Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Beim TuS Dansenberg ist alles bereit für die Zweite Liga

So wünschen sich die Dansenberger das auch in Zukunft: Die Halle ist voll, der TuS ist erfolgreich und spielt vielleicht in der
So wünschen sich die Dansenberger das auch in Zukunft: Die Halle ist voll, der TuS ist erfolgreich und spielt vielleicht in der Zweiten Liga. Hier zieht Jan Claussen ab, der in der nächsten Saison ebenfalls mit dabei sein wird.

Dass der TuS Dansenberg mittelfristig den Aufstieg in die Zweite Handball-Bundesliga anstrebt, ist kein Geheimnis. Die Weichen hierfür sind gestellt, die Teilnahme an einer möglichen Aufstiegsrunde beschlossene Sache. Nun könnte alles schneller gehen als gedacht.

„Die Halle ist zweitligatauglich“, erläutert Teammanager Alexander Schmitt, dessen Name eng mit den Erfolgen der vergangenen Jahre verbunden ist. „Finanzielle Drahtseilakte wird es im Aufstiegsfall nicht geben“, betont der Macher. Die Mehrausgaben, wie zum Beispiel für längere Anfahrten zu den Spielen, wären durch die eine Klasse höher gezahlten Fernsehgelder nahezu gedeckt. Über die hinter vorgehaltener Hand kursierenden Vorwürfe, Schmitt würde Spieler vor allem mit überdurchschnittlich hohen Gehältern nach Dansenberg locken und damit die Preise kaputt machen, kann er nur schmunzeln. „Was da stellenweise für Zahlen im Raum stehen, ist absurd. Wir liegen mit unserem Etat im Mittelfeld der Liga. Für viele Spieler ist vor allem die sportliche Perspektive ausschlaggebend, wenn sie zu uns wechseln.“

Talentierte Nachwuchs-Asse

So gelang es vor Saisonbeginn, hochtalentierte Nachwuchs-Asse wie Juniorennationalspieler Nils Röller (19/TSG Haßloch), Julius Rose (20/TBV Lemgo) und Raphael Guden (20/HC Berchem) von einem Engagement in der Westpfalz zu überzeugen. Alle Neuzugänge haben gemeinsam, dass sie jung, ehrgeizig und entwicklungsfähig sind. Bis auf Routinier Theo Megalooikonomou (37), der seine Karriere am Ende der Saison beenden wird, sind alle Spieler mindestens noch ein weiteres Jahr gebunden. Auch TuS-Urgestein Steffen Kiefer (33) hat seinen auslaufenden Vertrag kürzlich um ein weiteres Jahr verlängert.

Verein breiter aufstellen

„Es ist alles andere als leicht, Spieler und Sponsoren bei Laune zu halten, wenn der Spielbetrieb über einen solch langen Zeitraum unfreiwillig ruht. Wir sind ungeheuer dankbar, dass sämtliche Unterstützer an Bord geblieben sind. Auch die Zahl der Austritte, die seit Beginn der Pandemie im niedrigen zweistelligen Bereich liegt, ist überschaubar“, erläutert Schmitt, der den Verein in Zukunft noch breiter aufstellen will.

„Natürlich ist die Handballabteilung das Aushängeschild, aber wir haben noch sehr viel mehr zu bieten“, sagt der 38-Jährige mit Blick auf die anderen Abteilungen wie zum Beispiel Turnen und Rehasport. Letztere wolle man in Kooperation mit dem Physiotherapeuten Vadim Schwindt massiv ausbauen. „Vadim, der auch unsere erste Mannschaft betreut, verfügt über ein großes Know-how und hat tolle Übungsräume. Da ist etwas am Entstehen, das beiden Seiten nützt“, betont Schmitt.

Engagierte Ehrenamtliche

Davon, dass sein Verein die Corona-Krise überstehen wird, ist er felsenfest überzeugt. Auch dank der vielen ehrenamtlichen Helfer, die zwar nicht im Rampenlicht stehen, aber dennoch unverzichtbar sind. „Mein Vorstandskollege Andreas Wilhelm macht einen super Job. Das gilt auch für Benjamin Lanz, Petra Lanz, Nicole Holstein und viele mehr.“ Natürlich müsse der Verein jetzt sparen, es fehlten ja nicht nur die Einnahmen aus den Heimspielen. „Von was soll der Pächter unserer vereinseigenen Gaststätte denn die Miete zahlen, wenn er nicht öffnen darf“, nennt Schmitt ein weiteres Beispiel.

Kostenfaktor Halle

Die eigene Halle sei auf den ersten Blick zwar eine tolle Sache, verschlinge im Schnitt aber mehrere tausend Euro pro Monat. „Kredite, Strom, Gas, Wasser und Heizung laufen weiter. Auch das Parkett muss regelmäßig abgeschliffen und neu versiegelt werden. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und die erbrachten Eigenleistungen wäre vieles nicht möglich“, weiß Schmitt. Mit einem 25-prozentigen Gehaltsverzicht tragen die Spieler aktuell ihren Teil dazu bei, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, die staatlichen Coronahilfen sind beantragt. Als Landesstützpunkt Handball in Kooperation mit dem Heinrich-Heine Gymnasium Kaiserslautern hat der TuS Dansenberg seinen Namen als Talentschmiede untermauert.

Die Eigengewächse

In den vergangenen Jahren ist es den Schwarz-Weißen immer wieder gelungen, Spieler aus der eigenen Jugend erfolgreich in den Aktivenbereich zu bringen und dort zu Leistungsträgern zu formen. Die zweite Mannschaft, die in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar antritt, spielt hierbei als Zwischenstation eine wichtige Rolle. Vor Saisonbeginn glückte mit Marco Holstein (21) erneut einem Nachwuchsspieler der Sprung in den Drittligakader. Mit Alexander Schulze, der inzwischen für den TVB Stuttgart spielt, schaffte nach dem vor einiger Zeit wieder zurückgekehrten Robin Egelhof erneut ein Eigengewächs den Sprung in die Erste Bundesliga. „Es ist wichtig, immer Ziele zu haben, daher wollen wir die Jugendarbeit weiter intensivieren. Es wäre doch eine tolle Sache, irgendwann mal eine Mannschaft in der Jugendbundesliga zu haben“, sinniert Schmitt.

Votum für die Aufstiegsrunde

„Wenn wir im März nicht weitermachen können, wird es im April eine Aufstiegsrunde geben. Die Mannschaft hat sich einstimmig dafür entschieden, daran teilzunehmen. Wir testen regelmäßig und haben ein tolles Hygienekonzept. Das Aufstiegsrecht würden wir im Fall der Fälle dann auch wahrnehmen. Ich traue es den Jungs durchaus zu, einen ähnlichen Weg wie Vorjahresaufsteiger Fürstenfeldbruck zu gehen. Die haben aktuell acht Punkte und damit gute Chancen auf den Klassenerhalt.“

Gerry Ehrmann des TuS

Ein wichtiger Mosaikstein im Erfolgskonzept ist Torwarttrainer Jochen Schwarz. „Jochen ist sozusagen der Gerry Ehrmann des TuS Dansenberg. Er macht hier seit vielen Jahren einen tollen Job, arbeitet viel im Hintergrund und bringt als ehemaliger Zweitligaspieler unseres Vereins eine hundertprozentige Identifikation mit. Er hat einen großen Anteil an der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre“, lobt Schmitt. Der Aufstieg in die Zweite Bundesliga wäre keine Überraschung, hat Dansenberg sich doch innerhalb der vergangenen neun Jahre von Spielzeit zu Spielzeit kontinuierlich verbessert. Die vergangene Saison beschlossen die von A-Lizenzinhaber Steffen Ecker trainierten Schwarz-Weißen auf dem dritten Tabellenplatz und untermauerten damit ihren Anspruch, ein Drittliga-Topteam zu sein.

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