Kaiserslautern Bei Fest-Einsatz die Nacht zum Tag gemacht
Dass auch mal die Nacht zum Tag wird, ist Feuerwehrleuten keinesfalls fremd. Rund-um-die-Uhr-Einsätze gilt’s ja immer mal wieder zu stemmen. Ein erfreulicher Einsatz hat am Wochenende den Zug Erlenbach fast um den Schlaf gebracht. Nur wenig Ruhe war den Wehrleuten in der Nacht auf den gestrigen Sonntag vergönnt. Die zweitägige (und nächtliche) Feier zum 135-jährigen Bestehen der Löscheinheit hat vollen Einsatz gefordert.
„Ihr habt bei eurem Umzug ins neue Feuerwehrhaus was vergessen: die Sirene auf dem Dach unseres Schulhauses.“ Heulende Alarmsignale hätten schon manchen Schüler aus Tagträumen geschreckt, sagte Susanne Braun gestern Morgen auf der Bühne vorm Gerätehaus. Gram war die Leiterin der Grundschule Erlenbach den Wehrleuten deshalb natürlich nicht. Vielmehr fanden sie und ihre Schützlinge den Anlass passend, den Brandschützern ein Geburtstagsständchen zu bringen. Braun sowie ihre Kolleginnen Bettina Scholtis und Kerstin Mende hatten mit den Kindern ein Lied eingeübt. Lauter kleine behelmte Feuerleute sangen gestern zum Auftakt des zweiten Feier-Tages. Da hatten die 17 Zug-Angehörigen, Ehemalige und weitere Helfer schon den härtesten Teil des Fest-Einsatzes hinter sich. Ein wenig Besorgnis ob der Unwägbarkeiten eines Open-Air-Rockkonzerts habe man durchaus gehegt, wollte Hans-Otto Krause nicht verhehlen. Was sich dann allerdings am Samstag am Gerätehaus hoch über Erlenbacher Dächern abgespielt hat, sei schon grandios gewesen. Auf 1400 Besucher taxierte Wehrmann Mike Jung den Andrang am Samstagabend. Die Musikband „Fused“ hatte ungemein Zugkraft entwickelt. Aber nicht allein die Tatsache, dass viele junge Leute gekommen waren, die Feuerwehrkameraden aus der Stadt und aus den Stadtteilen den Erlenbachern höchst zahlreich die Ehre erwiesen hatten, sei bemerkenswert: „Es waren Leute da, die hier im Ort wohnen – wie wir wissen; Leute, die sich aber sonst bei Veranstaltungen in Erlenbach nie blicken lassen“, zeigte sich Hauptbrandmeister Krause genauso verwundert wie erfreut. Und dass das etwas ältere Publikum nicht davongestürmt war, als die beliebte Coverband losgelegt hätte, sei so auch nicht zu erwarten gewesen. Der Sturm auf die Bühne sowie die Zelte und Getränkestände brandete erst nach 20 Uhr so richtig auf. Doch auch zuvor schon hatten sich viele Einheimische eingefunden. Zur Feuerwehrfeier war ein Fass aufgemacht worden. Ortsvorsteher Fritz Henrich hatte den Hammer geschwungen, die Stadtsparkasse die kühle Erfrischung spendiert. Der fürs Brandschutzwesen verantwortliche Beigeordnete, Peter Kiefer, und Referatschef Konrad Schmitt fanden lobende Worte für die Bedeutung der Feuerwehr sowie das Engagement der Erlenbacher im Besonderen. Dank sagte auch Martin Mohr, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbands. War der Abend nach dem Geschmack der Freunde heißer Rhythmen geraten, so gestaltete der Zug den Sonntag mit einem bunten Programm für die ganze Familie aus. Dabei gab es allerlei Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr sowie anderer Hilfsdienste. So waren etwa das Technische Hilfswerk und die Rettungshundestaffel vertreten. Flagge zeigte der Feuerwehrnachwuchs: Jugend- und Bambini-Feuerwehr der Stadt zeigten, was sie schon können. (cha)