Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Bei Schuh-Welt und La Moda geht es weiter

Die neue Gesellschafterin und Geschäftsführerin Laura Carvalho vor der Filiale in der Merkustraße.
Die neue Gesellschafterin und Geschäftsführerin Laura Carvalho vor der Filiale in der Merkustraße.

Bei „Schuh-Welt“ und „La Moda“ im Gewerbegebiet West geht der Blick wieder zuversichtlich in die Zukunft. Die Filiale der Schuhhandels-GmbH mit Sitz in Waldfischbach-Burgalben war mit weiteren fünf Niederlassungen Anfang des Jahres in finanzielle Schieflage geraten. Nach einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gelang es dem Unternehmen, sich erfolgreich zu rekonstruieren.

Mit dem Neustart hat es bei der „Schuh-Welt“ einen Wechsel in der Geschäftsleitung gegeben. An die Stelle von Geschäftsführerin Monika Carvalho ist ihre Tochter Laura Carvalho getreten. „Es war ein guter Zeitpunkt für den Wechsel in der Unternehmensnachfolge“, argumentiert die Tochter im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Nach dem erfolgreichen Abschluss eines dualen Studiums in Modemanagement an der Hochschule Texoversum LDT in Nagold stand Laura Carvalho ihrer Mutter seit 2018 bei der Geschäftsführung zur Seite. „In diesen Jahren habe ich viel gelernt, so dass ich mir vorstellen konnte, die Geschäftsleitung des Unternehmens zu übernehmen.“

Aus für die beiden Geschäfte in der Innenstadt

Ihre Mutter hatte das Unternehmen vor über 30 Jahren in Waldfischbach gegründet. Dort hat der Schuhhandel bis heute seine Zentrale, einschließlich Verwaltung und Lager. Anfang 2024 war der Schuhhändler in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Grund dafür waren die gesamtwirtschaftlich schwierige Lage sowie die zurückgegangene Nachfrage bei gleichzeitig gestiegenen Kosten für Energie, Miete und sonstigen Dienstleistungen, die die Folgen der Corona-Krise und der Inflation weiter verstärkt hatten. Im Zuge des im Februar eingeleiteten Restrukturierungsverfahrens in Eigenverwaltung wurden die 2019 und 2020 eröffneten Filialen der „Schuh-Welt“ in der Eisenbahnstraße und am Schillerplatz in Kaiserslautern geschlossen.

Heute gehören zu dem Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern sechs Filialen: in Waldfischbach, Kaiserslautern, Frankenthal und drei weitere im Raum Hessen. Die Online-Plattform des Schuhhandels wurde komplett eingestellt. „Wir wollen uns nur noch auf unsere Filialen konzentrieren“, betont Laura Carvalho. „Erstmal kleine Brötchen backen“, gibt sie die Marschroute vor. Mitarbeiter, Lieferanten und Stammkunden hätten das Unternehmen in den vergangenen Monaten sehr unterstützt. Ebenso der Vermieter der Immobilie im Gewerbegebiet. „Es war viel Arbeit. Mit dem erfolgreichen Verlauf des Verfahrens können wir sehr zufrieden sein. Als Dankeschön profitieren die Kunden im Oktober von verschiedenen Rabattaktionen.“

Mit einer Verkaufsfläche von 2500 Quadratmetern auf zwei Etagen ist das Handelsunternehmen im Gewerbegebiet West vertreten. Seit 2015 werden im Obergeschoss Markenschuhe im mittleren Preissegment für Damen, Herren und Kinder angeboten. Schuhe für Sport und Freizeit ergänzen das Sortiment. Nach Freiwerden der Verkaufsfläche eines Sportgeschäftes im Untergeschoss hatte die „Schuh-Welt“ auch diese Räumlichkeit übernommen und bietet bis heute mit „La Moda“ eine große Auswahl an Markenkleidung für Damen und Herren an. In den Trendshops des Modebereichs finden sich beispielsweise Textilien der Marken Opus, Cartoon, Street One, Lerros sowie Jack & Jones. „Mode für Sie und Ihn, für jeden Anlass und jedes Alter“, so die Geschäftsführerin.

„Kaiserslautern ist ein schwieriges Pflaster“

Der Filialstandort im Gewerbegebiet sei nicht einfach, sagt Carvalho. Mit den Worten „Kaiserslautern ist ein schwieriges Pflaster“ verweist sie auf die Konkurrenz und die örtliche Kaufkraft. Da sehe es für die Filialen im hessischen Raum um Darmstadt besser aus. Ein Vorteil für Kunden der „Schuh-Welt“ und des Modeladens in Kaiserslautern sei das große Angebot an kostenfreien Parkplätzen vor den beiden Läden der Filiale im Gewerbegebiet.

Die „Schuh-Welt“ hatte bereits in den vergangenen Jahren begonnen, die strategische Neuausrichtung einzuleiten. Daran anknüpfend bot die Restrukturierung in Eigenverwaltung nun die Chance, die strukturelle Neuausrichtung umzusetzen und den Geschäftsbetrieb nachhaltig zu stabilisieren sowie insbesondere die Kostenstrukturen anzupassen. Das Amtsgericht Pirmasens hat den von Abel und Kollegen vorgelegten Restrukturierungsplan genehmigt und das Verfahren zum 1. Oktober 2024 aufgehoben.

x