Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Dansenbergs Kapitän spricht Klartext

Traf achtmal für den TuS Dansenberg: Jan Claussen.
Traf achtmal für den TuS Dansenberg: Jan Claussen.

Weiter warten auf den ersten Heimsieg heißt es für die Drittliga-Handballer des TuS Dansenberg. Dass sie beim 33:33 (18:13) gegen den oberen Tabellennachbarn Interaktiv.Handball Düsseldorf/Ratingen nur die Punkte teilten, hatte seine Gründe, meint der Kapitän.

Sebastian Bösing, Kapitän des TuS Dansenberg, verhinderte am Samstag mit seinem Treffer zum 33:33-Endstand die vierte Heimniederlage seines Teams in letzter Sekunde. Doch er äußerte sich nach dem Spiel gegen Interaktiv.Handball Düsseldorf/Ratingen kritisch zu den Begleitumständen der Partie, in der das Drittligateam im fünften Anlauf einen doppelten Punktgewinn in eigener Halle verpasst hat. „Ich glaube, man hat der Mannschaft durchaus angemerkt, dass hier gerade viele Themen im Hintergrund laufen.“

Bei der Jahreshauptversammlung am Freitag ging es unter anderem darum, ob die erste Herrenmannschaft in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert werden soll. Bösing: „Man hat sich gegen eine mögliche Ausgliederung entschieden und somit gegen eine seit Jahren vorangetriebene weitere Professionalisierung. Für einige Spieler gibt es große Fragezeichen, ob und wie es weitergeht, wenn man die Entscheidungen der letzten Wochen weiterdenkt. Ich hatte eine unruhige Nacht und hätte mir gewünscht, dass es mehr um die Sache geht und den Verein, anstatt um einzelne Personen.“

Bis zum Umfallen gekämpft

Handball gespielt wurde am Samstag natürlich trotzdem – und wie! Rassige Zweikämpfe, drei Rote Karten und zwei bis zum Umfallen kämpfende Mannschaften sorgten für einen kurzweiligen Handballabend. Die Mannschaft von Trainer Thomas Weber setzte dessen Vorgaben zunächst hervorragend um und ließ sich auch von einem völlig überzogenen Platzverweis gegen Nachwuchsspielmacher Ben Kölsch (15.) nicht beirren.

Obwohl das taktische Konzept von Weber durch die Rote Karte frühzeitig über den Haufen geworfen wurde, gingen die Schwarz-Weißen durch ein Unterzahltor von Jonas Dambach und einen verwandelten Siebenmeter von Luca Steinführer wenig später mit drei Toren in Front (10:7/18.). Die Gäste fanden im stark haltenden Michel Fiedler ein ums andere Mal ihren Meister. Der Schlussmann der Dansenberger brachte es im ersten Durchgang auf starke zehn Paraden und hielt somit eine große Aktie an der deutlichen 18:13-Halbzeitführung. Die Hausherren kamen hellwach aus der Kabine und bauten ihre Führung durch einen Doppelschlag von Bösing auf sieben Tore aus (20:13/32.)- die Vorentscheidung?

Düsseldorf pokert

Mitnichten! Düsseldorfs Trainer Filip Lazarov setzte jetzt alles auf eine Karte, schickte nach einer Auszeit fünf neue Spieler aufs Parkett und stellte auf eine extrem offensiv ausgerichtete Manndeckung um. Dansenberg scheiterte in dieser Phase entweder am Aluminium, an sich selbst, oder am zwischenzeitlich eingewechselten Torhüter Sebastian Bliß. Durch einen 7:2-Lauf zum 21:23 (40.) waren die Rheinländer wieder im Spiel. Nach der Roten Karte gegen Tomislav Nuic, dessen Wurf Fiedler bei einem Siebenmeter am Kopf touchierte, gelang es Dansenberg, die Führung kurzzeitig wieder auf vier Tore auszubauen (45.).

In der hektischen Schlussphase häuften sich jedoch die Abspielfehler. Auch im Abschluss fehlte jetzt oft die nötige Konzentration. Insgesamt standen in der zweiten Halbzeit zwölf technische Fehler und 14 Fehlversuche zu Buche. Die zweiminütige Unterzahl nach dem Feldverweis gegen Steinführer (29:29/52.) überstanden die Schwarz-Weißen unbeschadet. Der Führungstreffer der Gäste zum 33:32 (60.) resultierte aus einem kapitalen Schnitzer in der Vorwärtsbewegung, der den Spielverlauf endgültig auf den Kopf zu stellen drohte. Beflügelt von ihren lautstarken Fans, von denen es jetzt kaum noch einen auf dem Sitz hielt, brachte die Weber-Sieben den mehr als verdienten Punktgewinn mit der letzten Aktion der Partie unter Dach und Fach. Neben Fiedler überzeugten vor allem Josip Repusic (9 Tore), Toptorjäger Jan Claussen (8) und Bösing (7).

„Wir haben überragend begonnen und bis zur Halbzeit einen sehr guten Handball gespielt. Der Einsatz hat bei allen über 60 Minuten gestimmt, allerdings mussten wir der intensiven Spielweise im Verlauf der zweiten Hälfte dann auch Tribut zollen, da wir nicht jeden Spieler eins zu eins ersetzen können. In Summe haben wir zu viele technische Fehler gemacht und zu viele Chancen ausgelassen. Die Mannschaft hätte es verdient gehabt, sich für ihr Engagement heute mit einem Sieg zu belohnen“, bilanzierte TuS-Coach Weber.

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