Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Danceperados of Ireland faszinieren mit ihrer Tanzshow

Animierten das Publikum zu Mitsteppen: die Danceperados of Ireland in Ramstein.
Animierten das Publikum zu Mitsteppen: die Danceperados of Ireland in Ramstein.

Wie heißt es so schön in einem traditionellen irischen Trinklied: „There’s whiskey in the jar“! Und um dieses edle „Gesöff“ drehte sich die neueste Show der Danceperados of Ireland, die bei ihrem Auftritt am Freitag im voll besetzten Congress Center Ramstein (CCR) den sprichwörtlichen Bären im Raum steppen ließen.

„Zu viel von etwas, ist schlecht. Aber zu viel von gutem Whisky ist gerade so genug“, sagte einmal der berühmte amerikanische Schriftsteller Mark Twain. Die legendäre Hollywood-Schauspielerin Ava Gardner wollte bekanntermaßen mit 150 Jahren, „einer Zigarette im Mundwinkel und einem Glas Whisky in der Hand“ das Zeitliche segnen. Und der Chemiker, Geschäftsmann und Gründer der japanischen Whisky-Industrie, Masataka Taketsuru, philosophierte: „Die Whisky-Herstellung ist ein Akt der Kooperation zwischen den Segen der Natur und der Weisheit des Menschen.“

Ohne den Whisk(e)y hätte es wohl auch die irische und schottische Kultur, so wie sie heute ist, nie gegeben. Wobei der Streit darüber, wer von beiden das Goldgebrannte wirklich erfand, bis heute andauert. Und ohne den hochprozentigen Drink hätten die Danceperados of Ireland wohl keine Show, mit der sie für Jubelstürme auf der ganzen Welt sorgen.

Der Zauber der Grünen Insel

Das Ensemble aus waschechten irischen Musikern, Sängern und Tänzern bringt seit Jahren den kulturellen Zauber der Grünen Insel auf die internationalen Bühnen. Und wer an Irland denkt, dem kommen neben weiten grünen Hügeln, urigen Pubs und vollen Whiskey-Fässern darin auch sicher die einnehmend guten Fiddlemelodien und die traditionellen irischen Stepptänze in den Sinn.

Es hat schon viel Magisches, wenn eine Reihe von Tänzerinnen und Tänzern in schicken – mal modernen, mal traditionellen – Roben und in absolutem Einklang über das Tanzparkett steppt und schwebt. Dabei spielt sich alles in den Füßen ab – der Oberkörper bleibt unbewegt und wird nur gelegentlich für einige choreografische Elemente eingesetzt. Traurig für jeden, der an diesem Abend zu viele Köpfe vor sich hatte. Denn mit welchem Tempo, mit welcher Präzision und mit welcher Eleganz die zehn jungen Fuß-Athleten die kompliziertesten Schritte und Sprünge absolvierten, war schon ein grandioser Anblick.

Ein Weltmeister choreografiert

Ihr Choreograf Michael Donnellan ist zweifacher Irish Dance-Weltmeister und war lange Anführer der Tanztruppen bei „Riverdance“ und Michael Flatleys „Lord of the Dance“. Also bei jenen beiden Shows, die in den 1990ern einen regelrechten Stepptanz-Boom auslösten. Allerdings sind solche Shows immer mehr ins Playback abgedriftet. Die Danceperados of Ireland setzen dagegen auf pures Live-Können, mit echten Stepp-Sounds. Wenn die Tänzer also in der Gruppe oder solo mit ihren metallischen Absätzen über den hölzernen Boden klackern und immer wieder hoch in die Lüfte springen, dann passt das Geräusch eins zu eins zur Bewegung und kommt nicht vom Band.

Und wie bei jeder guten Stepptanz-Show wird auch hier eine Geschichte erzählt: die Geschichte des oft verteufelten und doch teuflisch guten irischen Whiskeys. Es geht um dessen Entstehung und Bedeutung, vor allem auch im Vergleich zu seinem schottischen Pendant. Thematisiert wird auch das stetige Aussterben der Destillerien durch die viel zu hohe Besteuerung, ebenso blutige Widerstandskämpfe und Auswanderungswellen sowie die amerikanische Prohibition während der Industrialisierung und die Rebellion von Schwarzbrennern, die weiterhin illegal und unter Einsatz ihres Lebens den „flüssigen Sonnenschein“ (Bernard Shaw) an den Mann und die Frau brachten.

Livemusik mit Sängerin Geraldine MacGowan und eine kleine Geschichtsstunde zur Bedeutung des irischen Whiskeys gehörten ebenfall
Livemusik mit Sängerin Geraldine MacGowan und eine kleine Geschichtsstunde zur Bedeutung des irischen Whiskeys gehörten ebenfalls zum Konzept.

Die kleine Kulturgeschichte, die in Bild, Text und Erzählstimme aus dem Off über die Leinwand auf der Bühne flimmerte, wurde mit traditionellen Melodien unterlegt – von gälischen Volksliedern über rhythmische Jigs bis hin zu einigen neueren Songs aus der Feder der Sängerin im Ensemble, Geraldine Mac Gowan. Songs wie „Safed By A Single Malt“, die noch einmal die schweren Zeiten des Whisky-Brennens Revue passieren ließ.

Es wird mitgesteppt

An ihrer Seite saß unter anderem Deidre Ni Mheachair, die die Saiten ihrer Fidel so sanft und dann wieder so dynamisch zum Vibrieren brachte, dass sie auch dem Publikum durch Mark und Bein fuhren. Der bandeigene bärtige Drummer sorgte dazu mit einem minutenlangen Solo an der Bhodrán für Gänsehaut. Das Publikum saß zwar auf den Stühlen, steppte aber immer wieder hörbar mit den Füßen über den Boden mit.

Und am Ende erhob sich jeder einzelne Besucher im Saal, um der Danceperados-Truppe für eine eindrucksvolle Show zu danken – bevor der ein oder andere selbst amateurhaft Richtung Ausgang steppte.

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