Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel CD regional: Die Formation The Royal Empire legt eine neue Produktion vor

Zusammen The Royal Empire: Andy Braun, Christian Zorn.
Zusammen The Royal Empire: Andy Braun, Christian Zorn.

Lust auf gut gemachten, handfesten, in Ohr und Herz gehenden Rock? So einen, den man in doppelter Hinsicht voll aufgedreht anhören sollte, wenn man mit Vollgas auf gerader Strecke in einen Sommertag hineinfährt? Der einem gefällt, wenn man noch weiß, wer Lemmy Kilmister war, aber auch jüngeren Musikfans etwas geben dürfte? Nun, wir hätten da mal einen Tipp: „L.O.V.E.“ heißt das hier aktuell zu empfehlende Album, das am kommenden Montag auf den Markt kommt. Und The Royal Empire nennt sich die kleine Band, die dabei gleich ein ganzes Dutzend klingender Schmuckstücke dieser, aber auch gemächlicherer Art anzubieten hat.

Der CD-Titel mag unspektakulär sein und die Band unbekannt. Aber Ersteres gilt eben nicht für den Inhalt des Werks, und das Zweite könnte sich genau deshalb bald ändern. The Royal Empire ist nämlich ein kleines, im Prinzip nur aus zwei Personen bestehendes Seitenprojekt der nicht ganz unbekannten heimischen Band 7ty Proof. Und die kann mittlerweile auf ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Bandgeschichte zurückblicken. Da ist denn einiges an nützlichen Erfahrungen drin.

Im Mittelpunkt der Entstehungsgeschichte steht der junge 7ty Proof-Bassist Christian Zorn. Der hatte vor über einem Jahr eine ganze Menge neuer, guter Song-Ideen, die auch Proof-Gründungs-Mitglied und -Sänger Andy Braun beeindruckten. Auch bedingt durch die Pandemie, in der man hauptbandtechnisch wenig tun konnte, verfolgten die beiden die neue Linie weiter – mit Braun als Textschreiber und Sänger und Zorn als die große treibende Kraft, die vom Komponieren und Arrangieren aller Stücke über das Einspielen sämtlicher „echter“ Instrumente (plus der sich ziemlich natürlich anhörenden aus dem Computer) bis hin zum Abmischen des kompletten Materials nahezu alles andere erledigte.

Die Mischung macht’s

Wie so oft macht es hier dann die Mischung: Christian Zorns eruptiver, meist ständig nach vorne zielender Rock der bewährten Art (der trotzdem in keiner Note wie „schon hundertmal gehört“ klingt), dazu Andy Brauns bewährte, angeraute, pointiert agierende Singstimme, mit der er sich in seinen Texten genregemäß vor allem mit Musik, Liebe und freiem Leben beschäftigt (ein paar andere, kritische Themen sind freilich auch noch drin): Das klingt gut zusammen, das ergänzt sich auch in Sachen musikalischer Vorgabe und Führung der passenden englischen Texte ganz prima.

Der Gesang kam übrigens nicht etwa online zur Musik, sondern wurde in Christian Zorns kleinem, aber feinem Heimstudio aufgenommen. Das wirkt dann ziemlich authentisch und frisch. Noch zusätzlich aufgemischt wird die Zweier-Kombo übrigens in den Songs „In The Name Of Brotherhood“ und „Psychopath“ durch den kraftvollen Gitarrenbeitrag von Gastmusiker Thomas Coressel.

Knackig-klassisches Rock-Feeling

So kann man sich denn quer durch die Produktion musikalisch wie textlich packen und treiben lassen von vor allem knackig-klassischem Rock-Feeling. Dabei und dazwischen gibt’s aber auch mal ruhigere Titel („Free“) und geradezu poppige Passagen, gibt es Texte mit Gesellschaftskritik, mit Erinnerungen, Ängsten und Hoffnungen („Till I Die“).

Das Album „L.O.V.E.“ ist außer auf den üblichen Download-Portalen auch in einer dem Projekt angemessenen „Old-School-Variante“ als klassische CD in einer limitierten Auflage erhältlich. Und diese Scheibe ist an sich schon etwas Besonderes: Sie ist nämlich (auch auf der Abspielseite) komplett schwarz und hat auf der Oberseite fühlbare (wenngleich natürlich nicht original abspielbare) Rillen wie auf einer alten LP. Ein netter optischer Gag und zugleich Nostalgie pur.

Gleich zwei Anspieltipps

Als Anspieltipps gibt es gleich zwei Nummern zu nennen: einmal den letzten Titel „Kings Of My Days“, in dem all die großen, schon verstorbenen Rock-Heroen aus der „guten, alten Rockzeit“ – Elvis, Mercury, Motörhead-Bandgründer und Frontmann Lemmy Kilmister und etliche andere – erwähnt werden.

Zum anderen auf der entgegengesetzten Seite den ungemein treibenden Opener „I Am What I Am“. Das ist genau jener, den man sich – nachdem man sich von ihm in der anfangs erwähnten Vollgas-Fahrt in den Sommertag begleiten ließ – auch noch am selben Abend auf der Rückfahrt in den Sonnenuntergang gönnen sollte. Energiegeladener Antrieb, krönender Abschluss einer Sache – guter Rock wie der von The Royal Empire kann beides sein.

Info

Das Album „L.O.V.E.“ der Band The Royal Empire ist ab Montag, 2. August als Download auf den bekannten Portalen und als physische CD erhältlich. Informationen über Bezugsmöglichkeiten gibt es auf der Homepage der Gruppe unter der Adresse www.theroyalempire.de

Cover der neuen CD von The Royal Empire.
Cover der neuen CD von The Royal Empire.
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