Radsport
Beim 100. Geburtstag geht es auf der Radrennbahn rund
Die Zeiten, als die Radsportler des Radfahrervereins Schopp bei den deutschen Meisterschaften um die Medaillen fuhren, sind längst vorbei. Dem Verein fehlen nicht nur ausreichend Trainer, sondern auch der Nachwuchs. Dazu kommt, dass die 450 Meter lange Betonbahn nicht mehr den internationalen Ansprüchen gerecht wird. Dennoch gab es auch Glanzzeiten im Verein. Wer erinnert sich noch an die Militär-Bahnrad-WM oder an die Ärzte-DM, die in Schopp Station machte, die deutschen Meisterschaften und Bundesligarennen auf dem Mountainbike mit Start und Ziel im Eichwaldstadion oder an die Erfolge eines Jens Klaus oder John Paul Fürus, die den RV Schopp sogar international bekannt machten?
Die erfolgreiche Zeit ist etwas verblasst, auch der Radsport hat sich verändert. Der RV Schopp mit seinem rührigen Vorsitzenden Hartmut Gundacker kann dennoch auf eine lange und erfolgreiche Tradition des Radsports in der Holzlandgemeinde zurückblicken. Die Bahn ist noch da. Und dort wird es wieder ein Kriterium geben, das einst im Jahre 2018 aus der Taufe gehoben wurde.
Aus der Not geboren
Damals entstand die Idee aus der Not. Statt die Bahn in die sportliche Bedeutungslosigkeit zu führen, suchten die Verantwortlichen des RV Schopp nach Lösungen, um den Sport- und Wettkampfbetrieb auf der 450 Meter langen Radrennbahn aufrechtzuerhalten. Während damals der Nachwuchs dort noch gelegentlich seine Runden drehte, war der Rennbetrieb zum Erliegen gekommen. Jetzt steht zum vierten Mal in Folge das Radkriterium auf dem Programm. Aus Anlass des 100. Geburtstages sogar mit zwei Dernyläufen, eben jene Rennen hinter den Motorrädern, wie sie der legendäre Peter Bäuerlein lenkte, der derzeit international erfolgreichste Schrittmacher.
Es ist kein klassisches Bahnrennen, denn die Akteure, die ihre Meldung abgegeben haben, werden auf Straßenrädern unterwegs sein. Los geht es am morgigen Sonntag ab 10.30 Uhr mit dem Rennen der Senioren. Insgesamt elf Rennen sind diesmal geplant, so viele wie noch nie. „Wir wollen möglichst allen Altersklassen die Möglichkeit bieten, wieder mal ein Rennen zu fahren“, sagt Hartmut Gundacker. Der Vorsitzende hat deshalb auch den sportlichen Bereich dem international erfahrenen Kommissär des Weltverbandes UCI und Veranstalter von Straßen- und Bahnrennen, Andreas Gensheimer (Offenbach), überlassen.
An die 90 Meldungen
Inzwischen liegen dem Südpfälzer fast 90 Meldungen für die Wettbewerbe vor. „Wir sind mit der aktuellen Resonanz zufrieden, nachdem kurzfristig noch einige Nachmeldungen eingingen“, sagt Gensheimer, der hofft, die „100er Marke“ zu knacken. Im Mittelpunkt stehen neben den Wettbewerben für den Nachwuchs das Rennen der Elite-Amateure über 100 Runden (13.30 Uhr) und die beiden Dernyläufe hinter den Schrittmachern (16/17.15 Uhr). Zu den Favoriten um den Sieg zählen Tim Schlichenmeier (Team Auto Brosch RSC Kempten), Dominik Merseburg (Wheelsports-Metropol Racing), Fabian Genuit (Team Möbel Ehrmann), Marc Külmer (Team Erdinger Alkoholfrei) sowie der aus dem südpfälzischen Offenbach stammende Christopher Bork (RSV Stuttgart-Vaihingen).
Zeitplan
10.30 Uhr: Rennen der Senioren 3/3/4 über 70 Runden
11.25 Uhr: Rennen der U17 über 50 Runden
12.25 Uhr: Rennen der Amateure über 80 Runden
13.30 Uhr: Rennen der Elite-Amateure über 100 Runden
14.35 Uhr: Rennen der Jugend U15 über 36 Runden
15.15 Uhr: Rennen „Erster Schritt U11 + Fette Reifen U13 über fünf Runden
15.20 Uhr: Rennen „Fette Reifen U8“ über zwei Runden
15.30 Uhr: Rennen „Erster Schritt U15 + „Fette Reifen U13“ über zehn Runden
16 Uhr: 1. Dernylauf der Elite/Amateure/Junioren U19 über 50 Runden
16.30 Uhr: Rennen der U11 über 12 Runden
16.40 Uhr: Rennen der U13 über 20 Runden
17.15 Uhr: 2. Dernylauf der Elite/Amateure/U19 über 60 Runden.