sich die Westpfälzer am 7. März nicht mehr stellen. Grund dafür war eine im Arbeitsumfeld der Mutter eines Willstätter Spielers aufgetretene Coronavirus-Erkrankung, die zu einer kurzfristigen Absage der Partie führte. Wann der TuS Dansenberg in die Saisonvorbereitung starten kann, steht noch in den Sternen. Die Weichen dafür sind aber gestellt.

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