Kaiserslautern Bildung unter der „Lautrer Lupe“

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Der Abschluss des Großprojekts „AlphaKommunal“ zur Alphabetisierung breiter Bevölkerungsschichten und ein noch nie dagewesenes Niveau an Unterrichtungsstunden ragen in der Bilanz für das Volkshochschuljahr 2015 heraus. Als neues Projekt auf den Weg gebracht ist der interaktive Bildungsfahrplan „Lautrer Lupe“.

Die „Mitwisser“ im privaten und beruflichen Umfeld anzusprechen, war ein Ziel der Kampagne zur Alphabetisierung. Bei der Stadt als kommunalem Partner des Projekts seien viele Mitarbeiter geschult, außerdem Vereine, Verbände und Firmen auf das Thema Grundbildung angesprochen worden, berichtet VHS-Direktor Michael Staudt. Viel gebracht habe auch der „Bluhmenmedchen“-Bus der Stadtwerke. Es sei jedoch eine Sache, die Leute zu sensibilisieren. Sie dazu zu bringen, einen Alphabetisierungskurs zu besuchen, noch einmal eine ganz andere. Staudt will nicht ausschließen, dass mancher Angst hat, sich in seinem Betrieb als Analphabet zu outen und versichert: „Wir bleiben weiter dran.“ Fortbildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen der Verantwortlichen würden weitergeführt. Was er bedauert ist, dass die Firma Opel eine ins Auge gefasste große Schulung von Personalverantwortlichen vor dem Hintergrund der Flüchtlingsproblematik abgesagt habe. Ein anderer Schwerpunkt waren Sprach- und Integrationskurse. In Staudts Analyse der letzten fünf Jahre ist die Anzahl der Kurse um 70 Prozent, der Unterrichtsstunden um 61,4 Prozent und die Anzahl der Belegungen um 117,6 Prozent gestiegen. Tendenz steigend durch die Flüchtlingssituation. Allein im Bereich Deutsch als Fremdsprache sind 27 Dozenten beschäftigt. „Wir mussten neue Räumlichkeiten anmieten und zahlen höhere Gehälter“ so Staudt. Dazu sei die Zahl der hauptamtlich Beschäftigten „ohne Erhöhung des städtischen Zuschusses“ um vier auf zwölf Personen erhöht worden. Den alle vier Jahre fälligen Test zur Qualitätssicherung als Weiterbildungsorganisation hat die Volkshochschule Kaiserslautern 2015 erfolgreich abgeschlossen. Dies trotz eines permanenten Kampfes um die „freiwilligen Leistungen“ der Stadt, wie Staudt betont. Dabei seien große Bereiche der VHS Pflichtaufgaben; man müsse sich bewusst machen, was verloren gehe, würde auch nur ein Euro weggenommen. Er sei schon dankbar, dass er bisher wenigstens nicht von Kürzungen betroffen ist: „15 Jahre ohne Erhöhung sind schon eine Kürzung.“ Dass die Belegungszahlen der Volkshochschule in den 13 Jahren seiner Leitung um 41 Prozent gestiegen sind, ist für Staudt Indiz dafür, dass die Einrichtung den Bedarf der Bevölkerung nicht nur deckt sondern ständig neu weckt. Als ein Beispiel dafür steht in seiner Bilanz der neue Internetauftritt mit vielen neuen Funktionen, etwa einer Vorlesefunktion, der bisher gut ankomme. Oder der interaktive Wegweiser durch die Bildungslandschaft. So soll die „Lautrer Lupe“ Wege zu unterschiedlichen Bildungszielen aufzeigen. Ergänzend dazu wird die VHS als Anlaufstelle in ihren Räumen noch ein Infocenter für Bildung und Sprache einrichten. Als Träger wird die Volkshochschule in diesem Jahr mit dem Kulturamt und der Zukunftsinitiative Westpfalz in das Projekt „Soziokulturelles Zentrum Friedenskapelle“ einsteigen und dort selbst vormittags Integrationskurse abhalten. Nachmittags sollen die Kinder- und Jugendkultur zum Zuge kommen, abends die freie Kulturszene. Innerhalb der VHS-Vortragsreihe kündigt Staudt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank ab dem 5. April an sechs Dienstagen Vorträge zu den Themen Geld, Währung und Zentralbankwesen an. Geplant ist außerdem ein vierwöchiger Online-Kurs zum Thema Gesundheit in Kooperation mit der Technischen Universität und dem Weiterbildungszentrum des Westpfalzklinikums. Wegen der guten Resonanz auf den großen Info- und Beratungstag vor Semesterbeginn, den die Volkshochschule 2015 erstmals angeboten hat, kommt am 11. Februar eine Neuauflage. Mit einer Woche „Lesegarten“ wird sich die Volkshochschule außerdem erneut an der Aktion „Lautern liest“ beteiligen. (krh)

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