Kaiserslautern
Betrieb im Kochwerk läuft seit Wochen „auf Sparflamme
„Seit Wochen läuft der Betrieb im Kochwerk auf Sparflamme“, berichtet Walter Steinmetz, der Geschäftsführer des Ökumenischen Gemeinschaftswerks Pfalz. Seit Anfang April sei das Kochwerk massiv von Kurzarbeit betroffen. Von den 70 Mitarbeitern, die täglich mit der Zubereitung von Mahlzeiten beschäftigt sind, sind 40 Prozent Menschen mit Beeinträchtigungen. Anfang Mai sei die Produktion Schritt für Schritt wieder aufgenommen worden. Nachfragen von Kunden im einstelligen Zahlenbereich habe man ablehnen müssen, da der Aufwand zu groß gewesen sei.
„Wir hätten fast schließen können“, beschreibt der Geschäftsführer die betriebliche Situation. Aber die Kosten wären weitergelaufen. „Wir versuchen mit so wenig Personal wie möglich über die Runden zu kommen und Kosten zu sparen“, sagt Steinmetz. Entsprechend seien auch weniger Menschen mit Beeinträchtigungen wieder in Arbeit, bedauert Steinmetz. Aufgrund der aktuellen Situation weiterhin geschlossen bleibt das Bistro des Kochwerks, wo Berufstätige aus dem IG Nord gerne ihren Mittagstisch eingenommen haben.
Steinmetz glaubt nicht an Regelbetrieb
Was die kommende Zeit angeht, befürchtet der Geschäftsführer, dass es in Kindertagesstätten und Schulen keinen Regelbetrieb wie vor Corona geben wird. An einen regulären Unterricht für alle glaubt er nicht. Das gelte auch für die Einrichtungen des Gemeinschaftswerks. Zu ihnen gehören die Reha Westpfalz Landstuhl, die Westpfalz-Werkstätten Landstuhl, die Ludwigshafener Werkstätten und das Haus im Westrich in Kusel. Insgesamt werden in den Einrichtungen 1600 Menschen mit Beeinträchtigungen beschäftigt. Ungefähr 900 könnten unter den gegebenen Bedingungen dort ihre Arbeit aufnehmen.
Gleichzeitig gingen in den Werkstätten teilweise die Aufträge zurück. „Für Inklusionsbetriebe keine gute Situation. Wir versuchen zu allen Betrieben den Kontakt zu halten und alles zu tun, damit den Menschen die Decke nicht auf den Kopf fällt“, betont Steinmetz. Viele der Beschäftigten lebten alleine und litten unter psychischer Beeinträchtigung. Ihnen fehle in Corona-Zeiten die Tagesstruktur.
Einen möglichen Weg finanziell mit dem Kochwerk durch die Krise zu kommen, sieht Steinmetz in einem konsequenten Kostenmanagement und in der Kurzarbeit. Mit den Kunden des Kochwerks stehe er in Kontakt, dass diese sich an einem Teil der fixen Kosten beteiligen. „Ein möglicher Weg. Wir suchen jeden Strohhalm, um durch die Krise zu kommen.“ Die Inanspruchnahme durch staatliche Fördermittel sieht Steinmetz für eine gemeinnützige Einrichtung nicht gegeben. „Kredite helfen uns nicht wirklich weiter, weil wir diese mittelfristig zurückzahlen müssen.“