Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Citylauf in Kaiserslautern: Die Kenianerin beim Elitelauf abgehängt

Nach dem ersten Kilometer des Elitelaufs der Männer zeigte sich schon die Stärke der Favoriten. Links Moges Dargie Mengesha, neb
Nach dem ersten Kilometer des Elitelaufs der Männer zeigte sich schon die Stärke der Favoriten. Links Moges Dargie Mengesha, neben ihm der spätere Sieger Yihun Fanathun Gezahign.

Der 39. Citylauf in Kaiserslautern am Sonntag zeigte Neues, ungewöhnliche Siegerund junge Talente. Einen überraschenden Sieg gab es beim Elitelauf der Frauen.

Adeline Haisch (LG Region Karlsruhe) flog in den letzten Runden förmlich dem Sieg entgegen, obgleich sie zu Beginn noch im Rückstand lag. „Wir sind mit einer Trainingsgruppe von vier Läufern hergefahren. Es war eine gezielte Einheit, die wir eingestreut haben“, erzählt Haisch, die auf den 1500 Metern ihre Spezialstrecke sieht, dort vor rund einer Woche in Karlsruhe mit einer Bestzeit von 4:16 Minuten aufwartete. In 16:45 Minuten kam die Badenerin nach fünf Kilometern ins Ziel. „Mit der Zeit bin ich auch ganz zufrieden“, sagt Haisch. „Die Kenianerin ist super schnell losgelaufen“, erzählt die 26-Jährige über Caroline Kiprop, die mit Janet Komen kurzfristig für den Lauf gemeldet hatte. Kiprop spurtete förmlich los. „Ich war schon dankbar, dass ich in der zweiten Gruppe war. Das war ein sehr gutes Tempo“, erzählt Haisch, die mit Jessica Keller (TG Worms) und Janet Komen das Verfolgerfeld bildete. Mit zehn Sekunden Vorsprung nach zwei Runden schien es so, dass Kiprop nicht zu bremsen war. Haisch jedoch nagte an dem Vorsprung der Kenianerin, die bei angenehmen Lauftemperaturen angestrengt wirkte.

Fünf Sekunden vor der Kenianerin

Nach vier Runden waren die beiden Läuferinnen nahezu gleichauf. „Für mich war das eine Überdistanz, aber eine gute Vorbereitung für die deutschen Meisterschaften. Ich wollte am Ende schon gewinnen“, sagt die Karlsruherin, erstaunlich schnell erholt nach dem Rennen. 200 Meter vor dem Ziel spurtete Haisch an Kiprop vorbei, der sie noch fünf Sekunden abnehmen konnte. „Jetzt ist nur noch die Frage, ob die Jungs aus meiner Trainingsgruppe nachlegen können“, frotzelte Haisch, deren Teamkollegin Mathilde Wolf auf dem 13. Rang landete. Jessica Keller wurde in 17:09 Minuten Drittplatzierte, Komen landete auf dem vierten Rang (17:15).

Bereits wenige Minuten nach dem Ziellauf gab es dann nur noch eine Frage für sie. Wie ging es Julia Könnel (1. FC Kaiserslautern/10.), die wenig optimistisch vor dem Rennen dreingeblickt hatte? Sie kam in hervorragenden 19:06 Minuten ins Ziel. FCK-Teamkollegin Leonie Moratzky wurde in 19:28 Minuten gute Zwölfte.

Start und Ziel verlegt

An der Strecke hatte sich etwas geändert. „Die Strecke ist gleichgeblieben, aber wir haben Start und Ziel verlegt“, erzählt Jonas Hoffmann vom FCK, der federführend für die Organisation verantwortlich war. „Von der Organisation her ist es jetzt am Altenhof bedeutend einfacher. Wir können die Läufer nach dem Zieleinlauf besser ausleiten“, erklärt Hoffmann. Jedoch seien die Eliteläufer weniger zufrieden gewesen mit der neuen Strecke. „Sie haben vorher die lange Zielgerade sehr gemocht, jetzt haben sie nur 200 Meter, um richtig Tempo aufzunehmen“, erklärt Hoffmann.

Den Elitelauf der Herren gewann Yihun Gezaghin (TuS Kelsterbach, 14:03 Minuten) vor seinem Teamkameraden Moges Mengesha (14:08). Bester Lokalmatador war Michael Wiebelt von der TSG Kaiserslautern, der nach 16:01 Minuten als Zehnter im Ziel war. Den Jedermann-Lauf der Frauen gewann Alexandra Roth-Grüner (TPSV Enkenbach) in 19:28 Minuten, sowie Tobias Kiefer (Hyrox PRO athlete) in genau 17 Minuten.

Starke junge Talente

Beeindruckend auch die Leistung von Timo Braun vom TV Homburg. Der 17-Jährige hatte bereits im Vorjahr die 3000 Meter der U18/U20 gewonnen. „Ich bin einen Tag vorher noch Saarlandmeister über 1500 Meter der U18 geworden. Ich nehme hier den Lauf aber gerne mit, ich mag die Stimmung sehr“, sagt Braun, der nach 9:13 Minuten ins Ziel donnerte, den ersten Kilometer sogar in 2:58 Minuten anging. „Ich wollte schon gerne unter neun Minuten laufen. Meine persönliche Bestleistung ist 8:55 Minuten. Aber der Wind an einer Stelle war schon brutal“, sagt Braun. Mit fast einer Minute Vorsprung auf Felix Wagner (Hohenstaufen-Gymnasium) stellte er die gesamte Konkurrenz in den Schatten. Wagners Leistung mit 10:10 Minuten, die sehr stark ist, ging dabei fast schon unter. „Ich will über die 3000 Meter in die Top 10 bei den deutschen Meisterschaften. Danach will ich auf die 5000 Meter wechseln und schauen, was in der U20 geht“, sagt Braun, der in Kirkel-Altstadt wohnt. Bei den Mädchen U18/U20 kam Finja Ritschi (Gymnasium am Rittersberg) in 11:50 Minuten als Siegerin ins Ziel.

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