Ramstein RHEINPFALZ Plus Artikel Birch Tree sorgt für Überraschungen

Birch Tree mit (von links) Gitarrist Christian Bauer, verdeckt Schlagzeuger Peter Fischer, Sängerin Melanie Wistuba, Bassist Pet
Birch Tree mit (von links) Gitarrist Christian Bauer, verdeckt Schlagzeuger Peter Fischer, Sängerin Melanie Wistuba, Bassist Peter Barthelmes und Keyboarder und Sänger Thomas Vogt.

Manchmal steht der Anfang einer Sache unter keinem guten Stern, dafür wird es später umso besser. Wie bei der Pfälzer Band Birch Tree.

Gegründet Anfang 2020, als die Pandemie Live-Auftritte nahezu unmöglich machte, startet das Quintett jetzt umso kräftiger durch und zeigt, was alles in ihm steckt. Und das ist eine ganze Menge, wie ihr Auftritt bei der „Ramsteiner Sommer Lounge“ am Freitagabend zeigte. Auf der Open Air-Bühne an der Seite des gut besuchten Vorplatzes des Congress Centrum Ramstein (CCR) lieferte die Band aus Wilgartswiesen ein sattes qualitätvolles Fast-drei-Stunden-Programm ohne Längen.

Neu gegründet heißt nicht unerfahren. Die vier Jungs und ihre Sängerin sind alte Hasen in Sachen Bühnenmusik. Entsprechend sicher in technischer und stilistischer Hinsicht spielten sie das breit angelegte Programm zwischen altbekannten Hits und Titeln, die man so nicht allzu oft hört.

Anspruchsvolle Titel

Das lag auch daran, dass etliche Nummern ziemlich anspruchsvoll und fordernd sind. Dennoch schaffte es Birch Tree, gerade Stücke wie Meat Loafs „I’d Do Anything for Love (but I Won’t Do That)“ sauber und eindrücklich durch die Anlage zu bringen. Das Programm oszillierte locker und angenehm gespannt zwischen Standard-Covers à la „Superstition“ und „Cold as Ice“ und moderneren Titeln wie „Uptown Funk“. Und bot immer mal wieder kleine, komplexe Kabinettstückchen.

Interessant waren die Titel, die im Original von Sängern interpretiert werden, und nun von der stimm- und ausdrucksstarken Melanie Wistuba. So wurden Ohrwürmer wie John Farnhams „You’re the Voice“ frisch entkernt.

Die Besucher tanzen

Apropos Highlights: Sogar zwischen den vorgesehenen Songs schafften es Christian Bauer (Gitarre), Peter Barthelmes (Bass), Peter Fischer (Schlagzeug, Gesang), Thomas Vogt (Keyboard, Gesang) und Leadsängerin Melanie Wistuba, mit wenigen Mitteln gut zu unterhalten – sei es mit launigen Ansage-Sprüchen, mit einem spontanen Geburtstagsständchen für Wistubas im Publikum weilende Mutter oder, darauf muss man auch erstmal kommen, mit einem kleinen, überbrückenden Weihnachtslied-Intermezzo während eines Batterie-Wechsels im Gesangsmikrofon ...

Kein Wunder, dass das Publikum das ganze Konzert über augenscheinlich zufrieden war, ordentlich mitging und etliche Gäste den Titel „Shut Up and Dance“ als direkte Aufforderung zum Tanzen zwischen den Tischen und Stühlen verstanden.

Queen zum Abschluss

Und ganz zum Schluss, als ordentliche Zugabe nach ohnehin guter Leistung, wagte sich Birch Tree dann sogar noch an Queens opernhafte, schwierige „Bohemian Rhapsody“ heran – nicht mit allen ihren Partien freilich, aber in diesem Rahmen schlichtweg gut und beeindruckend. Das war dann doch schon ein wenig mehr als nur ein schnödes Cover-Konzert.

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