Kaiserslautern
Beste Laune bei Sascha Kleinophorsts Konzert im Irish House
30 Jahre Bühnenerfahrung, das will schon etwas heißen. Einen nicht unerheblichen Teil davon hat das Multi-Talent – Sascha Kleinophorst ist Sänger, Gitarrist, Komponist, Sprecher, Schauspieler, Moderator – in vorderster Linie mit nicht ganz unbekannten Bands wie Wet Desert und Brass Machine genau hier im Irish House gemacht. Also war der Wunsch-Platz für den Jubiläumsgig schon mal geklärt. Und weil’s eben ein besonderes Konzert war, kam er diesmal auch mit einer brandneuen Band und auch (abgesehen von einigen anekdotenreichen Anmoderationen) ganz konzentriert auf die Funktion als Sänger und Gitarrist auf die Irish House-Bühne.
Beides machte das Konzert neben dem Jubiläums-Charakter zusätzlich zu etwas Besonderem. Zum einen zeigte sich die Band als hoch versierte Formation, die auch live vertrackte (Cover-) Titel wie „Land Of Confusion“ nah am Original und dennoch knackig aufgefrischt präsentieren konnte. Eigentlich kein Wunder: Gitarrist Christof Brill, Keyboarder Frank Schäffer, Bassist Stefan Engelmann und (kurzfristig eingesprungen) Schlagzeuger Benedikt Bassimir – zusammen die „Rüstigen Ritter“ genannt – sind allesamt erfahrene, auch den Leadsänger öfters begleitende Musiker, die mit jedem der gebotenen Rock- und Pop-Titel des langen Abends ebenso zurecht kamen wie sie auch ihren Frontmann Sascha Kleinophorst lässig, aber technisch und interpretatorisch sicher und originell unterstützten.
Das war denn nun auch das zweite Element, das dieses Konzert besonders gut gelingen ließ: Kleinophorst selbst präsentierte sich wie schon immer als ausdrucksstarker Sänger, der auch etwa in schwierigen Gesangshöhen nicht nachließ, als versierter Gitarrist, als „Rampensau“ im besten Sinne. So hatte er sich vor zehn Jahren, beim Sonderkonzert zum letzten runden Jubiläum, augenzwinkernd selbst bezeichnet.
So wurde es für alle ein gelungener Abend, fast könnte man sagen „eine rauschende Ballnacht“ – immerhin wurde vor der Bühne ausgiebig getanzt, und das „Rauschhafte“ manifestierte sich auch in ekstatischen Gitarren- und Keyboard-Soli der Band. Drei eigene Songs aus der Feder Kleinophorsts aus seiner Wet Desert-Zeit (die den internationalen Vorbildern nicht nachstanden) und elegant eingestreute Klassiker mit Mitsing-Potential im großen Irish House-Publikum wie „Shut Up And Dance“ oder, noch mehr, Robbie Williams’ „Road to Mandalay“ rundeten dieses Jubiläumskonzert vollends ab. So geht gute, klassische Unterhaltung auf der Basis von musikalischem Können und Gespür.