Kaiserslautern Bunte Party zwischen Blumen
Die Welt zu Gast in Kaiserslautern: Am Sonntag lockte das Fest der Kulturen ungezählte Besucher auf die Gartenschau. Bei dem großen Spektakel gaben viele Kaiserslauterer Vereine kulturelle und kulinarische Einblicke in ihre Kultur. Zwischen Musik, Tanz und (Straßen-)Theater wurde die Gartenschau vom Eingangsbereich bis in den Neumühlepark zur großen bunten Bühne.
„Es ist wunderbar, so viele unterschiedliche Kulturen auf einem Fleck zu sehen. Da merkt man erst, wie bunt die Welt wirklich ist“, schwärmte Ramona Piatsek, eine von vielen Besuchern beim Fest der Kulturen der Lebenshilfe Westpfalz. Und genau darum ging es. Rund 60 Künstler aus etwa 20 verschiedenen Nationen – von Frankreich über Eritrea bis Kambodscha – kamen zusammen, um zu demonstrierten: „Es ist normal, verschieden zu sein.“ Unter diesem Motto setzt sich die Lebenshilfe Westpfalz seit Jahren für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen ein. Und unter eben diesem Motto unterstützte das Fest der Kulturen die kulturelle Vielfalt der Stadt. Schon der Gang über die Gartenschau-Brücke auf dem Weg zum Neumühlepark war ein aufregendes und multikulturelles Klangerlebnis: Von links gingen einem die iranischen, indonesischen und syrischen Klänge der Gruppe Shaian in die Ohren, von rechts rüttelte einem der Cuban-Sound der Truppe Son del Nene durch die Zehnspitzen und irgendwo weiter trommelte sich die Formation von Max Bousso, alias Djembé Afrika, schon mal die Finger warm. Die Stimmung unter den Besuchern hätte nicht besser sein können, und man begegnete so manchen kuriosen Gestalten im Freien. „Hello, good day“: Eine Gruppe von hochgewachsenen Frauen und Männern zieht durch die Straßen. Auf ihren Koffern stehen kleine Gedichte in unterschiedlichen Sprachen. Es ist die Stelzen-Sippe aus Bremen, die reisende Aus- oder Einwanderer mimt und neugierigen Besuchern von Heimat, Fremde und Schicksalen erzählt. Nur ein paar Meter weiter brachten Ellen Urban und Julia Staedler alias „La Mer“ ein wenig 30er-Jahre-Strandatmosphäre auf die Gartenschau, schütteten Sand aus Handtasche und Gummistiefeln, angelten Rettungsringe und unterhielten die Gäste mit feinster Slapstick-Akrobatik. „Los Nummer 15! Es geht ums Ganze“, rief ein Junge am kleinen Steg über der plätschernden Lauter. Die „Freunde der Gartenschau“ veranstalteten nämlich für die jungen Festbesucher ein Enten-Wettschwimmen auf dem Gewässer. Am Ende machte aber doch Nummer 3 das Rennen. Nächster Versuch beim Kaulquappen-Fangen. Und wenn der auch nicht gelingt, einfach eine Runde ausruhen bei dem sehr unterhaltsamen Figuren-Theaterstück der „Compagnie de l`Echelle“ im Rosentheater. Auf dem Rasen vor dem Bistro versammelten sich Erwachsene und Kinder vor traditionellen Holz- und Ziegenfell-Trommeln – den ältesten Kommunikationsmitteln Afrikas –, und sie lauschten gespannt Max Boussos Anweisungen: „Jetzt alle laut nachsingen und dazu im Takt trommeln: ,Afrika Jambo!`“ – und schon ging die Trommel-Party los. „Ich kann die westafrikanische Küche aus Senegal nur wärmstens empfehlen, wunderbares Fleisch“, lautete der Tipp eines Besuchers in Sachen Esskultur. Flammkuchen aus Frankreich klang aber auch nicht schlecht. Und gleich gegenüber eine flotte Sohle hinlegen zu kubanischen Rhythmen der Kombo „Son del Nene“. Die Theatergruppe „Labadu“ der Lebenshilfe Westpfalz gab im Eingangsbereich ab 15 Uhr eine Neuinterpretation von „Die Schöne und das Biest“ zum Besten. Und zwar spielt die Geschichte neuerdings im „Star Wars“-Universum, samt Rock- und Metal-Soundtrack zum großen Lichtschwerter-Kampf. Ebenfalls im Eingangsbereich tanzten am Nachmittag brasilianische Karnevalstänzerinnen in ihren prächtigen – wenn auch leicht freizügigen – Kostümen Samba auf der Treppe. Dieser farbenfrohe und schwungvolle Einblick in die brasilianische Kultur rundete für viele Besucher das kulturelle Großerlebnis auf der Gartenschau ab.