Westpfalz Carfriday: Polizei hat viele Beanstandungen bei getunten Wagen
Der Carfriday gilt als inoffizieller Saisonstart für die Tuningszene. Die Polizei fühlte den automobilen Schätzen der Fahrzeugbegeisterten in der Westpfalz auf den Zahn.
Nicht jedes Gefährt löste dabei so viel offensichtliche Freude bei den Beamten der Polizeiautobahnstation Kaiserslautern des Polizeipräsidiums Westpfalz aus wie der DeLorean: Vorbildlich gepflegt und im zulässigen Bereich modifiziert sei das Fahrzeug gewesen, das bereits vorm Karfreitag unter die Lupe genommen wurde, wird mitgeteilt. Der aus „Zurück in die Zukunft“ bekannte historische Wagen war sogar mit einem Fluxkompensator ausgestattet – und ganz im Hier und Jetzt konnte der Fahrer wieder weiterdüsen.
Doch nicht alle Kontrollen verliefen so beanstandungslos: Am Carfriday wurden ungefähr 80 Fahrzeuge kontrolliert. 62 Anzeigen wegen einer erloschenen Betriebserlaubnis wurden gestellt. Zwei Strafanzeigen wurden gefertigt, da gänzlich illegale Leuchten verbaut waren. Sieben Fahrer müssen mit Anzeigen wegen hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen rechnen. Ein junger Mann, der eine App zur Anzeige von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen nutzte, muss nun mit einem hohen Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.
Wie das Polizeipräsidium Westpfalz mitteilt, gibt es bei der Polizeiautobahnstation Kaiserslautern ein Expertenteam Tuningszene – das die Leidenschaft der Fahrzeugbegeisterten teilt. Die Beamten sind bereits seit Anfang April immer wieder zu Kontrollen unterwegs, denn viele getunte Fahrzeuge haben Saisonkennzeichen und werden im März oder spätestens April aus der Garage geholt.
Wenn die Betriebserlaubnis erloschen ist
Die Experten erklären: Eine Betriebserlaubnis erlischt nur dann, wenn Umbauten durchgeführt wurden, die zu negativen Eigenschaften beim betroffenen Fahrzeug führen. Andere Mängel, etwa Durchrostungen oder abgefahrene Bremsen, können zwar viel schlimmere Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben, betreffen aber nicht die Betriebserlaubnis. Eine Stilllegung erfolgt nicht vor Ort durch die Polizei – aber möglicherweise später durch die Zulassungsstelle. Deshalb werden die Autos durch die Polizisten auch nicht vor Ort entstempelt. Es darf jedoch nicht weiter gefahren werden.
Die Betriebserlaubnis ist die Erlaubnis, das Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr in Betrieb zu setzen. Erlischt die Betriebserlaubnis durch einen von der Polizei festgestellten Mangel, wird das Auto dadurch nicht automatisch fahruntauglich oder verkehrsgefährdend. Während die Polizisten dafür zuständig sind, festzustellen, ob die Betriebserlaubnis erloschen ist, können sie keine Betriebserlaubnis erteilen.
Fahrzeuge mit einer erloschenen Betriebserlaubnis werden nur dann abgeschleppt, wenn im Anschluss eine Begutachtung durch einen Prüfer stattfinden soll. Das Auto wird sichergestellt, um zu gewährleisten, dass der Zustand nicht verändert wird. Meistens reiche jedoch die Beweisaufnahme vor Ort durch die geschulten Beamten des Expertenteams Tuningszene aus.