Kaiserslautern „Betonung liegt auf Lieblingsliedern“
So viel Spaß haben wie möglich, aber immer auf dem Boden der Tatsachen bleiben. So umschreiben die jungen Musiker der Band Lio um Sänger Leonard Stahl ihr Credo. Mit Covern und eigenen Werken bringen sie Rockfans auf ihre Kosten. Am Freitag und Samstag bespielt die Band zwei Bühnen auf dem Altstadtfest.
„Der Spaß steht für uns immer im Vordergrund“, sagt Lio-Frontmann Leonard Stahl. Mit diesem Spaß geht es für die Musiker nun ins dritte Bandjahr und zum zweiten Altstadtfest-Gig. Lio ist eine junge Rockband aus dem Raum Kaiserslautern, die sich im Oktober 2015 gegründet hat. Stahl gibt die Stimme, Marco Gries spielt Gitarre, Alexander Bernhard zupft den Bass und Christian Matzke hämmert auf dem Podest. Im Programm befinden sich sowohl selbst geschriebene Titel als auch Cover von Lieblingssongs aus der Musikgeschichte – mal bekannter, mal weniger. Die Betonung liegt auf „Lieblingssongs“. Denn ungeliebte Hits zu covern, nur um einem breiten Publikum zu gefallen, kommt für die Musiker nicht in Frage. „Wir suchen uns nicht die Songs aus, die möglichst viele Leute gut finden, sondern die, die wir selbst gut finden“, sagt Stahl. Gespielt werden etwa Titel von Jimi Hendrix, Led Zeppelin, Velvet Revolver, Red Hot Chili Peppers, AC/DC und Guns N Roses. Die eigene Kreativität lässt das Quartett dabei nie außer Acht. „Bei unserem Programm waren wir von Anfang an darauf fixiert, eigene Sachen zu produzieren. Uns ganz von den Covern lösen werden wir wahrscheinlich nicht. Das kommt bei Veranstaltungen wie dem Altstadtfest einfach besser an. Aber eine reine Coverband wollten wir und wollen wir nie sein.“ Die letzte eigene Studio-Veröffentlichung „The Sun“ ist zwei Jahre her. Seit Januar 2018 wird jedoch an neuen Aufnahmen gearbeitet. Das Komponieren geschieht meist getrennt, kommuniziert wird vorwiegend via Internet. Denn die Bandmitglieder wohnen und arbeiten in einem größeren Radius voneinander weg. „Wir versuchen, mindestens einmal die Woche zu proben, aber das Internet ist eine riesige Unterstützung, durch die wir beim Songschreiben flexibler sind“, erzählt Stahl. „Dass wir uns mal ein komplettes Wochenende im Proberaum einschließen und zusammen Musik machen und Zeit verbringen, hat in den drei Jahren Bandgeschichte noch nicht geklappt, ist aber auf der To-do-Liste.“ Lio ist nicht das erste Projekt der Musiker. Die Mitglieder haben vorher jahrelang Musik gemacht, teilweise auch schon gemeinsam. Die Band ist ständig auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten, das Spektrum reicht von Festivals über Musikclubs bis hin zu privaten Feiern – mit einem immer angepassten Programm in petto. Und mit angepasstem Instrumentarium: entweder in klassischer Voll-Elektronik-Besetzung oder im typischen „Unplugged“. Dass sie nicht danach streben wollen, von der Musik zu leben, war den Musikern von Anfang an bewusst. Was die Musik angeht, „sind wir alle Realisten. So bleibt auch der Spaß erhalten, ohne unerfüllbare Erwartungen oder Erfolgsdruck im Nacken.“ Deshalb verdient sich Gries als ausgebildeter Physiotherapeut seine Brötchen, Bernhard ist Medizin-Student, Matzke macht eine Ausbildung im IT-Bereich und Stahl beendet derzeit seinen Master. Trotzdem gehen sie nicht halbherzig an die Musik. Nach Arbeit, Familie und Freunden ist die Band das wichtigste im Leben der Lio-Jungs. „Wir wollen einfach so viel Spaß haben wie möglich, damit so viele Leute erreichen wie möglich, aber immer auf dem Boden der Tatsachen bleiben“, sagt Stahl. Das neue Lio-Material soll im Laufe des Jahres veröffentlicht werden. Einen Vorgeschmack auf die Qualitäten der Band können die Besucher beim Altstadtfest ergattern: morgen, Freitag, 6. Juli, ab 20.45 Uhr auf der „Kunstgriff“-Bühne in der Salzstraße und am Samstag, 7. Juli, ab 19 Uhr auf der Bühne im Jugend- und Programmzentrum (mit Surfing Horses). „Wer auf Rockmusik steht, gerne feiert und Bier trinkt, ist bei uns genau richtig“, verspricht Stahl.