Handball
Dansenberg holt Hilfe aus dem Nachbarland
Die Stelle in der Schaltzentrale wurde mit Alexis Biagui (24) vom französischen Zweitligisten JS Cherbourg Manche besetzt. „Mit Alexis haben wir nach langer Suche den Spielertyp gefunden, den wir uns für die Spielmacherposition gewünscht haben. Er ist schnell, kann dynamisch in die Tiefe gehen und ist dazu noch abwehrstark. Er ist definitiv in der Lage, unser Angriffsspiel zu beleben. Wenn er unsere Erwartungen erfüllt, ist ein Verbleib über die aktuelle Saison hinaus denkbar“, sagte Teammanager Alexander Schmitt bei der Vorstellung des 1,83 Meter großen Rechtshänders. Der Franzose befindet sich seit Mitte November im Mannschaftstraining und soll am Samstag (19.30 Uhr) beim abgeschlagenen Schlusslicht DJK Waldbüttelbrunn sein Debüt geben.
Während sein Landsmann Laurent damals geholt wurde, um das Team zum Klassenerhalt zu führen, hat man mit Biagui durchaus Größeres im Sinn. Ein Platz im oberen Tabellendrittel sollte es für die in den vergangenen Jahren durchaus erfolgsverwöhnten Schwarz-Weißen schon sein, graues Mittelmaß ist jedenfalls keine Option.
Es kam alles anders
Im Mittelfeld drohen die Westpfälzer nach der vermeidbaren Heimniederlage gegen die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II als Tabellenachter aber gerade zu versinken. Der Plan, sich zum Rückrundenauftakt am 10. Dezember ein Topspiel gegen die HSG Hanau zu erarbeiten, ist gescheitert. Der Rückstand auf Rang zwei, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt, beträgt zwei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde sechs, der Vorsprung auf die Abstiegszone fünf Punkte. Mit dem Kampf um den Klassenerhalt sollte der TuS demnach eigentlich nichts mehr zu tun bekommen. Eigentlich. Denn eigentlich waren ja auch zwei Punkte im jüngsten Heimspiel gegen Dutenhofen fest eingeplant. Zumal der Tabellenzehnte auswärts bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu viel gerissen hatte und obendrein von Verletzungssorgen geplagt wurde.
Dass die HSG mit viel Tempo hinten raus spielen und auf blitzartig vorgetragene Gegenstöße setzen würde, war kein Geheimnis. Müller hatte sein Team genau davor auch eindringlich gewarnt, war hierbei bei seinen Spielern jedoch auf taube Ohren gestoßen. Wie schon eine Woche zuvor beim TV Kirchzell, verschlief sein Team den Start ins Spiel komplett. Mit dem feinen Unterschied, dass es diesmal für seinen lange Zeit uninspirierten Auftritt bestraft wurde und mit 30:31 den Kürzeren zog.
Eine Sache der Einstellung
Dass der Siegtreffer der Gäste unmittelbar vor Schluss per Siebenmeter fiel, war nur auf den ersten Blick unglücklich. Die Niederlage hatte sich das Team selbst zuzuschreiben, weil es bis zur 45. Minute nicht stattfand. Da nutzten dann auch die insgesamt zehn Tore von Spielmacher Jan Claussen nichts, der nach der Verpflichtung von Biagui wieder auf seiner angestammten Position im linken Rückraum ran darf.
„Der ein oder andere sollte sich nach so einer Leistung auch mal hinterfragen. An dieser Niederlage war kein Trainer und kein Schiedsrichter schuld, es ist eine reine Einstellungssache gewesen“, findet Schmitt.
Dass Trainer Frank Müller von seiner Mannschaft am Samstag „eine Reaktion“ erwartet, liegt auf der Hand. Waldbüttelbrunn liegt zwar abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz, schnupperte in zwei der jüngsten vier Partien aber immerhin an einem Punktgewinn. Dass der Aufsteiger nichts mehr zu verlieren hat, macht die Sache für den TuS Dansenberg nicht unbedingt einfacher. Alles andere als ein Sieg wäre dennoch eine Enttäuschung.