1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Bundespräsident verrät dem FCK-Vorsitzenden, mit welchem Fußballklub er leidet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Mitte) bekam von Verwaltungsratschef Rainer Keßler (rechts) ein FCK-Trikot geschenkt.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Mitte) bekam von Verwaltungsratschef Rainer Keßler (rechts) ein FCK-Trikot geschenkt.

FCK-Verwaltungsratchef Rainer Keßler plaudert mit Frank-Walter-Steinmeier beim Bürgerfest in Berlin. Das Staatsoberhaupt wird sich noch lange an den FCK erinnern.

Rainer Keßler hat sich schon mit vielen Persönlichkeiten unterhalten. Doch mit Deutschlands Staatsmann Nummer eins plauderte der Beiratsvorsitzende der Management GmbH des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern bislang noch nie. Bis vergangenen Freitag. Beim Bürgerfest des Bundespräsidenten begegneten sich Frank-Walter Steinmeier und Keßler. „Es war ein kurzes, aber sehr angenehmes Gespräch“, sagte Keßler der RHEINPFALZ. Er habe lange gegrübelt, wie er Steinmeier packen könne. Keßler fand schließlich den passenden Einstiegssatz. „Ich habe Grüße von Alexander Schweitzer, dem aktuellen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz sowie Vorsitzenden der Fritz-Walter-Stiftung, ausgerichtet“, erzählt Keßler. Da wurde Steinmeier hellhörig. Steinmeier und Schweitzer gehören der SPD an. „Wir redeten über Tradition, den FCK im Allgemeinen und 125 Jahre FCK“, sagt Keßler. Der Bundespräsident habe ihn gefragt, wann der FCK denn wieder in der Bundesliga spielen werde. Keßler entgegnete: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Schließlich verriet Bundespräsident Steinmeier, dass er Anhänger des FC Schalke 04 sei und damit ebenfalls leidgeprüft. Am Ende der kurzen Unterhaltung überreichte Rainer Keßler dem deutschen Staatsoberhaupt ein Trikot des FCK. „Er hat das Trikot mit Freude entgegengenommen“, sagte Keßler.

Fußball-Artist Sebastian Landauer.
Fußball-Artist Sebastian Landauer.

Einmal im Jahr veranstaltet der Bundespräsident das Bürgerfest in dessen Amtssitz Schloss Bellevue. Das Motto in diesem Jahr lautete: „Ehrensache – ich bin dabei“. Zwei Tage lang feierten die Menschen das Ehrenamt – wobei der Freitag für 4000 geladene Gäste vorbehalten war. Der Samstag war dann sozusagen der „Tag der Offenen Tür“. Dieses Jahr war Rheinland-Pfalz das Partnerland beim Bürgerfest des Bundespräsidenten. Firmen, Stiftungen, Verbände, der Sport, die Kultur und viele andere Institutionen präsentieren das Bundesland. Stellvertretend für den rheinland-pfälzischen Sport waren der Landessportbund, Bundesligist FSV Mainz 05 sowie der FCK in Berlin. Die Mainzer und der FCK teilten sich dabei einen Stand. „Trotz aller Rivalität haben wir im Schulterschluss unser Bundesland repräsentiert“, sagt Stefan Rosskopf, Leiter der internen Kommunikation des FCK. Rainer Keßler habe die FCK-Delegation – Marcus Böse (CRM & Digitales), Tabea Gottmann (Marketing), Stefan Rosskopf – angeführt, Jochen Röttgermann, Vorstandsmitglied für Marketing und Vertrieb, den FSV Mainz 05. Beide Fußballklubs boten verschiedene Attraktionen an – Geschwindigkeitsmessung des Schusses, Fotobox, Tischfußball sowie den Fußball-Artisten Sebastian Landauer. Er unterhielt die Zuschauer mit seinen gefühlvollen Ballkünsten.

„Für uns als FCK war es eine gute Erfahrung, einen solchen Auftritt in einem, größeren Rahmen zu erleben“, sagt Stefan Rosskopf,
»Für uns als FCK war es eine gute Erfahrung, einen solchen Auftritt in einem, größeren Rahmen zu erleben«, sagt Stefan Rosskopf, Leiter der internen Kommunikation: »Da können und werden wir noch einiges lernen.«

Der 1. FC Kaiserslautern ist in Berlin kein unbekannter Verein. Es gibt einen Fanclub dort. An den beiden Tagen interessierten sich laut Rosskopf viele Menschen für den FCK. Das Pokalfinale ist noch in den meisten Erinnerungen der Besucher haften geblieben. Die vielen Fans in der Stadt und die teuflische Choreographie der FCK-Fans im Olympiastadion wurden da immer wieder genannt, sagt Rosskopf. Ein Mann mit seinem Kind kam unterdessen in einem Trikot aus den 1990er Jahren. Das war mit zwei deutschen Meisterschaften und zwei Pokalsiegen das erfolgreichste Jahrzehnt in der FCK-Geschichte. „Die älteren Menschen erinnerten sich an Fritz Walter und Otto Rehhagel“, sagt Rosskopf: „Es war schön mitzubekommen, wie das FCK-Gen weiter an die nächste Generation, gegeben wird.“ Ein anderer Besucher, erinnert sich Rosskopf, habe am Ende des Gesprächs eine FCK-Dauerkarte gezückt. Die Liebe zum Verein kennt keine Distanzgrenzen. „Für uns als FCK war es eine gute Erfahrung, einen solchen Auftritt in einem, größeren Rahmen zu erleben“, sagte Rosskopf: „Da können und werden wir noch einiges lernen.“

Marcus Böse (Zweiter von links), Direktor CRM & IT beim FCK, in einer Talkrunde beim Bürgerfest in Berlin. Links: Jochen Röttger
Marcus Böse (Zweiter von links), Direktor CRM & IT beim FCK, in einer Talkrunde beim Bürgerfest in Berlin. Links: Jochen Röttgermann, Vorstandsmitglied des FSV Mainz 05.

Rainer Keßler hat beim Bürgerfest seine persönlichen Erkenntnisse gewonnen. Zum einen war er überrascht wie groß das Schloss Bellevue sowie der Schlossgarten sind, zum anderen sei der Tag eine gute Gelegenheit gewesen, um sich zu hinterfragen, ob der FCK den Menschen, die sich ehrenamtlich für den Verein engagieren, genug Wertschätzung entgegenbringt. „Diese würdige Veranstaltung sensibilisiert für diese Fragen“, sagt Keßler. Auch beim FCK kämen sehr viele Stunden zusammen, die die ehrenamtlichen Helfer leisten. Keßler nennt stellvertretend Erich Huber. Er kümmert sich seit Jahren um Menschen mit Handicap im Stadion. Am 19. Oktober wird der FCK daher wieder eine Autogrammstunde für die Rollifahrer organisieren, kündigt Keßler an. „Ohne Ehrenamt würden einige Abteilungen beim FCK nicht funktionieren“, sagt der Pirmasenser. Der Vorstand des FCK e.V, der Verwaltungsrat, Vereinsrat, die Mitarbeiter im FCK-Museum, das Awarnessteam bei den Heimspielen – alle arbeiten ehrenamtlich. „An den Heimspieltagen helfen bis zu 35 Mitarbeiter der KGaA, also der Profiabteilung, ehrenamtlich bei den Heimspielen“, sagt Keßler. Wichtig für Keßler sei es daher, den ehrenamtlich engagierten Menschen die Wertschätzung entgegenzubringen. „Dank und Wertschätzung sind für sie die Währung. Sie bekommen kein Geld, daher ist es umso wichtiger, ihnen zu danken. Und zwar angemessen“, sagt Keßler: „Denn Ehrenamt bindet.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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