Stadtleben
Corona-Quarantäne: Malteser versorgen die Menschen in ihren Häusern
„Für Desinfektionsmittel sind wir derzeit ein wenig unterwegs“, berichtet Dossinger, der bei den Maltesern in Kaiserslautern für den Bereich Katastrophenschutz zuständig ist. Vergangene Woche ging’s beispielsweise mal bis nach Waldfischbach-Burgalben, um an die begehrte Flüssigkeit zu kommen. „Die Preise für Schutzkleidung sind enorm gestiegen“, sagt Dossinger, und berichtet von speziellen Schutzmasken, die beim Ausfahren der Mahlzeiten von den Helfern getragen werden: „Wir können keine 15, 16 Euro für die Masken ausgeben.“ Abhilfe könne momentan die Bundesorganisation der Malteser schaffen, die noch über Material verfüge.
„Die Abläufe beim Essenausfahren sind genau festgelegt“, erklärt Dossinger, der seit fast eineinhalb Wochen dafür im Einsatz ist. Essen abstellen, klingeln und zurückweichen. Neben Nahrungsmitteln – mal gekocht aus der Technischen Universität, mal in Zutatenform – bringen die Malteser auch mal Dinge des täglichen Bedarfs: „Wir haben Leute dabei, die sonst am Wochenende mit der schmutzigen Wäsche nach Hause fahren. Das geht in häuslicher Quarantäne natürlich nicht. Da haben wir dann auch schon Unterwäsche gekauft.“ Dabei wird er unter anderem von seiner Familie unterstützt, die bei den Maltesern engagiert ist.
Der Tag für die Hilfsdienste – meist sind ehrenamtliche Kräfte im Einsatz – beginnt gegen 7 Uhr mit dem Frühstückausfahren, sagt Dossinger. Anschließend werde das Fahrzeug gründlich desinfiziert und das Mittagessen eingeladen. Auf der Tour werden auch die Einkäufe verteilt. Dann wird wieder desinfiziert. Der Malteser betont: „Wir gehen auf Nummer sicher und desinfizieren lieber ein bisschen zu viel, als an der falschen Stelle zu sparen.“
Die Menschen in häuslicher Quarantäne lebten über ganz Kaiserslautern verteilt: „So viel, wie ich momentan von Kaiserslautern sehe, hab’ ich zuvor noch nicht gesehen.“ Er ergänzt: „Die meisten leben in Häusern ohne Aufzug im dritten oder vierten Stock. Da bleibt man fit. Die Muckibude können wir uns sparen.“ Fast 25 Menschen werden in Hochzeiten von den Maltesern beliefert, verrät Dossinger, „die meisten sind total froh, wenn wir kommen und zeigen sich dankbar“.