Kaiserslautern Brennende Fackeln und geschmückte Fenster
Welcher Tag hätte zum „Fest der 1000 Lichter“ besser gepasst als der kürzeste Tag im Jahr? Herausgeputzt hat sich das Unionsviertel gestern Abend zur Wintersonnenwende.
Vor den Geschäften in der Pirmasenser Straße brannten Fackeln, hell erleuchtet und weihnachtlich geschmückt waren die Schaufenster, illuminiert die nackten Äste der Bäume. Nicht zu übersehen der große Baum mit tausenden von Lichtlein vor dem Unionskino. Zum dritten Mal hatte die Aktionsgemeinschaft des Unionsviertels im Rahmen des Lautrer Adventskalenders zum „Fest der 1000 Lichter“ geladen, und nicht nur die Geschäftswelt legte sich ins Zeug. Von sich hören ließ auch die Kaiserslauterer Band „Shaian“. Musiker aus Afghanistan, Eritrea, Iran, Syrien, Indonesien, Tunesien und Deutschland sind es, die sich bei Nieselregen mit ihren Stimmen und Instrumenten hervortun. Den Passanten gefallen die Darbietungen. So wie Rüdiger Cooper, der Wirt des „Taubenschlags“, die Frontseite seiner Kneipe weihnachtlich herausgeputzt hat, Glühwein, Kuchen und heiße Würstchen anbietet, zeigen sich auch etliche inhabergeführte Fachgeschäfte in der Pirmasenser Straße. Vor hübsch dekorierten Schaufenstern von „Picobello-Moden“ duftet es nach Kinderpunsch und Jagertee. Inhaberin Martina Menzner freut sich über jede Aktivität im Unionsviertel. „Es lohnt sich, das Viertel wird gut angenommen.“ Am gestrigen Tag neu eröffnet hat „carlaohio“, eine Coffee Bar, in der Vanessa, die junge Cafébetreiberin, großen Wert auf die Zubereitung von Kaffee legt. Wo früher die Spielkiste ihren Sitz hatte, wird es künftig nach fair gehandeltem Kaffee duften. Mit Schaufensterauslagen und fürs Lichterfest auffallend herausgeputzt haben sich Läden wie „Glamourös“, wo extravagante Garderobe angeboten wird, oder der Laden „Frau Becker“, wo schrille und ausgefallene Klamotten vergangener Zeit die Regale füllen. „Im Wohnfühlviertel von Kaiserslautern lohnt es sich zu wohnen und zu leben“, so Matthias Quinten, Sprecher der Aktionsgemeinschaft. „Hier ist jeder willkommen“, betont er bei der Eröffnung des Festes. Die Leerstände von Läden seien auf vier zurückgegangen. „Unser Beitrag, die Innenstadt am Leben zu halten.“ Für das neue Jahr kündigte er einen historischen Stadtlehrpfad im Viertel an. Oberbürgermeister Klaus Weichel sprach von einer Blaupause, die das Unionsviertel für andere Stadtquartiere sei. Vor drei Jahren habe er diese Entwicklung nicht zu hoffen gewagt, lobte er das Engagement der Aktionsgemeinschaft und der Anwohner.