Kaiserslautern
Dansenbergs Ortsvorsteher Franz Rheinheimer hört nach 22 Jahren auf
„Die Arbeit als Ortsvorsteher war für mich stets mehr als ein Ehrenamt, sie war mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Franz Rheinheimer. Ein Herz für Dansenberg zeigte der Mann, der in diesem Jahr 70 wird, bereits lange bevor er sich in der Kommunalpolitik einbrachte. Von 1997 bis 2015 engagierte er sich in leitender Funktion beim Sportverein TuS Dansenberg. Dabei habe er gelernt, was Zusammenhalt bedeute, und erlebt, dass man nur gemeinsam etwas bewegen könne. Der Einsatz für seinen Nächsten und die Gemeinschaft bedeute ihm mehr als Parteipolitik. „Dansenberg ist mehr als Straßen und Häuser. Dansenberg ist eine wachsende Gemeinschaft, die auch in Zukunft stark sein wird, wenn sie aus Menschen besteht, die auch weiterhin füreinander da sind“, sagte das Mitglied der Freien Wähler beim Dansenberger Neujahrsempfang am Samstag.
Rheinheimer freut sich darüber, dass die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt zur Neugestaltung der Dansenberger Straße zwischen Zur Halde und Schlehweg schneller beendet waren als geplant. „Leider steht die Umsetzung des ersten Bauabschnitts der Dansenberger Straße noch aus“, betonte er und erinnerte an die Mehrkosten von 350.000 Euro. Die Kosten für die Umleitung des Verkehrs während der Bauarbeiten über die Rothe Hohl und den Waldweg hin zur K7 habe er den Bürgern nicht zumuten können: „Da musste ich die Handbremse ziehen.“ Noch sei keine Lösung in Sicht. Die künftige Zugehörigkeit der K7 zum Land oder zur Stadt sei nicht geklärt.
„Ich bin da und sie sind willkommen“
Um älteren Bürgern den Treppenaufstieg zur Sprechstunde des Ortsvorstehers im Bürgerhaus zu ersparen, hat der selbstständige Immobilien- und Versicherungsmakler diese kurzerhand in seinem benachbarten, ebenerdig zugängigen Büro empfangen. „Wenn Dansenberger mein Auto vor dem Büro sahen, wussten sie, ich bin da und sie sind willkommen.“
Das von Rheinheimer angestoßene Projekt zur Nahwärmeversorgung lässt zwar noch auf sich warten, mit der Gründung des Vereins „Energie-Dansenberg“ hat Rheinheimer aber zur Realisierung beigetragen. „Ein Anschluss an das städtische Fernwärmenetz kommt für Dansenberg aufgrund seiner Höhenlage nicht in Frage“, erläuterte er.
Über die Zusammenarbeit mit der Stadt lässt Rheinheimer nichts kommen. Nicht einfach sei es anfänglich für ihn gewesen, Strukturen und Zusammenhänge der Administration zu durchschauen. Je öfter er im Rathaus gewesen sei, Abteilungsleiter und Mitarbeiter kennengelernt habe, desto einfacher sei die Zusammenarbeit geworden, so das einstige Stadtratsmitglied.
Ein offenes Ohr für Anliegen haben
Optimierungsbedarf für Dansenberg sieht er in den noch anstehenden Straßenbaumaßnahmen sowie in der Neugestaltung des in die Jahre gekommenen und bei Forstarbeiten in Mitleidenschaft gezogenen Kerscheknabberwegs. Die in der Vergangenheit immer wieder gestellte Frage nach einer Lebensmittelnahversorgung habe sich durch die Mobilität, eine gute und behindertenfreundliche Busanbindung sowie ein preiswertes Angebot des umliegenden Handels von selbst erledigt. Von der Überführung des Vereinsrings in einen Verein verspricht sich Rheinheimer eine bessere Organisation von Veranstaltungen wie beispielsweise der Kerwe.
Seinem Nachfolger empfiehlt er, den Kontakt zu den Bürgern zu pflegen, ein offenes Ohr für ihre Anliegen zu haben und zu helfen, wo es notwendig sei. „Das Amt des Ortsvorstehers ist ein parteiübergreifendes Amt“, betonte er. Ein guter Draht zur Stadtverwaltung erleichtere die Arbeit.
Zum Abschied Rheinheimers gab sich im katholischen Pfarrheim gefühlt das halbe Dorf die Ehre. Dudelsackspieler Marco Lamparth eröffnete im Schotten-Outfit den Neujahrsempfang. Über die neue Weihnachtsbeleuchtung für die Dansenberger Straße freut sich Rheinheimer sehr. Mit 7000 Euro hätten sich die Bürger an dem Ersatz für die defekte Vorgängerbeleuchtung beteiligt, erläuterte er und dankte allen Spendern.
Dem Leben eine neue Richtung geben
Waren Rückblick und Ausblick noch Routine, fiel es Rheinheimer sichtlich schwer, seinen Abschied als Ortsvorsteher bekanntzugeben. „Eine Krebsdiagnose, ein Wort, das einem den Boden unter den Füßen wegzieht,“ sei es gewesen, die ihn veranlasst habe, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Seine Genesung und sein viereinhalb Monate altes Enkelkind hätten ihm die Augen geöffnet, worum es im Leben wirklich gehe. „Ich gehe zwar aus dem Amt, aber nicht aus dem Ort. Ich bleibe einer von Ihnen“, sagte Rheinheimer und hob sein Glas aufs Leben.
Den Kandidaten für die Neuwahl des Ortsvorstehers, Frank Bachert (CDU) und Martin Kling (Freie Wähler), gab Rheinheimer Gelegenheit, sich kurz vorzustellen. Bis zur Neuwahl seines Nachfolgers am Sonntag, 8. März, also am Tag der Landtagswahl, bleibt Rheinheimer geschäftsführend im Amt. Oberbürgermeisterin Beate Kimmel bescheinigte ihm, eine Willkommenskultur gepflegt zu haben. Über Parteigrenzen hinweg habe Rheinheimer die Hand zur Mitgestaltung gereicht.