Kaiserslautern Betriebsratsvorsitzender: Bugwelle aufgeschobener Behandlungen wächst

Wertschätzung ist laut Leonel Alves elementar, wenn es darum geht, Personal zu gewinnen und zu halten.
Wertschätzung ist laut Leonel Alves elementar, wenn es darum geht, Personal zu gewinnen und zu halten.

Anders als in den Vorjahren macht die Corona-Pandemie in den Sommermonaten keine Pause. Wie Leonel Alves, der Betriebsratsvorsitzende des Westpfalz-Klinikums in Kaiserslautern, berichtet, wird die Bugwelle aufgeschobener Behandlungen in allen Krankenhäusern quer durch die Republik dadurch immer größer. Rund zehn Prozent der Mitarbeiter im Klinikum seien aktuell krankgemeldet, rund zehn bis 15 Prozent seien in Urlaub. Die Folge: Nicht zeitkritische Behandlungen müssen abgesagt werden.

Zu den temporären Ausfällen kommt der generelle Mangel an Pflegepersonal. Der Bedarf ist auch am Westpfalz-Klinikum hoch, doch es gibt auf dem Markt keine Pflegekräfte, sagt Alves. Das Klinikum versucht mit verschiedenen Maßnahmen, die vorhandenen Pflegekräfte zu entlasten und neue zu gewinnen, beispielsweise indem Mitarbeitern im sogenannten „Flex-Team“ sehr flexible Arbeitszeiten angeboten werden. Ausgerechnet eine Maßnahme im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, die eigentlich darauf abzielt, Pflegekräfte zu entlasten, könnte künftig aber dazu führen, dass weitere Betten gesperrt werden müssen, fürchtet Alves. Das sei womöglich so gewollt, vermutet der Betriebsratsvorsitzende. Dabei habe man in Kaiserslautern jetzt schon Probleme, die Patienten unterzukriegen.

Mehr lesen Sie im Interview mit Leonel Alves.

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