Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Collins schwebt über allem: Die Tributeband Phil im Congress Center Ramstein

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Moment mal – Phil Collins in Ramstein? Nicht so ganz, aber diesen Eindruck konnte man am Samstagabend im Congress Center durchaus bekommen, als man die Band Phil live auf der Bühne erlebte. Und das nicht nur wegen der Stimme. Auch optisch wurde man hier einigermaßen überrascht, denn Sänger Jürgen „Phil“ Mayer erinnerte stark an den agilen Phil Collins der frühen 90er Jahre.

Von Anfang an zeigte sich, dass hier elf hochprofessionelle Musiker am Werk waren, die auch nach über 20 Jahren Bandgeschichte kein bisschen müde wurden, all die Lieder von Phil Collins (und Genesis) mit anhaltender Spielfreude stilecht zu präsentieren. Das leider nicht allzu große Publikum wurde dabei mitgenommen auf eine kurzweilige musikalische Zeitreise zurück in die 80er und 90er. Eine bunte, mitreißende Bühnenshow gab’s inklusive.

Das eher scheue Publikum traute sich zwar zunächst selbst nach mehrmaligem Bitten des Frontmanns nicht so richtig vor die Bühne, taute dann aber doch allmählich auf und fand sich auf einmal sogar als Hintergrund-Projektion mit hoch erhobenen Armen mitten auf der Leinwand wieder. Nicht nur auf diese Weise wurde man von der Formation ins Geschehen einbezogen und der Blick mächtig aufs Bühnengeschehen gelenkt.

Mit voller Kraft ging’s durchs Programm

Nach dem ersten Song „No Son Of Mine“ gab’s bei „Do You Remember“ die eigene Bandgeschichte in Bildern, bei „I Can’t Dance“ tanzte der charismatische Mayer dann entgegen der Titel-Aussage mit Sonnenbrille und weißen Handschuhen mitsamt Background-Sängerinnen entsprechend dem bekannten Video von Phil Collins agil durchs begeisterte Publikum. Ohne sich eine Pause zu gönnen, ging es dann über zu Collins’ berühmten Disney-Song „You’ll Be In My Heart“ aus dem Musical „Tarzan“ – wiederum inklusive eines inhaltlich passenden Videoclips. Normalerweise, so erklärte dabei Frontmann Mayer, liefen bei diesem Song im Hintergrund Bilder aus dem Musical. Doch nach einem Urlaub in Südafrika habe man beschlossen, selbst gedrehte Videos mit Aufnahmen aus der Savanne zu zeigen. Das wirkte dann um so intensiver, persönlicher und authentischer. Und genau so authentisch und mit viel eigenem Gefühl darin performte der Sänger dann auch dieses anrührend schöne Lied.

Und es ging mit voller Kraft weiter. Es folgten Schlag auf Schlag weitere gut arrangierte und wiedergegebene Collins- und Genesis-Hits, von „Mama“ über „Can’t Hurry Love“ bis zu „Easy Lover“. Und immer wieder kleine Gags und überraschende Show-Elemente: Bei „Land Of Confusion“ wurde das bekannte Puppen-Video aus den 80-gern eingespielt, bei „In The Air Tonight“ zeigte Schlagzeuger Bernd Schuhbach mit leuchtenden Drumsticks, dass man mit einem Schlagzeug mehr als das Übliche machen kann.

Sogar der „echte“ Phil gratulierte der Band bereits

Das Sahnehäubchen bekam das Publikum, das sich am Ende doch noch ganz nach vorne an die Bühne herangetraut hatte, mit der Zugabe in Form des von vielen nur zu gerne und begeistert mitgesungenen „Carpet Crawlers“ geliefert. Danach gab’s verdienten, andauernden Applaus für die erstmals am Ort gewesene Band aus dem Karlsruher Raum. Man muss sich da nicht wundern, dass der echte Phil Collins diese Band schon gelobt und empfohlen hat. Sogar zum zehnjährigen Bestehen des Ensembles hatte der britische Weltstar seinerzeit gratuliert – so etwas gibt es nicht alle Tage. So mochte Phil Collins zwar nicht wirklich und in persona auf der Bühne gestanden haben, aber doch war er durch die Ausstrahlung und das Können der Gruppe in einer gewissen Weise präsent. Phil war zwar „nur“ eine Kopie, gewiss – aber eine verflixt gute halt.

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