Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Dansenberg in der „zweiten Vorbereitung“

Kann wieder angreifen: Julius Rose vom TuS Dansenberg.
Kann wieder angreifen: Julius Rose vom TuS Dansenberg.

Nach einer mehrwöchigen Zwangspause haben die Drittligahandballer des TuS Dansenberg am Dienstag wieder das Training aufgenommen. Ihr bislang letztes Pflichtspiel hat die Mannschaft von Trainer Steffen Ecker Mitte Oktober absolviert. Läuft alles nach Plan, werden die Schwarz-Weißen Anfang Februar die Saison fortsetzen.

Noch bevor die Spielzeit am 2. November offiziell unterbrochen wurde, fielen der Pandemie zwei Spiele des TuS Dansenberg zum Opfer. Nach dem mit Spannung erwarteten Westpfalz-Derby gegen Aufsteiger SV 64 Zweibrücken, das aufgrund einer Corona-Infektion in den Reihen der Rosenstädter abgesagt wurde, fiel Ende Oktober auch das Derby gegen die TSG Haßloch ins Wasser. Nach einem langen Tauziehen hinter den Kulissen entschieden sich beide Seiten am Vorabend der Partie dazu, das Spiel kurzfristig abzusagen, da ihnen das Gesundheitsrisiko für alle Beteiligten als zu hoch erschien. Für den TuS Dansenberg kamen die Spielausfälle zur Unzeit.

Die Mannschaft hatte zuvor mit dem dritten Sieg in Folge den Traumstart in die neue Saison perfekt gemacht und befand sich auf dem Weg zur Tabellenspitze. Beim vorzeitigen Abbruch der Vorsaison rangierte der TuS auf Rang drei. Dass der Sprung in die zweithöchste Spielklasse mittelfristig angepeilt wird, ist kein Geheimnis.

Die Ausrufezeichen

Das erste Ausrufezeichen setzten die auf zahlreichen Positionen veränderten Westpfälzer am zweiten Spieltag mit dem 34:28-Erfolg gegen den favorisierten Zweitligaabsteiger HSG Krefeld. Besonders hervorzuheben hierbei war die Leistung von Henning Huber (20), der den am Rücken verletzten Stammtorhüter Kevin Klier (36) hervorragend vertat. Am Ende standen zwölf Paraden für „Balu“ zu Buche. Ein richtig starkes Spiel zeigte auch der neunfache Torschütze Julius Rose, dessen Verpflichtung sich bislang als Glücksfall entpuppte. Der 20-jährige Spielmacher ist ein kluger Pass- und Ideengeber, der trotz seines jungen Alters schon sehr abgeklärt wirkt und nur wenig Fehler macht.

Schlag ins Gesicht

„Dass wir ab November nicht mehr trainieren durften, war für uns als Mannschaft sehr deprimierend. Das war im ersten Moment ein Schlag ins Gesicht“, berichtet Dansenbergs Kapitän Sebastian Bösing. „Die Jungs haben für die jeweiligen Trainingstage ein detailliertes, intensives Programm bekommen, das sie selbstständig absolvieren konnten. Viel mehr war ja leider nicht möglich“, sagt TuS-Coach Ecker.

Der steinige Weg

Umso größer war dann die Wiedersehensfreude am Dienstag, als die Mannschaft unter Berücksichtigung der aktuellen Hygienebestimmungen erstmals seit über vier Wochen wieder gemeinsam in der Layenberger Sporthalle auf dem Parkett stand. Bis dorthin war es jedoch ein langer, steiniger Weg. „Wir wurden von der Stadt Kaiserslautern zunächst als Profis eingestuft, was durch die Landesverordnung kurz darauf aber wieder hinfällig war. Es gab bundesweit leider keine einheitliche Regelung, sodass Saarlouis zum Beispiel im November trainieren durfte. Daher haben wir uns dafür stark gemacht, dass wir genauso behandelt werden wie die Drittligisten aus anderen Sportarten. Schließlich zahlen wir auch Abgaben wie Profis“, erläutert Teammanager Alexander Schmitt.

Die Unterstützer

Mit Unterstützung der beiden Landtagsabgeordneten Daniel Schäffner und Thomas Wansch (beide SPD) sei es dann gelungen, das Trainingsverbot wieder aufzuheben. Auch Thomas Müller, Sportlicher Leiter und Trainer der TSG Haßloch, hatte sich vehement dafür starkgemacht. „Ein besonderer Dank geht an unsere Hygienebeauftragte Nicole Holstein, sowie an das Ordnungsamt und das Gesundheitsamt Kaiserslautern, die uns bei der Umsetzung und Genehmigung der Hygienemaßnahmen schnell und unbürokratisch geholfen haben“, betont Schmitt.

Bis zum Restart der Saison sind es noch rund acht Wochen. „Von der Motivation her ist es ehrlich gesagt ein wenig schwierig, da wir ja nicht genau wissen, ob und wie es weiter geht. Schließlich wurde der Neustart erst kürzlich wieder nach hinten verschoben. Gefühlt absolvieren wir jetzt eine zweite Vorbereitung, dabei sind wir alle heiß und wollen endlich wieder spielen. Aber natürlich gibt es Wichtigeres als Handball, die Gesundheit geht immer vor“, stellt Bösing klar.

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