Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Cuban Affairs bringt lateinamerikanische Stimmung und Musik in Ramstein auf die Bühne

Brauchten gar nicht viel zu tun, um das Publikum rhythmisch nach Latein-Amerika zu entführen: „Cuban Affairs“ und Gäste in Ramst
Brauchten gar nicht viel zu tun, um das Publikum rhythmisch nach Latein-Amerika zu entführen: »Cuban Affairs« und Gäste in Ramstein auf dem Platz am Haus des Bürgers.

Im Rahmen der Ramsteiner Sommernächte wetteiferten das kubanische Feuerwerk der Formation „Cuban Affairs“ mit dem Blitzlicht-Gewitter von zwei nacheinander den Marktplatz heimsuchenden Unwettern. Der glänzenden Stimmung im dennoch – gemessen an der Wetterlage – zahlreich erschienenen Publikum tat dies am Freitag allerdings keinen Abbruch.

„Cuban Affairs“ – das sind „Techtelmechtel“ auf musikalische Art mit der aus Havanna, der Hauptstadt Kubas, stammenden und in Homburg lebenden und als Musikpädagogin wirkenden Frontsängerin Dalia Prada mit den beiden Saarländern Benno Trapp (Congas, Gesang) und Hans-Werner Spreizer (Bassgitarre). Ein Trio, das aber je nach Anlass bei Bedarf erweitert wird und so in Ramstein noch rhythmische Impulse durch Luis Cortes aus Puerto Rico (Percussion und Gesang) bekam und durch Rafael Gonzalez’ zündende Soli auf Querflöte und Tenor-Saxophon abgerundet wurde. Dabei bildeten diese Bläsersoli auch einen reizvollen Dialog und Wettstreit mit der Frontsängerin.

Mit der Frauen-Salsa-Band Weltbühnen erobert

Dennoch ist die mit ihrem überschäumenden Temperament, ihrem Charme und ihrem Charisma bezaubernde kubanische Frontsängerin und Pianistin Dalia Prada die eigentliche Attraktion. Alle anderen fügen sich nahtlos in ihr von

Authentizität und Originalität geprägtes Interpretationskonzept ein.

Mit ihrer Frauen-Salsa-Band „Son Damas“ eroberte sie Weltbühnen, bei „Cuban Affairs“ hält sie alle beteiligten Klangpartner auf Trapp, denn sie sorgt für den lebhaft pulsierenden Elan zündender rasanter Rhythmen und den atemberaubend brillanten Gesang in ihrer unnachahmlichen Stimmakrobatik mit einer einschmeichelnd und sonor timbrierten Stimme: eine Klasse für sich!

Letztlich erzählt sie aber mit ihren Balladen und Tanzliedern Episoden von der Zuckerinsel, verführt mit den lateinamerikanischen Rhythmen wie Bolero, Cha-Cha-Cha oder Merengue, dem etwa in Santa Domingo sogar ein eigenes Festival gewidmet ist.

Apropos Tanz: Oftmals setzt diese Formation noch kubanische Tänzerinnen ein, um dem Publikum einzuheizen. Dies war allerdings am Freitag in Ramstein bei dem internationalen Querschnitt des spontan begeisterten Publikums nicht nötig: Aus diesem fanden sich auf Anhieb Paare, die je nach Tanzart den Marktplatz vor der Bühne eroberten – mal sich wie elektrisiert drehend, mal sich anschmiegend oder im Laufschritt tanzend.

Bei Welterfolgen wie dem Titel „Chan Chan“ des kubanischen Musikers Compay Segundo trafen die Musiker genau den Nerv: melodisch durch die authentischen Adaptionen und eigenen Arrangements der Sängerin und interpretatorisch durch die improvisierten Einschübe auf Querflöte und Saxophon. Zu ihrem polyrhythmischen Wirbel der verschiedenen Handtrommeln bildeten die Musiker auch einen ausdrucksstarken Hintergrundgesang.

Mischung aus Routine und Spontaneität

Der Eindruck einer nur lebendigen und spontan wirkenden Darbietung täuscht: Hinter dieser inszenierten Bühnenshow verbergen sich perfektionierte Abläufe, synchron und trotz zahlreich eingebundener freier Episoden dennoch immer harmonisch im Miteinander: Nach Handzeichen werden Übergänge und Takt- oder Tempowechsel abgestimmt und koordiniert, alles fließt zwar, wirkt aber auch kontrolliert und vor allem diszipliniert. Eine gesunde Mischung also aus Routine und Spontaneität, die alle begeisterte.

Ob nun original als Titel „El Manisero“ oder hierzulande den Blasorchestern und Bigbands bekannt als „The Peanut Vendor“: Die Latin-Musik fährt bei diesem weiteren Klangbeispiel in die Beine, entzieht sich aber rhythmisch oftmals uns Mitteleuropäern durch die pulsierenden Off-Beat-Rhythmen und Akzentverschiebungen, die natürlich Dalia Prada mit einem bezaubernden Lächeln und wiegenden Hüften vorgibt – als wär’s die natürlichste Sache der Welt.

Die Percussionisten und Hintergrundsänger, der Bläsersolist und vor allem der Bassgitarrist bildeten zur Melodieführung von Prada eine nahtlos geschlossene musikalische Einheit. Vor allem der Basspart von Hans-Werner Spreizer hielt alles mit der Präzision eines Uhrwerks zusammen, ist weit mehr als ein ostinater Begleitpart, lockert vielmehr immer wider mit eigenen Motiven auf.

Rund zehn Auftritten jährlich und die aber bestens vorbereitet und alles sorgfältig aufeinander abgestimmt: „Cuban Affairs“ überzeugt durch Leidenschaften nicht durch werbewirksame Machenschaften. Am Vortag noch bei den Verwandten in Kuba, dann in Ramstein. Dalia Prada steht für das Temperament südamerikanischer Lebensweise.

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