Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Corona: Landkreis Kaiserslautern wechselt von „Alarmstufe Rot“ zurück auf Orange

In der Lauterer Kreisverwaltung glühten am Wochenende alle Drähte, nachdem im Landkreis am Samstag aufgrund falscher Corona-Zahl
In der Lauterer Kreisverwaltung glühten am Wochenende alle Drähte, nachdem im Landkreis am Samstag aufgrund falscher Corona-Zahlen »Alarmstufe Rot« ausgerufen worden war.

Die „Alarmstufe Rot“ in Sachen Corona, die das Mainzer Gesundheitsministerium und das RKI am Samstag für den Landkreis Kaiserslautern verkündet haben, sorgte am Wochenende für große Aufregung. Risikogebiet oder nicht, lautete die Frage. Am Sonntag um 15 Uhr hieß es dann: Von Rot zurück auf Orange.

Der Entwarnung war ein Gesprächs- und Recherchemarathon vorangegangen: „Bei uns haben alle Drähte geglüht“, berichtet Landrat Ralf Leßmeister (CDU) von seinen letztlich erfolgreichen Bemühungen, dass der Anteil der Amerikaner an der Bevölkerung des Landkreises bei den Berechnungen des Sieben-Tage-Inzidenzwerts berücksichtigt wird. In die jüngsten Berechnungen war zwar die Anzahl der infizierten Amerikaner eingeflossen, bei der Bevölkerung blieben sie dagegen außen vor, was zu einer Verzerrung der Statistik geführt hatte, die von vielen Kreispolitikern vehement kritisiert wurde.

Hinzu kam eine hohe Anzahl von nicht tagesaktuellen Nachmeldungen der Air Base Ramstein. Der Effekt: Der Inzidenzwert sprang auf 61 und der Landkreis wurde im Corona-Warn- und Aktionsplan des Landes von der „Gefahrenstufe Orange“, die noch am Freitag gegolten hatte, am Samstag in die „Alarmstufe Rot“ katapultiert. Diese höchste Stufe hätte zahlreiche Einschränkungen mit sich gebracht – gerade auch für die Menschen, die in den Herbstferien in Urlaub fahren wollen. Vielerorts hätte ihnen in Deutschland ein Beherbergungsverbot gedroht.

Um dies und weitere Einschränkungen im öffentlichen Leben zu verhindern, haben Landrat Leßmeister, der Kreisvorstand und der Krisenstab des Gesundheitsamtes Kaiserslautern „alle Hebel in Bewegung gesetzt“ und darauf hingewiesen, dass der ausgewiesene Anstieg der aktuellen Fallzahlen „fehlerhaft“ sei und die Fallzahlen deutlich unter dem Grenzwert 50 liegen, bei dem die „Alarmstufe Rot“ gilt.

Fehler im „System“

Obwohl das Land einräumte, dass der statistische Wert nicht das aktuelle Infektionsgeschehen abbilde, da die nachgemeldeten Fälle der US-Militärgemeinde einen zurückliegenden Zeitraum von mehr als 14 Tagen abdeckten und nur ein Bruchteil aus den vergangenen sieben Tagen stammte, blieb der Landkreis Kaiserslautern sowohl auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums als auch beim RKI bis Sonntagnachmittag auf Rot. Laut Leßmeister hat „ein Automatismus in der Datenerfassung“ dazu geführt.

Am Sonntag um 15 Uhr dann die „Entwarnung“: Das Mainzer Gesundheitsministerium korrigierte seine Corona-Infektionszahlen für den Landkreis Kaiserslautern nach unten: „Der hohe Inzidenzwert für den Kreis Kaiserslautern, der rein technische Gründe hatte, konnte dem tatsächlichen Infektionsgeschehen angepasst werden“, teilte das Ministerium auf seiner Internetseite mit. Der korrekte Sieben-Tage-Inzidenzwert für den Landkreis liege damit bei 37. Damit wechselte der Landkreis aus der „Alarmstufe Rot“ wieder zurück in die „Warnstufe Orange“, die ab einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 35 gilt.

„Die überwiegend amerikanischen Fälle, die nicht in den Sieben-Tage-Zeitraum reinspielen, konnten in dem komplizierten Programm, das den Inzidenzwert errechnet, aus technischen Gründen nicht den einzelnen Tagen zugeordnet werden“, erklärte Landrat Leßmeister, wieso die Änderung so lange gedauert hat und so aufwendig gewesen sei. „Wir haben zwei Tage lang recherchiert und gerödelt.“

Er zeigte sich zufrieden, „dass wir jetzt eine saubere Liste haben“. Der Inzidenzwert werde auch auf der Corona-Landesseite korrigiert. „Man hat mir zudem versichert, dass die richtigen Zahlen schnell ans RKI weitergegeben werden und damit bundesweit publiziert sind.“ Außerdem würden bei den künftigen statistischen Berechnungen fortan die rund 50.000 Amerikaner in der Region dem Gesundheitsamt Kaiserslautern zugeordnet, teilte er weiter mit. „Ich bin beruhigt, dass das System korrigiert wurde.“

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