Familienbande
Brüder und hochbegabte Fußballer
Schon im Doppelnamen der beiden schwingt etwas Südländisches mit. Steht doch vor dem weitverbreiteten deutschen Familiennamen Meier der Name Batista. Und in der Tat haben die Brüder deutsch-brasilianische Wurzeln. Der Vater Xaver ist Deutscher, und die Mutter stammt aus Brasilien, das ja für Ballzauber in Vollendung steht. Ja, er sei schon oft in der Heimat seiner Mutter gewesen, erzählt Heiko Batista Meier. In Fortaleza, einer über zweieinhalb Millionen Einwohner zählenden Küstenstadt im Nordosten des größten südamerikanischen Landes.
Sein Lebensmittelpunkt und seine fußballerischen Anfänge liegen aber in Kaiserslautern. Fing er doch als Bub beim FC Erlenbach mit dem Kicken an. Nach einem Zwischenspiel beim VfR Kaiserslautern erlebte er eine ihn als Jugendspieler prägende Zeit bei der TSG Kaiserslautern. Sein damaliger Coach Ralf Naßhan schwärmte vom Talent seines Schützlings und sagte ihm eine große Zukunft voraus. Vorausgesetzt aber, Heiko konzentriere sich ganz auf den Fußball.
Der Batista-Meier-Sound
Und es lief für den vielversprechenden Offensivspieler auch gut an. Stürmte er doch bei den Sportfreunden Köllerbach in der Oberliga. In dieser Zeit diente er bei der Bundeswehr, bezeichnenderweise bei der Artillerie. Auf das Anvisieren und Treffen von Zielen versteht sich Batista Meier auch vortrefflich auf dem Fußballplatz. Seine Freistöße waren und sind noch immer eine wahre Augenweide. Zudem haben seine Schüsse einen ganz besonderen, einen satten Klang, den Batista-Meier-Sound.
Sein Gipfelsturm endete dann aber allzu früh im saarländischen Köllerbach, die Oberliga sollte die höchste Klasse bleiben, die er erreichte. Danach spielte er wieder für die TSG Kaiserslautern, wechselte vom Buchenloch zum SV Mackenbach und dann zum Landesligisten VfB Reichenbach.
„Fehler gemacht“
Warum führte sein Weg nicht weiter nach oben, sondern zurück in die unteren Amateurklassen? „Ich habe Fehler gemacht“, antwortet der mittlerweile 29 Jahre alte Fußballer auf diese Frage, ohne wehmütig dabei zu werden. Ja, er bedauere es nicht, betont er, dass es mit der Profikarriere nicht geklappt habe. Heiko Batista Meier ist mit sich im Reinen, trauert den vergebenen Chancen nicht nach.
Seit seiner Rückkehr zum SV Mackenbach hat er eine neue Aufgabe gefunden. Erstmals ist er als Spielertrainer für ein Team verantwortlich. Den guten Start in die Saison 2020/21 beendete dann aber die Pandemie; auf Tabellenplatz zwei in der Südgruppe der A-Klasse Kusel-Kaiserslautern ging sein Team in die Zwangspause, deren Ende zum Leidwesen Batista Meiers und wohl aller Amateurfußballer noch nicht absehbar ist. In Mackenbach lebt Heiko Batista Meier mit seiner Frau Fiona. Seit vergangenem Sommer ist die junge Familie zu dritt, da erblickte die Tochter Melia das Licht der Welt und machte das Familienglück perfekt.
Stolz auf den Bruder
Familiensinn wird bei den Batista Meiers von jeher großgeschrieben. Das zeigt auch die enge Bindung der beiden Brüder Heiko und Oliver. „Wir telefonieren fast täglich miteinander“, erzählt Heiko, der sehr stolz auf seinen jüngeren Bruder ist, der vor wenigen Tagen 20 Jahre alt wurde.
Der junge Batista Meier sorgte im Sommer 2016 für Aufsehen, als er aus der Jugend des 1. FC Kaiserslautern in die Nachwuchsakademie des FC Bayern München wechselte. Von Natur aus mit viel Talent ausgestattet, ging sein Weg auch beim deutschen Spitzenklub nach oben. Nach der Zeit in den Jugendmannschaften spielte er in der Regionalliga Bayern, kam in der Dritten Liga regelmäßig zum Einsatz und gab im vergangenen Mai sein Debüt in der Bundesliga.
Von Uli Hoeneß entdeckt
Auf den jungen Spieler aus Kaiserslautern wurde Uli Hoeneß aufmerksam, der Batista Meier in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks als eines der großen Nachwuchstalente des FC Bayern bezeichnete. Vom FC Bayern wurde Oliver Batista Meier an den in der Eredivisie spielenden SC Heerenveen ausgeliehen. Sein Bruder fühle sich bei dem in der niederländischen Provinz Friesland heimischen Klub sehr wohl, sagt Heiko und berichtet weiter, dass Oliver im Sommer zum FC Bayern zurückkehren werde. Natürlich ist er von seinem Bruder überzeugt und traut diesem eine Bundesligakarriere zu.
Auch wenn für ihn selbst der Profifußball kein Thema mehr ist, so hat sich Heiko Batista Meier doch auch fußballerische Ziel gesetzt. So will er mit seiner Mannschaft eine gute Rolle in der A-Klasse spielen, wobei das nicht nur von ihm und seiner Elf abhängt, sondern auch davon, wie lange noch das Coronavirus das Fußballspielen in den Amateurklassen verhindert.